Roastbeef grillen – Rezept und Anleitung für ganzes Roastbeef vom Grill

Roastbeef grillen? Kein Problem, bei uns erfährst du, wie es richtig geht!

Egal, ob es in dicke Scheiben als Rumpsteak geschnitten oder im ganzen Stück auf den Grill kommt oder du es am nächsten Morgen als Belag auf dem Brot genießen willst – das Roastbeef ist eines der besten und, richtig zubereitet, leckersten Stücke vom Rind.

Da ein Roastbeef ziemlich groß und mehrere Kilogramm schwer sein kann, gibt es bei der Zubereitung einige Tipps und Tricks zu beachten, die wir dir in diesem Beitrag näherbringen wollen. Doch keine Sorge, wenn du dich an ein paar einfache Regeln hältst, erhältst du ein zartes, saftiges Roastbeef, auf den Punkt genau gegrillt.

Roastbeef Grillen reloaded – einige Infos rund um das Stück vom Rind

Wo im Rind sitzt eigentlich das Roastbeef? Das Roastbeef, ist ein Stück des Hinterviertels vom Rind. Da es sich dabei um die wenig beanspruchte äußere Lendenmuskulatur handelt, ist das Stück besonders wegen seiner Zartheit beliebt und gehört nach dem Filet zu den wertvollsten und gefragtesten Fleischteilen am Rind.

In der Regel wird das Roastbeef aus den Lenden- und letzten Brustwirbeln herausgelöst beziehungsweise am letzten Lendenwirbel vom Schwanzknochen getrennt. Zusammenhängend herausgetrennt und in Scheiben geschnitten bilden Filet und Roastbeef das beliebte T-Bone-Steak. Aus dem Roastbeef werden darüber hinaus die ebenfalls gefragten Roastbeef Rumpsteaks geschnitten. Diese tragen ganz unterschiedliche Namen, je nachdem wo man sich befindet: In den USA werden sie Striploin oder New York Strip genannt, in Österreich spricht man vom Beiried.

Man unterscheidet zwischen hohem und flachem Roastbeef sowie dem Zwischenrippenstück. Letzteres wird häufig auch als RibEye oder Entrecôte bezeichnet. Roastbeef ist generell gut marmoriert, doch der Fettanteil variiert je nach der genauen Herkunft des Stücks. Beispielsweise beträgt der Fettanteil beim hohen Roastbeef – ein nahe der Hochrippe liegender Teil des langen Rückenmuskels – 16 Prozent und ist damit deutlich höher als der des flachen Roastbeef, der bei 10 Prozent liegt. Das Entrecôte beziehungsweise RibEye hingegen verfügt typischerweise über ein deutlich sichtbares “Fettauge” und ist somit besonders fettdurchwachsen und damit ganz besonders saftig und geschmackvoll.

Was ist beim Fleischkauf zu beachten?

Für das perfekte Roastbeef solltest du in jedem Fall qualitativ sehr hochwertiges Fleisch wählen. Als erste Hinweise für eine gute Qualität dienen dabei eine tiefrote Farbe und eine feine Fettmarmorierung. Wie zart dein Roastbeefbraten oder deine Roastbeefsteaks werden, hängt jedoch nicht nur von der Marmorierung, sondern auch dem Alter des Tiers, seinem Geschlecht und von der Fleischreifung ab. Am geschmackvollsten gilt allgemein das besonders fein marmorierte Fleisch von Ochsen oder Färsen, also weiblichen Rindern. Insbesondere, wenn du Roastbeef Grillen, also als Steaks zubereiten möchtest, solltest du auf die Marmorierung und eine leichte Fettabdeckung achten.

Der Fettdeckel vom Roastbeef für eien Roastbeef braten ist beim Roastbeef Grillen besonders wichtig
Der Fettdeckel vom Roastbeef ist beim Roastbeef Grillen besonders wichtig

Idealerweise kaufst du dein Rindfleisch in einer gut geführten Fleischerei, denn diese weisen ihren Kunden die Handelsklasse anhand eines Stempels oder Etiketts nach. Die Handelsklasse gibt Auskunft über die Kategorie des Fleischs, also das Tier, von dem das Stück stammt, die Fleischigkeit und die Fettklasse. Dieses Wissen hilft dir, seine Qualität beziehungsweise seine geschmacklichen Eigenschaften einzuordnen.

