Gemüse grillen – Die besten Tipps, Tricks und tolle Rezepte

Grillen galt lang als die Domäne der Männer: Gemüse grillen? Fehlanzeige! Große Stücke Fleisch auf offenem Feuer grillen, bereitet dem Grillmeister erfahrungsgemäß die größte Freude. Aber Grillen ist vielseitig geworden, es muss nicht immer Fleisch sein. Gemüse auf dem Grill ist weit mehr als die “gesunde Beilage”! Wir brechen eine Lanze für Grillgemüse, den ultimativen Genuss vom Grill und der Inbegriff von vielseitigem Grillen.

Warum solltest Du Gemüse als Hauptgericht auf den Grill packen? Nun, Grillgemüse sieht gut aus, entwickelt wunderbare Geschmacksnuancen und kann sehr abwechslungsreich sein. Von der Gemüsepfanne, die Fleisch, Fisch oder Obst als Beilage kennt, über Gemüsespieße bis hin zu karamellisierten Gemüsen, die für sich alleine stehen, ist alles möglich. Und natürlich kann alles, was mit Fleisch oder Fisch auf dem Grill passiert, auch mit Gemüse gemacht werden: Schnelles, scharfes Garen ist genauso möglich wie Räuchern.

Welche Gemüse eignen sich überhaupt zum Grillen?

Was genau ist eigentlich Gemüse? Wie grenzt man Gemüse von anderer pflanzlicher Nahrung ab, und warum tut man das genau so und nicht anders? Alles nicht so einfach: Eine wissenschaftliche Definition gibt es nämlich gar nicht. Die einen sagen: Gemüse ist, was nicht roh, sondern gegart gegessen wird. Diese Einteilung würde Gurke, Tomate und Paprika zu Obst oder etwas dazwischen machen, ist also nicht so sinnvoll. Andere Menschen definieren Gemüse als einjährige Pflanzen oder Pflanzenteile, während Obstsorten mehrjährig sind. Zielführend ist das aber auch nicht, denn Spargel beispielsweise wäre dann ein Obst.

Und richtig schwierig wird es bei der Melone, die zwar botanisch ein Kürbisgemüse und einjährig ist, aber in der Regel roh serviert wird. Also doch Obst? Wir wissen auch nicht so genau, wie man Gemüse von anderen essbaren Pflanzen und Pflanzenteilen abgrenzt. Aber wir wissen, was auf dem Grill gut schmeckt. Du wirst Deine eigene Definition hinsichtlich Gemüse oder nicht schon finden.

Gemüse vom Grill ist besonders vielseitig. Auch Tiefkühlgemüse eignet sich perfekt.
Gemüse Grillen: Viele Gemüsesorten lassen sich prima grillen – auch Tiefkühlgemüse eignet sich hervorragend

Von Kartoffeln und Knollen über Mais bis hin zu verschiedenen Kohlsorten, Tomaten, Fenchel, Zucchini und Auberginen, Spargel, Paprika und sogar Pilze darf wirklich alles auf den Grill. Der Grill ersetzt im Prinzip die Küche mit allen ihren verschiedenen Möglichkeiten der Zubereitung. Das Gemüse kann mariniert und langsam gegart, kann geräuchert, schnell gebraten oder sanft im Dampfbad auf dem Grill zubereitet werden. Erlaubt ist, was Dir schmeckt.

Frisches Gemüse ist ein Genuss – aber nicht immer verfügbar

Allein unter dem geschmacklichen Aspekt würden wir natürlich immer dazu raten, Gemüse erntefrisch und mit einer maximalen Lagerzeit von zwei Tagen auf den Grill zu bringen. Aber das kann wirklich nur leisten, wer selbst anbaut oder beim Nachbarn, dem Selbstversorger, einkauft. Für alle anderen gilt: Gemüse landet erst mit einigen Tagen bis Wochen Verzögerung im Supermarkt. Gemüse Grillen geht mit richtig frischem Gemüse am besten.

Es wird geerntet, vorsortiert, gereinigt, transportiert, über Großmärkte weiterverkauft, noch einmal sortiert, gelagert und erst dann zum Verkauf in den Supermarkt gebracht. Das ist also alles andere als erntefrisch beim Verkauf. Da viele Gemüse nicht in Deutschland oder auch nur Europa, sondern Australien, Neuseeland, Asien oder Südamerika angebaut werden, dauert die Reise entsprechend lang.

