Der Grillmarkt verändert sich – und zwar deutlich. In seinem am 4. August 2026 veröffentlichten Beitrag „Grillsommer 2026: mehr Strom, mehr Brenner, mehr Plancha“ wertet Galaxus die eigenen Grillverkäufe aus und vergleicht sie mit der Entwicklung der vergangenen zehn Jahre.
Nach Angaben von Galaxus entfielen vor zehn Jahren noch mehr als 50 Prozent der verkauften Grills auf Holzkohlemodelle. 2026 liegt ihr Anteil nur noch bei rund 30 Prozent. Elektrogrills steigerten sich im gleichen Zeitraum von sieben auf 25 Prozent und haben ihren Anteil damit beinahe vervierfacht. Gasgrills bleiben mit 45 Prozent die größte Kategorie.
Bis Ende Juli 2026 verkaufte Galaxus außerdem acht Prozent mehr Grills als im bereits starken Vorjahreszeitraum. Auch innerhalb der einzelnen Kategorien verändern sich die Wünsche: Bei Gasgrills werden größere Modelle wichtiger. Geräte mit mindestens drei Brennern machen bei Galaxus inzwischen rund zwei Drittel der Verkäufe aus. Gleichzeitig habe sich die Nachfrage nach Planchas beziehungsweise entsprechenden Grillplatten seit 2024 nahezu verdoppelt.
Vor allem ein Blick auf den Schweizer Markt
Die Zahlen sind interessant, dürfen aber nicht direkt auf den gesamten deutschen Grillmarkt übertragen werden. Galaxus ist zwar inzwischen in mehreren europäischen Ländern aktiv und veröffentlicht den Beitrag auch auf seiner deutschen Plattform. Der weitaus größte Teil des Galaxus-Geschäfts entfällt jedoch weiterhin auf den Schweizer Heimmarkt. Die EU-Länder kamen 2025 gemeinsam auf einen Plattformumsatz von 418 Millionen Euro, während der gesamte Plattformumsatz des Unternehmens bei rund 3,8 Milliarden Schweizer Franken lag.
Es geht damit im Wesentlichen um den Schweizer Markt – genauer gesagt um die stark schweizerisch geprägte Absatzperspektive eines einzelnen Onlinehändlers. Galaxus weist in dem Beitrag nicht aus, welcher Anteil der Grillverkäufe genau aus der Schweiz, Deutschland oder den übrigen europäischen Märkten stammt.
Hinzu kommt die individuelle Sortiments- und Kategorielogik von Galaxus. Entscheidend ist beispielsweise, welche Geräte dort als Elektrogrill geführt werden. Kompakte Tischgrills, leistungsstarke Elektrogrillstationen oder andere elektrisch betriebene Grillgeräte können innerhalb einer gemeinsamen Kategorie erfasst sein.
Ähnliches gilt für den Plancha-Trend. Je nachdem, ob nur komplette Plancha-Grills oder auch separat verkaufte Grillplatten und Zubehörprodukte berücksichtigt werden, fällt die ausgewiesene Entwicklung unterschiedlich stark aus. Die Zahlen zeigen deshalb eine klare Richtung, aber keine allgemeingültigen Marktanteile.
Grillfürst sieht die gleiche Grundrichtung
Trotz der unterschiedlichen Märkte und Auswertungsmethoden bestätigt die Galaxus-Analyse den von Grillfürst beobachteten Trend. Im Grillfürst Marktreport für das erste Quartal 2026 stieg der Gasgrill-Anteil innerhalb des gemeinsamen Umsatzvolumens von Gas- und Holzkohlegrills von 91,41 auf 93,88 Prozent. Der Anteil der Holzkohlegrills sank entsprechend von 8,59 auf 6,12 Prozent. Auch Plancha-Grillgeräte konnten ihren Umsatzanteil steigern.
Ein direkter Vergleich der Prozentwerte wäre dennoch nicht sinnvoll. Galaxus betrachtet vor allem verkaufte Geräte beziehungsweise deren Anteile, während Grillfürst in seinem Marktreport das Netto-Umsatzvolumen auswertet. Ein hochwertiger Gasgrill besitzt im Umsatz naturgemäß ein größeres Gewicht als ein kleiner Elektro- oder Holzkohlegrill.
Auch der deutsche Branchenbericht des IFH Köln bestätigt die grundsätzliche Verschiebung: Gasgrills haben seit 2015 deutlich an Bedeutung gewonnen, während Holzkohlegrills langfristig stark rückläufig sind. Bei Elektrogrills sieht das IFH für den deutschen Gesamtmarkt allerdings nur moderate Zuwächse. Genau dieser Unterschied zeigt, wie stark Markt, Sortiment, Vertriebsweg und Kategorisierung das Ergebnis einer Auswertung beeinflussen.
Grillfürst-Geschäftsführer Joachim Weber ordnet die Entwicklung so ein:
„Die Galaxus-Zahlen sind keine allgemeingültige Marktquote, aber ein weiteres deutliches Signal. Grillen wird vielfältiger, komfortabler und technisch anspruchsvoller. Holzkohle bleibt ein emotional wichtiges Segment – der selbstverständliche Standard ist sie aber längst nicht mehr.“
Unterm Strich zeigen die Zahlen keinen Abschied vom Grillen, sondern einen Wandel der Geräte: weniger Festlegung auf eine einzige Technologie, mehr Auswahl und mehr Komfort.
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