Wie bewahrt man Roastbeef richtig auf?

Was viele nicht wissen: Rindfleisch sollte nicht schlachtfrisch gegrillt werden, sondern muss eine Weile reifen, um zart und geschmackvoll zu werden. Die meisten Metzger lassen das Fleisch dafür etwa eine Woche ruhen. Beim Metzger gekauft, wird das Fleisch zu Hause in eine Schüssel gegeben, mit einem Teller, einer Folie oder einem feuchten Tuch bedeckt und an der kältesten Stelle des Kühlschranks (Ablage über dem Gemüsefach) aufbewahrt. Nach spätestens fünf Tagen sollte es dann zubereitet werden.

Wie wird Roastbeef richtig verarbeitet?

Du möchtest dein Roastbeef am Stück grillen? Kein Problem, bei der Zubereitung von Roastbeef sind dir fast keine Grenzen gesetzt. So kannst du das Roastbeef als ganzen Braten am Stück grillen oder es zu ordentlichen Rumpsteaks schneiden und grillen. Besonders gut geeignet ist der zarte Lendenmuskel aber für das Garen am Stück.

Das Roastbeef kann auch als Rumpsteak geschnitten werden
Das Roastbeef kann auch als Rumpsteak geschnitten werden

Verlangst du in der Metzgerei nach einem Roastbeef am Stück, ist es gut möglich, dass du ein vier bis fünf Kilogramm schweres Fleischstück erhältst, das bis zu 50 Zentimeter lang sein kann. Auch wenn so ein großes Roastbeef, insbesondere auf unerfahrende Griller, vielleicht ein bisschen einschüchternd wirkt, ist es kein Problem, dieses als Braten am Stück zu grillen. Sorgen muss man dann nur noch dafür, dass es auch gegessen wird. Ein solch großer Braten kommt für circa 15 bis 20 Gäste in Frage. Natürlich lässt sich das Roastbeef auch problemlos teilen und in kleineren Stücken zubereiten.

Wo genau liegt das Roastbeef im Rind? Unser Grillmeister Dirk erklärt Dir die verschiedenen Teile des Rinderrückens

Roastbeef am Stück grillen – Roastbeefbraten

Grillst du dein Roastbeef am Stück (also einen sogenannten Roastbeefbraten) sollte es am Ende gleichmäßig gegart sein und von innen schönen saftig mit zart rosa Kern. Die folgende Anleitung zeigt dir, wie dir das kinderleicht gelingt.

1. Roastbeef vorbereiten

Egal, welchen Cut des Roastbeef du grillen willst, das Fleisch sollte in jedem Fall zuvor auf Zimmertemperatur aufgewärmt werden. Dafür nimmst du es am besten schon etwa 30 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank, wäschst es mit lauwarmem Wasser ab und tupfst es mit einem Handtuch oder Küchenkrepp trocken.

2. Roastbeef parieren und in Form bringen

Das Parieren des Fleischs besteht darin, Sehnen und überschüssiges Fett zu entfernen. Dabei ist in einem ersten Schritt darüber zu entscheiden, ob der Fettdeckel, den das Roastbeef an der Oberseite hat, abgeschnitten werden soll oder nicht. Wofür man sich entscheidet, hängt vor allem vom persönlichen Geschmack ab. Viele Griller entfernen den Fettdeckel gar nicht oder erst nach dem Garen, weil er das Fleisch während des Garprozesses vor dem Austrocknen schützt. Andere wiederum entfernen ihn lieber vorher, da so eine größere Oberfläche für das Würzen zur Verfügung steht. Wer schon weiß, dass er das Fett nicht mit essen möchte, kann ihn ruhig sofort entfernen. Tipp: Wenn du aus dem fertigen Bratenstück Aufschnitt machen möchtest, solltest du den Fettdeckel auf jeden Fall entfernen.