Völlig klar, dass Gemüse auch frisch gekauft nicht immer aromatisch, intensiv und frisch schmeckt. Tiefkühlgemüse ist da eine echte Alternative wenn man spontan Gemüse Grillen möchte. Es wird reif geerntet und innerhalb von Stunden schockgefrostet. Wie lange dann der Transport in den Supermarkt dauert, ist gar nicht so wichtig. Denn das Gemüse enthält nicht nur mehr Vitamine und Mineralstoffe (die sich in der Tiefkühltruhe sehr viel langsamer zersetzen als an der Luft), sondern eben auch noch das volle Aroma erntefrischen Gemüses.

Für Grillgemüse gilt also das Gleiche wie für die Küche: Gemüse sollten aromatisch und erntefrisch sein, wenn sie verarbeitet werden. Wird tiefgekühltes Gemüse verwendet, solltest Du es über Nacht langsam im Kühlschrank auftauen dürfen, bevor es am Grill verarbeitet wird. Aber wie geht man nun beim Gemüse Grillen vor?

Fest, zart oder empfindlich? Welches Gemüse verträgt was auf dem Grill?

Rezepte zum Gemüse Grillen findest Du im Internet massenhaft. Aber warum wird welches Gemüse wie zubereitet, was schmeckt wirklich gut, und wie kombiniert man das Grünfutter? Spargel landet erntefrisch im Frühjahr auf dem Grill, Tomaten sind dagegen ein typisches Sommergemüse. Grillst Du im Herbst, wirst Du eher den Kürbis und die Maiskolben zubereiten. Was verarbeitest Du im Winter in der Küche? Richtig – Kraut und Kohl sowie Karotten. Auf dem Grill ist das auch so. Grillen ist zu jeder Jahreszeit ein Genuss, und das Gemüse Grillen darf nie fehlen. Die verschiedenen Gemüsesorten werden allerdings ganz unterschiedlich zubereitet.

Gemüse Grillen: gefüllte Tomaten mit Mozarella vom Grill auf dem Lochblech.
Gefuellte Tomaten mit Mozarella auf dem Grill

Wenn es fest sein darf beim Gemüse Grillen

Einige Gemüsesorten sind eher hart und brauchen auf dem Grill mehr Zeit. Kartoffeln sind so aein Fall: Die sind auf dem Grill einfach schneller gar, wenn Du sie vorkochst. Eine Alternative: Du packst die Kartoffeln in Alufolie und bereitest sie als Folienkartoffeln zu. Da in den Medien aber zunehmend vor Aluminium im Essen gewarnt wird, ist das Vorgaren vermutlich die bessere Wahl. Auch möglich: Du schneidest die Kartoffeln klein und packst sie mit anderem Gemüse auf bunt gemixte Gemüsespieße. Andere Möglichkeiten:

  • Fächerkartoffeln mit Salbei oder Rosmarin
  • kleingeschnittene Kartoffeln aus der Grillpfanne
  • zu Pommes geschnittene Kartoffeln aus der Grillpfanne

Maiskolben sind ein ähnlicher Fall wie Kartoffeln. Die dicken Kolben werden auf dem Grill innerhalb von 20 Minuten bis 30 Minuten gar, wenn Du sie vorher für 20 Minuten kochst oder für 30 Minuten in Wasser einlegst. Das gilt so zumindest für frische, rohe Maiskolben. Kaufst Du vorgegangen Mais, entfällt dieser Schritt logischerweise.

Karotten und Kohlrabi sind ebenfalls eher massiv gebaut und brauchen als ganzes Gemüse auf dem Grill recht lang. Du kannst die Karotten längst halbieren und vorkochen, die Kohlrabi in dicke Scheiben schneiden und einfetten. Beide Gemüse brauchen dann weniger als zehn Minuten, wenn Du sie am Rand des Grills erhitzt.

Gegrilltes Gemüse vom Grill
Gegrilltes Gemüse

Die Zubereitung von knackigem Gemüse auf der Edelstahlplancha ist eine gute Möglichkeit komplette Gemüsepfannen zuzubereiten. Das Gemüse bleibt hier vor allem schön knackig und kann direkt auf der Platte gewürzt werden oder mit Flüssigkeiten aromatisiert werden. Planchas für Deinen Grill findest Du hier.

