Gasgrill oder Elektrogrill: die Unterschiede in einer Tabelle

Am Rost erreichen beide Bauarten über 300 °C, das zeigen die Herstellerdaten. Der Unterschied steckt in der Leistung und im Anschluss, und damit in der Frage, wo du überhaupt grillen darfst.
| Kriterium | Gasgrill | Elektrogrill |
Temperatur am Rost | 310 bis 342 °C bei Kompaktgrills (Napoleon TravelQ 240: 310 °C, Grillfürst G201E: 342 °C) | 300 °C bei 2,0 bis 2,8 kW (Outdoorchef Chelsea 420E, Rösle Videro E2-P), 350 °C beim Cozze E-500, 400 °C nur mit Starkstrom (Napoleon Rogue EQ 365) |
Aufheizzeit | etwa 10 Minuten bei geschlossenem Deckel, heizt nach dem Öffnen schnell nach | 10 bis 15 Minuten, nach dem Öffnen dauert es spürbar länger |
Röstaromen und Branding | Gussrost über der Flamme, kräftiges Branding | mit Gussrost und voller Vorheizzeit gut, die Kruste bleibt etwas dünner |
Rauch und Geruch | Fett tropft in die Flamme: Flammen und Grillgeruch | Fett tropft auf die Reflektorschale: kaum Rauch, kein Abgas |
Balkon und Mietwohnung | nur wenn Mietvertrag und Hausordnung offenes Feuer zulassen | fast überall zulässig, solange Grillen nicht generell verboten ist |
Anschluss und Lagerung | 5- oder 11-kg-Flasche, aufrecht, nie unter Erdgleiche (kein Keller) | Schuko-Steckdose mit 16 A, draußen nur mit Outdoor-Verlängerung (IP44) |
Betriebskosten | ca. 0,80 bis 1,10 € pro Stunde bei Vollgas | ca. 0,77 € pro Stunde bei 2,2 kW |
Wetter und Winter | Propan arbeitet bis etwa minus 40 °C, Butan fällt unter 0 °C aus | läuft bei jeder Temperatur, braucht bei Frost und Wind länger |
Platz und Gewicht | Kompaktgrill 11 bis 16 kg plus Flasche, Grillwagen ab 45 kg | Tischgrill 11 bis 20 kg, kein Platz für eine Flasche nötig |
Reinigung | Rost, Flammenabdeckungen, Fettwanne | Rost und Fettschale, der Heizstab bleibt im Gerät |
Anschaffung (UVP) | Kompaktgrill ab 199,00 € (Napoleon TravelQ 240), zwei Brenner ab 269,00 € (Grillfürst G201E), Grillwagen ab 799,00 € (Grillfürst G310E) | Tischgrill ab 199,00 € (Enders eUrban 2), Standgrill ab 289,00 € (Outdoorchef Chelsea 420E), Spitze 1.999,00 € (Napoleon Rogue EQ 365) |
Alle Preise sind Hersteller-UVP, Stand September 2026. Annahmen für die Betriebskosten: Strompreis 0,35 €/kWh, also 2,2 kWh × 0,35 € = 0,77 €; Propanfüllung 25,00 bis 35,00 € je 11 kg bei 0,3 bis 0,4 kg Verbrauch pro Stunde, also 0,80 bis 1,10 €.
Die Stunde kostet mit Gasgrill und Elektrogrill also fast gleich viel. Die Entscheidung fällt über Anschluss und Standort.
Warum die Flamme selbst keinen Geschmack liefert und Röstaromen allein an der Hitze am Rost hängen, kannst du im Ratgeber Gas oder Holzkohle nachlesen.
Balkon und Mietwohnung: Elektrogrill, wenn die Steckdose reicht
Auf dem Balkon zählt zuerst der Mietvertrag. Schließt die Hausordnung offenes Feuer aus, bleibt nur Strom, und in den meisten Häusern ist der Elektrogrill ohnehin die Wahl ohne Ärger mit den Nachbarn: kaum Rauch, kein Flaschenwechsel im Treppenhaus. Der Napoleon TravelQ PRO285E heizt mit 2.200 Watt einen Gussrost von 54 × 37 cm, hat Deckel und Thermometer und wiegt 18 kg; UVP 299,00 €.
Der dritte Weg: Erlaubt die Hausordnung Gasgrills, passt auch ein Gas-Kompaktgrill mit zwei Brennern auf den Balkon. Er bringt 4,4 kW, doppelt so viel wie der Elektrogrill, wiegt um 11 kg und kommt am Rost über 340 °C. Die Flasche steht aufrecht neben dem Grill, schattig und nie im Keller: Propan ist schwerer als Luft und sammelt sich unten.
Welche Gas- und Elektrogrills mit ihren Maßen und Gewichten wirklich auf einen schmalen Balkon passen, zeigt der Balkongrill Vergleich 2026.
Garten und Terrasse: Gasgrill, wenn Hitze und Fläche zählen
Im Garten fällt das Steckdosen-Argument weg, und der Gasgrill spielt seine Leistung aus. Der Grillfürst G310E heizt mit drei Brennern und 10,5 kW einen Rost von 60 × 41,5 cm auf 315 °C, hält daneben eine indirekte Zone und hat einen Seitenbrenner für die Pfanne; UVP 799,00 €. Ein Elektrogrill schafft zwei Zonen nur mit zwei getrennten Heizelementen, und mehr als 3 kW gibt die Steckdose nicht her.