Durch das Abschneiden von Sehnen und überschüssigem Fett gerät das Roastbeef häufig einmal etwas aus der Form und sieht ungleichmäßig aus. In diesem Fall ist es sinnvoll, das Fleisch durch das Binden mit Küchengarn wieder in eine gleichmäßige Form zu bringen. Das Roastbeef sollte an allen Stellen möglichst gleich dick sein, damit es gleichmäßiger gart und seine Saftigkeit behält.

3. Roastbeef marinieren und mit frischen Kräutern würzen

Du fragst dich, wie du dein Roastbeef würzen sollst? Auch hier kommt es ganz auf deinen persönlichen Geschmack an, denn während manche Griller auf Marinaden schwören, setzen andere darauf, ihr Fleisch in selbst gemachten Gewürzmischungen mehrere Stunden oder über Nacht im Kühlschrank ziehen zu lassen. Einige wiederum präparieren das Fleisch gar nicht im Voraus, sondern würzen es direkt vor dem Verzehr lediglich mit etwas Salz und Pfeffer.

Das Roastbeef würzen
Das Roastbeef würzen

Du liebst den Geschmack aromatischer Kräuter beim Roastbeef Grillen? Für ein edles Stück des Rinds wie das Roastbeef, das einen ausgeprägten Eigengeschmack mitbringt, eignen sich vor allem frische Kräuter wie Rosmarin oder Thymian. Ergänzt durch Salz, Pfeffer und etwas Knoblauch wird der natürliche Fleischgeschmack so optimal unterstützt – während fertig gekaufte BBQ-Rubs den Eigengeschmack meist zu sehr überlagern.

Für Rindfleisch eignen sich insbesondere die Kräuter Rosmarin, Thymian und Oregano. Hierbei lohnt es sich, auf frische Kräuter zu setzen und diese kleinzuhacken. Wer keine frischen Kräuter zur Hand hat, kann natürlich auch zu getrockneten Kräutern aus dem Glas greifen. Das ist gar nicht mal schlimm, denn getrocknete Kräuter gewinnen ihren Geschmack zurück, wenn sie mit Öl in Berührung kommen.

Eine frisch schmeckende Roastbeef Marinade ist schnell gemacht: Zu den Kräutern gibst du einfach etwas Pfeffer, Salz und Knoblauch und versetzt diese Mischung mit einem guten Olivenöl.

Unser Roastbeef Rezept bezieht sich auf einen Braten, der für etwa vier Portionen reicht. Wenn du auf Kräuter und/oder Gewürze verzichten möchtest, kannst du diesen Schritt einfach weglassen und gleich zum Roastbeef Grillen übergehen.

  • 1 kg Roastbeef (zum Beispiel Greater Omaha Roastbeef)
  • 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
  • 5 EL Olivenöl
  • 1 Zweig Rosmarin
  • 1 TL Thymian
  • 1 TL Majoran
  • 1 TL Oregano
  • 1 TL Salz
  • 1/2 TL Pfeffer

Tipp: Größere Fleischstück sind oft günstiger zu haben, weshalb es sich lohnen kann, ein größeres Stück zu kaufen, dieses zu portionieren und für den späteren Gebrauch einzufrieren.

4. Roastbeef grillen: Bei hoher Hitze angrillen, bei niedriger Hitze gar ziehen

Für den Fall, dass du das Fleisch vorab gewürzt hast, sollten die Gewürze mindestens noch 30, besser 60 Minuten einziehen, bevor das Roastbeef auf den Grill kommt. Um dem Fleisch die gewünschten leckeren Röstaromen zu verleihen, brät man es dann direkt über der Glut von allen Seiten kurz und heiß an. Hierfür empfiehlt sich eine Temperatur von 220 bis 230 Grad Celsius. Achte darauf, dass der Grill gut vorgeheizt ist, bevor du das Roastbeef darauf legst, da bei längerem Grillen die Gefahr besteht, dass es zu trocken wird. Außerdem verbrennen dann auch die Kräuter.