Gefülltes Gemüse vom Grill – die häufigste Variante beim Gemüse Grillen

Festere Gemüsesorten sind hervorragend geeignet um sie mit allerhand köstlicher Zutaten zu füllen. Hier kommen Frischkäse, Quark, Kräuter und Pesto zum Einsatz, aber auch leckere Hackfleischfüllungen. Mit herzhaftem Käse überbacken ein echter Genuss!

Gefüllte Paprika und gefüllte Zucchini können prima am Grill zubereitet werden.
Paprika und Zucchini eignen sich wunderbar zum Befüllen

Kürbis ist ganz wunderbar für verschiedene Zubereitungsarten auf dem Grill geeignet. Du kannst ihn einfach auf dem Blech im Backofen vormachen, dann ist er auf dem Grillst ganz schnell fertig. Wir empfehlen aber, dass Du den Kürbis öffnest und die Kerne herausnimmst. Dann füllst Du den Kürbis mit einer Füllung Deiner Wahl. Das schmeckt lecker:

  • eine Mischung aus Schafskäse und mediterranen Kräutern
  • eine Hackfleischfüllung mit etwas Chili
  • eine Füllung aus Reis, Pinienkernen, Nüssen und Rosinen
  • eine Käsefüllung nach Deiner Wahl

Natürlich gibt es noch weitere Möglichkeiten, was Du alles in den Kürbis packen kannst. Setze den Deckel wieder drauf, und dann legst Du einen Minion Ring im Grill. Darauf darf der Kürbis jetzt über mehrere Stunden bei konstanter Temperatur langsam durchziehen. Beilagen können dann Salate sein, aber im Prinzip stellt der Kürbis mit seiner Füllung schon eine komplette Mahlzeit dar – die Füllung ist die Beilage.

Besonders lecker ist diese Zubereitung bei Butternut Kürbis, Spaghetti-Kürbis (Geheimtipp: Lachs mit Sahnesoße als Füllung!) und der an sich schon sehr würzigen Bischofsmütze. Wenn Du neuen Kürbissorten gegenüber eher schüchtern bist, tut es aber auch der Hokkaidokürbis. Und was mit dem Kürbis funktioniert, kannst Du auch mit der 3 Kilogramm schweren Zucchini aus dem Garten machen. Die Mini-Zucchini aus dem Supermarkt sind schneller gar, die werden also etwas anders behandelt.

Gemüse grillen – zum Dahinschmelzen …

Tipp von Küchenexperten: Blanchiere Gemüse, bevor Du es auf dem Grill zubereitest. Das verkürzt die Zubereitungszeit auf dem Grill enorm. Blanchieren bedeutet, dass Du das Gemüse putzt, wäschst und mundgerechte Häppchen schneidest. Dann wird es drei bis fünf Minuten lang in Salzwasser blanchiert und kurz in Kräutern oder einer scharfen Ölmischung mariniert. Erst danach kommt das Gemüse auf den Grill und darf dort langsam bissfest durchziehen und die leckeren Röstaromen aufnehmen. Diese Gemüse werden besonders zart, wenn Du sie so zubereitest:

  • Brokkoli
  • Blumenkohl
  • Rosenkohl
  • Fenchel
  • Zucchini
  • Süßkartoffeln
  • kleingeschnittener Kürbis
  • Kartoffeln
  • Lauch
Gegrillte Kartoffeln mit Sour Cream
Gegrillte Kartoffeln mit Sour Cream

Gemüse schnell und direkt auf dem Grillrost garen

Manches Gemüse wird einfach unheimlich schnell gar, weil es von Natur aus viel Wasser enthält und weich ist. Dazu gehören Zucchini und Paprika, Auberginen und Tomaten, Spargel und Avocado, Zwiebel, Chicorée und Radicchio. Sellerie, Krautblätter, Artischocken und sogar Grünkohl (also Blattgemüse) fallen auch in diese Kategorie. Pilze werden ebenfalls schnell gar, aber genau genommen handelt es sich bei Pilzen gar nicht um Gemüse. Das sind nämlich keine Pflanze, sondern eine ganz eigene Lebensform. Trotzdem: Champignons, Shiitake, Austernpilze, Birkenpilze und andere Köstlichkeiten darfst Du natürlich auch direkt auf dem Grillrost zubereiten.

