Die Entwicklung bei Grillfürst ist vor allem durch die deutlich höhere Stückzahl getrieben. Es werden also tatsächlich wesentlich mehr Pizzaöfen gekauft – und nicht lediglich teurere Geräte.
Auch externe Daten bestätigen den anhaltenden Boom. Auf dem Preisvergleichsportal idealo lag die Nachfrage nach Pizzaöfen im Januar 2026 mehr als 200 Prozent über dem Niveau von Januar 2023. Allein zwischen Januar 2025 und Januar 2026 stieg sie noch einmal um 39 Prozent. Dabei handelt es sich um die Nachfrage auf idealo und nicht um eine vollständige Erhebung des deutschen Gesamtmarktes. Die Größenordnung zeigt dennoch deutlich, wie stark sich die Produktgruppe entwickelt hat.
Pizzaöfen sind kein kurzlebiger Grilltrend mehr
Noch vor einigen Jahren galt ein eigener Pizzaofen als Spezialgerät für ambitionierte Hobby-Pizzabäcker. Inzwischen stehen die Geräte auf immer mehr Terrassen, Balkonen und in Outdoorküchen.
Die Gründe dafür sind nachvollziehbar: Ein moderner Pizzaofen heizt wesentlich schneller auf als ein klassischer Steinbackofen, erreicht deutlich höhere Temperaturen als ein normaler Haushaltsbackofen und ermöglicht Pizza mit knusprigem Boden und luftigem Rand.
Gleichzeitig ist das Angebot erheblich größer geworden. Käufer können heute zwischen Gas-, Elektro-, Holz- und Multi-Fuel-Geräten wählen. Dazu kommen unterschiedliche Größen, Drehteller, Digitalanzeigen und getrennt regelbare Heizsysteme.
Diese Vielfalt macht den Kauf allerdings nicht automatisch leichter. Viele Modelle werben mit sehr ähnlichen Aussagen:
- bis zu 450 oder 500 Grad,
- kurze Aufheizzeit,
- Pizza in wenigen Minuten,
- Ergebnisse wie aus der Pizzeria.
Gerade deshalb reicht die maximale Temperatur als Unterscheidungsmerkmal inzwischen nicht mehr aus.

Aktueller Test zeigt, wie groß der Markt geworden ist
Wie breit die Auswahl inzwischen ist, zeigt der aktuelle Pizzaofen-Test des F.A.Z. Kaufkompass. Dort wurden 34 Geräte in der Praxis geprüft und weit über 100 Pizzen gebacken.
Gas- und Elektro-Pizzaöfen werden mittlerweile getrennt bewertet, weil sich Einsatzbereich, Bedienung und Anforderungen deutlich unterscheiden. Bei den elektrischen Geräten wurde der Unold Enzo zum Testsieger gewählt, bei den Gas-Pizzaöfen der Ooni Koda 2. Der Test wurde zuletzt am 21. Juli 2026 aktualisiert.
Allein die getrennte Bewertung ist ein deutliches Zeichen dafür, wie erwachsen die Produktkategorie geworden ist. Es gibt nicht mehr den einen Pizzaofen für jeden Nutzer.
Ein Gerät für die Küche muss andere Anforderungen erfüllen als ein Gas-Pizzaofen für Terrasse und Garten. Wer gelegentlich zwei Pizzen backt, benötigt nicht dieselbe Leistung wie eine Familie, die an einem Abend zehn Pizzen nacheinander zubereiten möchte.
Warum 500 Grad allein noch keinen guten Pizzaofen machen
Hohe Temperaturen bleiben wichtig. Besonders für neapolitanische Pizza werden intensive Oberhitze und ein sehr heißer Pizzastein benötigt.
Doch selbst wenn ein Hersteller 500 Grad verspricht, ist damit noch nicht gesagt, dass der Ofen im Alltag gute und reproduzierbare Ergebnisse liefert.
Entscheidend sind vor allem vier Punkte.
1. Die tatsächliche Temperatur des Pizzasteins
Ein heißer Garraum bedeutet nicht automatisch, dass auch der Stein die richtige Temperatur besitzt.
Ist der Stein zu kalt, bleibt der Boden weich und blass. Ist er zu heiß, verbrennt die Unterseite, während Rand, Käse und Belag noch nicht fertig gebacken sind.
Eine separate Anzeige der Steintemperatur bringt deshalb einen echten praktischen Vorteil. Bei Geräten ohne integriertes Steinthermometer sollte die Temperatur mit einem Infrarotthermometer kontrolliert werden.
2. Das Verhältnis von Ober- und Unterhitze
Eine gute Pizza benötigt intensive Oberhitze für Rand und Belag. Gleichzeitig muss der Stein genügend Energie für einen knusprigen Boden speichern.
Ein Pizzaofen kann deshalb trotz hoher Maximaltemperatur Schwierigkeiten haben, wenn Ober- und Unterhitze nicht richtig zusammenpassen.