Camping und Wohnmobil: Gas läuft ohne Stromsäule
Auf dem Campingplatz ist die Stromsäule oft nur mit 6 bis 10 Ampere abgesichert, das sind 1.400 bis 2.300 Watt für den ganzen Stellplatz. Ein 2,2-kW-Elektrogrill wirft die Sicherung, sobald der Kühlschrank anläuft; Strom lohnt sich erst an einer 16-A-Säule. Gas ist hier die verlässliche Wahl: Der Grillfürst G201E wiegt 11 kg, läuft mit 4,4 kW an einer eigenen 5-kg-Flasche mit 50-mbar-Regler und erreicht 342 °C am Rost; UVP 269,00 €. An der 30-mbar-Anlage des Wohnmobils bringt er weniger Leistung.

Familie ab fünf Personen: die Leistung pro Fläche entscheidet
Fläche haben auch große Elektrogrills, der Cozze E-500 bietet 54 × 41 cm. Der Engpass ist die Leistung: 2,1 kW auf gut 2.200 cm² sind knapp 1 Watt pro cm². Zehn kalte Steaks auf einmal drücken die Rosttemperatur nach unten, und es dauert Minuten, bis sie zurück ist. Der Grillfürst G410G bringt mit vier Brennern 14 kW auf 73,5 × 41,6 cm, also gut 4,5 Watt pro cm², und hält die Hitze auch unter voller Ladung; UVP 849,00 €.
Gasgrill oder Elektrogrill im Winter
Im Winter entscheidet der Flascheninhalt. Graue Flaschen enthalten Propan, das bis etwa minus 40 °C verdampft; Kartuschen mit Butan werden schon unter 0 °C schwach. Ein Gasgrill mit doppelwandigem Deckel kommt so auch bei Frost auf Temperatur, braucht aber ein paar Minuten länger. Der Elektrogrill läuft bei jeder Außentemperatur, verliert mit 2,2 kW gegen den Wind aber spürbar Hitze: Ein dichter Deckel und ein windgeschützter Platz sind Pflicht, Kabel und Steckdose müssen für außen zugelassen sein (IP44).
Welche Geräte mit Deckel auch bei kühlem Wetter auf 300 °C kommen, steht in unserem Elektrogrill-Test 2026.
Häufige Fragen
Ist ein Elektrogrill auf dem Balkon erlaubt?
In den meisten Mietwohnungen ja, weil er ohne offene Flamme und fast ohne Rauch arbeitet. Verbietet der Mietvertrag Grillen pauschal, gilt das aber auch für Strom.
Darf man einen Gasgrill auf dem Balkon benutzen?
Ja, wenn Mietvertrag und Hausordnung offenes Feuer nicht ausschließen. Die Flasche steht aufrecht und schattig neben dem Grill, nie im Keller oder in einem Raum unter Erdgleiche.
Wie heiß wird ein Elektrogrill?
Gängige Modelle mit 2,0 bis 2,8 kW erreichen laut Hersteller 300 °C am Rost, der Cozze E-500 mit 2,1 kW sogar 350 °C. Auf 400 °C kommt nur der Napoleon Rogue EQ 365 mit 5,4 kW an einer Starkstromdose.
Was kostet eine Stunde Grillen mit Strom oder mit Gas?
Ein 2,2-kW-Elektrogrill verbraucht 2,2 kWh, bei 0,35 €/kWh sind das 0,77 €. Ein 2-Brenner-Gasgrill braucht auf Vollgas rund 0,35 kg Propan, bei 25,00 bis 35,00 € je 11-kg-Füllung also 0,80 bis 1,10 €.
Schmeckt Fleisch vom Elektrogrill anders als vom Gasgrill?
Bei gleicher Rosttemperatur kaum, Röstaromen entstehen durch die Hitze am Rost. Der Gasgrill kommt nach dem Auflegen schneller zurück auf Temperatur, deshalb wird die Kruste bei mehreren Steaks hintereinander kräftiger.
Kann man mit einem Elektrogrill indirekt grillen?
Ja, mit Deckel und zwei getrennt regelbaren Heizelementen: Eines bleibt aus, das Grillgut liegt auf der kalten Seite. Mit einem einzelnen Heizstab klappt es nur eingeschränkt über eine Grillschale und kleine Stufe.
Reichen 2.000 Watt beim Elektrogrill für Steaks?
Ja, wenn der Grill einen Deckel hat und 15 Minuten vorheizt, dann liegen rund 300 °C am Gussrost an. Ohne Deckel verpufft die Hitze, das Steak wird grau und bekommt keine Kruste.
Raucht ein Elektrogrill?
Wenig, das Fett tropft auf eine Reflektorschale und trifft keine Flamme. Zuckrige Marinaden qualmen trotzdem, sobald sie den heißen Heizstab erreichen.
Reicht ein Elektrogrill für zwei Personen?
Ja, ein Tischgrill mit 2,2 kW und 48 × 31 cm Rost wie der Enders eUrban 2 hat Platz für vier Steaks und eine Reihe Gemüse. Ein Gasgrill lohnt sich zu zweit erst, wenn du regelmäßig über 300 °C willst oder keine Steckdose in Reichweite hast.
Gasgrill oder Elektrogrill im Winter, was funktioniert besser?
Beide, Gas aber nur mit Propan: Graue Flaschen verdampfen bis etwa minus 40 °C, Butan-Kartuschen versagen unter 0 °C. Der Elektrogrill braucht bei Frost einen dichten Deckel und Windschutz, sonst frisst der Wind einen Teil seiner 2,2 kW.