Avocado vom Grill
Avocado vom Grill

Tipps für die Zubereitung:

  • Zucchini und Paprika können in dünne Scheiben geschnitten und direkt auf dem Rost gegart werden.
  • Alternativ: Halbieren, putzen und mit einer leckeren Füllung in der Grillpfanne schnell scharf garen.
  • Auberginen marinieren und in der Pfanne auf dem Grill zubereiten.
  • Spargel in Räucherschinken, Räuchertofu oder Seiten wickeln und auf dem Rost garen.
  • Tomaten entweder ganz auf dem Rost, mit anderen Gemüsen auf dem Spieß oder große Tomaten mit Füllung in der Grillpfanne garen.
  • Avocado wird einfach nur halbiert, mit Öl bestrichen und mit der Schnittseite nach unten gegart.
  • Zwiebeln, Lauch, Frühlingszwiebeln und ähnliches wird üblicherweise am Spieß gegrillt. Warum? Probier was Neues: Einfach längst halbieren, mit Öl, Pfeffer und ein paar Kräutern grillen.
  • Radicchio und Chicorée dürfen direkt auf dem Rost gegart werden – und anschließend mit einer feinen Marinade zu Grillgemüsesalat verarbeitet werden.
Gegrilltes Gemüse - direkt auf dem Rost
Gegrilltes Gemüse – direkt auf dem Rost

Das solltest Du beachten!

Ein paar Dinge sind wichtig, wenn Du Gemüse grillst. Du solltest beispielsweise nie nasses Gemüse auf den Grill legen. Natürlich wäschst Du das Gemüse vor der Zubereitung. Aber dann solltest Du es vorsichtig und gründlich abtrocknen. Benutze immer nur Öle, die Du wirklich hoch erhitzen darfst. Das sind Rapsöl, Sojaöl und Erdnussöl. Die Öle sollten 200° C und mehr aushalten können und einen sehr hohen Rauchpunkt haben. Damit Dein Gemüse immer gleichzeitig gar wird, müssen die Stücke ungefähr gleich groß sein.

Kurz und gut: Es wird so gearbeitet, wie Du das aus der Küche kennst. Gemüse wird außerdem nie direkt über der Glut gegart, sondern immer am Rand. Es wird also indirekt gegrillt. So bleiben die krebserregenden Stoffe, die bei einem direkten Garen entstehen, weg. Und die Nährstoffe und Aromen des Gemüses bleiben erhalten. Achte darauf, dass Dein Gemüse nicht in die Glut tropft. Sowohl Marinaden als auch Wasser und Gemüsesaft haben in der Glut nichts verloren.

Das besondere Aroma erhalten Gemüsesorten vom Grill, wenn Du etwas Zitronensaft oder Limettensaft in die Marinade gibst. Die Säure darin betont die individuelle Note des Gemüses und setzt einen tollen Kontrast zu der Süße, die die verschiedenen Gemüsesorten auf dem Grill entwickeln. Besonders lecker ist das bei Rosenkohl: Pack die kleinen, geputzten und halbierten Röschen zusammen mit Mandeln oder Pinienkernen in eine Marinade aus Olivenöl, Orangensaft, Salz, Pfeffer und Rosmarin. Das lässt Du in einer Pfanne im Smoker langsam durchziehen – so hast Du Rosenkohl noch nie erlebt!

Noch ein Tipp für intensivere Aromen und die richtige Konsistenz: Gemüse sollte immer, ohne Ausnahme, bissfest serviert werden. Die meisten Menschen hegen Gemüse gegenüber eine leicht bis mittelschwere Abneigung. Wenn wir an die schleimigen gekochten Paprika, breiigen Blumenkohlröschen in weißer Soße und schmierigen Auberginen unserer Kindheit denken, ist das kein Wunder. Du liebst es, Deine Zähne in ein zartes, aber festes Stück Fleisch zu versenken? Gemüse kann genauso befriedigend sein! Nimm es einfach vom Grill, bevor es zu weich wird. Frische Kräuter dürfen aus diesem Grund auch erst kurz vor Ende der Garzeit auf das Grillgut gegeben werden. Gilt (mit Ausnahme von einigen Marinaden) auch für das Salz: Es entzieht dem Gemüse Wasser und gibt ihm eine komische Konsistenz. Erst hinterher salzen, dann bleibt das Gemüse knackig.

gegrillte paprika mit käse
Gegrillte Paprika mit Käse überbacken

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