Besonders komfortabel sind Geräte, bei denen sich beide Bereiche getrennt beeinflussen lassen. Bei Elektro-Pizzaöfen erfolgt das häufig über separat regelbare Heizelemente. Gasgeräte können mit einem zusätzlichen Brenner unter dem Stein arbeiten.
Die wichtigere Frage lautet daher nicht:
Wie heiß wird der Pizzaofen?
Sondern:
Wie kontrolliert und gleichmäßig setzt er diese Hitze ein?
3. Die Leistung zwischen mehreren Pizzen
Beim Backen überträgt der Pizzastein einen großen Teil seiner gespeicherten Energie auf den Teig. Nach der ersten Pizza kann seine Temperatur deshalb deutlich sinken.
Ein leistungsfähiger Pizzaofen bringt den Stein schnell wieder auf das benötigte Niveau. Das ist insbesondere bei Pizzaabenden mit Familie oder Freunden wichtig.
Viele Unterschiede zwischen günstigen und hochwertigen Geräten zeigen sich deshalb nicht bei der ersten Pizza, sondern bei der dritten, fünften oder zehnten.
4. Der rotierende Pizzastein
Bei einem klassischen Gas-Pizzaofen befindet sich die Pizza häufig sehr nah an der Flamme. Die flammenseitige Hälfte des Randes wird dadurch schneller dunkel als die Vorderseite.
Die Pizza muss deshalb regelmäßig mit der Pizzaschaufel gedreht werden. Das ist erlernbar, erfordert aber Aufmerksamkeit und etwas Übung.
Ein automatisch rotierender Pizzastein übernimmt diese Bewegung. Die Pizza wird gleichmäßiger durch den Garraum geführt und muss nicht ständig manuell nachgedreht werden.
Der Drehteller ist damit weit mehr als ein technisches Extra. Er ist ein echter Komfortgewinn – vor allem für Einsteiger, Familien und Nutzer, die mehrere Pizzen hintereinander backen.
Auch der Grillfürst-Marktbericht sieht rotierende Pizzasteine als einen wichtigen Ausstattungstrend, der zunehmend in der Mittelklasse ankommt.
Elektro-Pizzaöfen holen deutlich auf
Lange Zeit war der Pizzaofen fast ausschließlich ein Thema für Terrasse und Garten. Gas, Holz oder Pellets dominierten den Markt.
Inzwischen werden elektrische Pizzaöfen immer leistungsfähiger. Bei idealo gehören vor allem Elektromodelle zu den besonders gefragten Pizzaöfen für zu Hause. Die dort beliebtesten Geräte liegen überwiegend in einem Preisbereich von etwa 150 bis 300 Euro.
Elektro-Pizzaöfen sprechen vor allem Nutzer an, die:
- keine Gasflasche lagern möchten,
- unabhängig vom Wetter backen wollen,
- ein möglichst einfaches Bedienkonzept bevorzugen,
- wenig Platz auf Terrasse oder Balkon haben,
- einen vom Hersteller für Innenräume freigegebenen Ofen suchen.
Moderne Elektrogeräte erreichen inzwischen sehr hohe Temperaturen und bieten je nach Modell Programme, Drehteller und getrennt regelbare Ober- und Unterhitze.
Gas bleibt dennoch eine besonders starke Lösung für den Outdoor-Bereich. Gas-Pizzaöfen sind schnell einsatzbereit, leistungsfähig und häufig mit größeren Backflächen erhältlich.
Die eigentliche Entwicklung lautet deshalb nicht: Elektro verdrängt Gas.
Sondern: Der Pizzaofen-Markt teilt sich stärker nach Einsatzort und Nutzungsverhalten auf.
Elektro gewinnt in Küche, Stadt und Ganzjahresnutzung. Gas bleibt auf Terrasse, Balkon und in der Outdoorküche besonders stark.
Käufer achten stärker auf Komfort
Die hohe Temperatur war in der ersten Phase des Pizzaofen-Booms das wichtigste Verkaufsargument. Heute vergleichen Kunden wesentlich genauer.
Neben dem Preis spielen zunehmend folgende Fragen eine Rolle:
- Muss die Pizza von Hand gedreht werden?
- Wie groß ist die tatsächlich nutzbare Backfläche?
- Wird die Temperatur des Steins angezeigt?
- Wie schnell ist der Ofen für die nächste Pizza bereit?
- Benötigt das Gerät zwingend eine Steckdose?
- Wie einfach lässt sich der Ofen reinigen?
- Kann neben Pizza auch Brot, Calzone oder Flammkuchen gebacken werden?
Aus einem emotionalen Trendprodukt wird damit zunehmend ein regelmäßig genutztes Kochgerät.
Genau das erklärt auch das starke Wachstum bei Grillfürst: Die Kategorie gewinnt nicht nur neue Käufer. Viele Kunden entscheiden sich inzwischen bewusst für besser ausgestattete Geräte, die einfacher zu bedienen und vielseitiger einsetzbar sind.