Tolles Branding am Roastbeef vom Grill
Tolles Branding am Roastbeef – Roastbeef Grillen

Sobald das Fleisch von allen Seiten angegrillt wurde, nimmt man es vom Rost und regelt die Temperatur auf circa 110 bis 120°C ein. Bei einigen Grillmodellen schaltet beziehungsweise baut man den Grill dafür von direkter auf indirekte Hitze um. Es ist sehr wichtig, dass der Garvorgang bei möglichst niedriger Temperatur stattfindet, da das Fleisch dann besonders gleichmäßig durchgart und schön zart und saftig wird. Achte deshalb darauf, dass die Gartemperatur 130 Grad nicht überschreitet.

5. Roastbeef smoken statt Roastbeef Grillen

Wer es rauchig mag, kann etwas Rauch einsetzen, um dem Roastbeef eine klassisch smokige Note zu verleihen. Hierbei sollte man aber darauf achten, nicht zu viel Rauch einzusetzen – denn dann geraten die Raucharomen oft zu intensiv und überdecken den Eigengeschmack des Fleischs.

Auch du liebst einen dezenten Rauchgeschmack? Dann lege ein oder zwei Chunks deines Lieblingsholzes entweder direkt auf die glühenden Holzkohlen oder aber auf den Grillrost.

Du kannst dein Roastbeef auf eine Holzplanke legen und indirekt garen
Du kannst dein Roastbeef auch auf eine Holzplanke legen

Worauf ist beim Grillen von Roastbeef noch zu achten?

Grillthermometer zur Überwachung verwenden

Um die Gartemperatur deines Roastbeef zu überwachen, bietet sich die Benutzung eines Grill- beziehungsweise Fleischthermometers an. Moderne Modelle, die über WLAN und Bluetooth verfügen und sich per App mit dem Smartphone verbinden lassen, dienen darüber hinaus nicht nur der Kontrolle der Gartemperatur, sondern informieren dich auch über die Kerntemperatur.

Roastbeef Kerntemperatur Roastbeef – der perfekte Gargrad

Die Kerntemperatur Roastbeef ist besonders wichtig für ein zartes und saftiges Ergebnis
Roastbeef medium rare – zart rosa und besonders saftig

Saftig und mit einem zartrosa Kern – so sieht das perfekte Roastbeef aus. Wenn du dein Fleisch medium magst, solltest du beim Garen eine Kerntemperatur von 52 bis 53 Grad anpeilen. Wie lange das Roastbeef garen muss, hängt natürlich von seiner Größe ab. Bei einem Stück von einem Kilogramm beträgt die Garzeit etwa 70 bis 80 Minuten. Sobald das Fleisch die gewünschte Kerntemperatur erreicht hat, nimmt man es vom Rost. Damit die Kerntemperatur noch etwas ansteigen kann und am Ende 55 bis 56 Grad beträgt, lässt man das Roastbeef noch etwa 15 Minuten ruhen, bevor man es anschneidet. Außerdem können sich die Fleischsäfte während dieser Ruhephase richtig im Fleisch verteilen. Tipp: Verzichte darauf, das Fleisch in Alufolie zu wickeln. In der Folie schwitzt das Fleisch und der Saft, der ja im Braten bleiben soll, landet in der Folie.

Kerntemperatur Roastbeef:

  • Rare 48-52°C
  • Medium Rare 52-55 °C
  • Medium 55-59 °C
  • Well Done 60-62 °C

Unser Roastbeef haben wir mit einer Kerntemperatur von 55°C gegart.

Das perfekte Roastbeef Grillen

Außen eine knusprige Kruste, innen saftiges, zartrosa Fleisch – wenn du unsere einfachen Tipps befolgst, kannst auch du auf deinem Grill ein überragend schmeckendes, gleichmäßig gegartes Roastbeef kreieren. Dank der niedrigen Gartemperatur gerät das Fleisch besonders saftig.

Zum typisch englischen Roastbeef passen nicht nur leckere Beilagen wie Fächerkartoffeln oder Grillgemüse, sondern auch eine gute Roastbeef Sauce. Geschmacklich passt die französische Sauce béarnaise besonders gut. Wenn du dein Roastbeef mit diesem cremig-würzigen Begleiter servierst, sind weitere Beilagen gar nicht nötig. Guten Appetit!

Perfekt angegrilltes Roastbeef
Perfekt angegrilltes Roastbeef