Aktuelles Beispiel: Outdoorchef Prismo 420 G
Der Outdoorchef Prismo 420 G zeigt sehr anschaulich, in welche Richtung sich moderne Gas-Pizzaöfen entwickeln.
Der Ofen besitzt einen automatisch rotierenden Pizzastein mit 42 Zentimetern Durchmesser. Ein Stabbrenner erzeugt die Oberhitze im Garraum, während ein zusätzlicher Booster-Brenner unterhalb des Steins für schnelles Wiederaufheizen sorgt.
Das digitale Display zeigt zwei Temperaturen getrennt voneinander an:
- die Temperatur des Pizzasteins,
- die Temperatur im Garraum.
Motor und Display lassen sich per Netzanschluss oder Powerbank betreiben. Beim aktuellen Grillfürst-Angebot ist die Powerbank bereits enthalten. Der Pizzaofen erreicht laut Hersteller bis zu etwa 450 Grad und benötigt ungefähr 15 bis 20 Minuten zum Aufheizen.
Das Entscheidende ist jedoch nicht die Zahl von 450 Grad. Der praktische Mehrwert entsteht durch das Zusammenspiel aus Drehteller, separater Temperaturkontrolle, Oberhitze und Booster-Brenner unter dem Stein.

Muss ein guter Pizzaofen teuer sein?
Ein höherer Preis kann größere Backflächen, bessere Materialien, leistungsfähigere Brenner und mehr Bedienkomfort bedeuten. Er garantiert aber nicht automatisch die bessere Pizza.
Auch günstigere Geräte können starke Ergebnisse liefern, wenn Temperatur, Backfläche und Hitzeverteilung zum jeweiligen Einsatzzweck passen. Der aktuelle F.A.Z.-Test zeigt ebenfalls, dass es überzeugende Geräte in unterschiedlichen Preisklassen gibt.
Der beste Pizzaofen ist daher nicht zwangsläufig der teuerste oder heißeste.
Er ist der Ofen, der zu den eigenen Gewohnheiten passt:
| Nutzung | Besonders sinnvoll |
gelegentlich zwei Pizzen | kompaktes Gas- oder Elektrogerät |
Familie und Gäste | größere Backfläche und schnelle Wiederaufheizung |
möglichst einfache Bedienung | rotierender Stein und Temperaturanzeige |
Küche und Ganzjahresnutzung | dafür freigegebener Elektro-Pizzaofen |
Terrasse und Outdoorküche | leistungsfähiger Gas-Pizzaofen |
traditionelles Feuererlebnis | Holz- oder Multi-Fuel-Pizzaofen |
Grillfürst-Fazit: 500 Grad sind nur noch die Eintrittskarte
Die aktuellen Grillfürst-Verkaufsdaten bestätigen den anhaltenden Pizzaofen-Boom: Der Stückabsatz liegt 2026 bislang fast 40 Prozent über dem Vorjahresniveau. Auch externe Nachfragedaten zeigen, dass sich die Produktgruppe innerhalb weniger Jahre vom Nischenprodukt zum festen Bestandteil des Outdoor-Cooking entwickelt hat.
Doch die Kaufentscheidung verändert sich.
Hohe Temperaturen bleiben wichtig, reichen als Qualitätsmerkmal aber nicht mehr aus. Entscheidend werden:
- gleichmäßige Hitzeverteilung,
- kontrollierbare Steintemperatur,
- schnelle Erholung zwischen mehreren Pizzen,
- rotierende Pizzasteine,
- passende Backfläche,
- einfache Bedienung.
500 Grad sind heute nicht mehr das Ziel. Sie sind höchstens die Eintrittskarte. Entscheidend ist, was ein Pizzaofen aus dieser Hitze macht.
FAQ zum Pizzaofen-Trend 2026
Muss ein guter Pizzaofen 500 Grad erreichen?
Nein. Hohe Temperaturen sind insbesondere für neapolitanische Pizza hilfreich. Mindestens genauso wichtig sind Steintemperatur, Oberhitze und gleichmäßige Wärmeverteilung.
Lohnt sich ein rotierender Pizzastein?
Ein rotierender Stein erleichtert das gleichmäßige Backen und reduziert das manuelle Drehen. Besonders Einsteiger und Nutzer, die mehrere Pizzen hintereinander backen, profitieren davon.
Ist Gas oder Elektro besser?
Gas eignet sich besonders gut für Terrasse, Garten und größere Pizzaabende. Elektro bietet eine einfache Bedienung und kann bei entsprechender Herstellerfreigabe auch im Innenbereich genutzt werden.
Wie viel kostet ein guter Pizzaofen?
Solide Einsteigermodelle sind bereits im unteren dreistelligen Preisbereich erhältlich. Besser ausgestattete Geräte mit Drehteller, Temperaturanzeigen oder größeren Backflächen liegen meist darüber.


