Woran erkenne ich gute Holzkohle? Darauf solltest du beim kauf achten!

Über 95 Prozent der Deutschen grillen gerne. Dabei liegt Grillen mit Holzkohle trotz immer mehr Gasgrillern nach wie vor im Trend. So ist es kein Wunder, dass alleine in Deutschland rund 250.000 Tonnen Grillkohle im Feuer landen. Doch viele stehen beim Einkauf von Holzkohle ratlos vor dem schier unübersichtlichen Angebot: unterschiedliche Hersteller, verschiedene Preise und letztendlich noch die Frage, stammt die Holzkohle aus Tropenholz oder einheimischen Hölzern?

Mit unserer Empfehlung wollen wir etwas Licht ins Dunkel bringen. Wir beantworten dir oft gestellte Fragen: Woran erkenne ich gute Holzkohle und auf was muss ich beim Einkauf von Holzkohle achten? Darüber hinaus erfährst du, warum Holzkohle aus Buchenholz so beliebt ist und wir erklären den Unterschied zwischen Holzkohle und Grillbriketts.

Holzkohle Herstellung durch Pyrolyse

Die Herstellung von Holzkohle war bis ins 19. Jahrhundert hinein ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Köhler schlugen im Winter das Holz, stapelten es zum Trocknen auf, im Sommer wurde das Holz verkohlt. Früher lebten und arbeiteten sie die meiste Zeit des Jahres im Wald und gehörten oft zur armen Bevölkerungsschicht. Zu Beginn der Eisenzeit erlebte die Köhlerei ihre erste Blüte. Durch Holzkohle wurden Hitzegrade erreicht, die das Schmelzen von Eisenerz zu Eisen erst ermöglichten.

Was ist Pyrolyse?

Vielleicht hast du im Zusammenhang von Holzkohle schon von Pyrolyse gehört. Holz wird dann zu Kohle, wenn es ohne Sauerstoff zu bekommen hohen Temperaturen ausgesetzt ist. So verbrennt es nicht, sondern es werden Wasser, Gase und organische Stoffe aus dem Holz gelöst. Zurück bleibt dann der reine Kohlenstoff. So zumindest gelingt es in der Theorie.

In der Praxis läuft die Pyrolyse nicht ganz so perfekt ab: Die fertige Holzkohle besteht je nach Holzart und Verfahren zu 50 bis 90 Prozent aus Kohlenstoff. Die restlichen Prozent sorgen dafür, dass die Grillkohle beim Anzünden leicht raucht – hier erkennst du schon gute Qualität – und nach dem Grillen Asche zurückbleibt.

Daher: Je reiner die Holzkohle (je höher der Prozentsatz an Kohlenstoff) umso weniger Rauch und Asche.

Holzkohle mit einem Meiler herstellen

Der Holzkohlemeiler dient der Herstellung von hochwertiger Holzkohle.
Die Herstellung der Holzkohle mit einem Meiler

Um in einem Kohlenmeiler aus Holz Holzkohle zu machen, muss der Köhler den Meiler in genau festgelegten Schritten aufbauen. Ist er fertig, wird er angezündet. Dabei darf der Köhler den Meiler nicht aus den Augen lassen, da die exakte Sauerstoffzufuhr kontrolliert und ggf. reguliert werden muss.

Wie lange es dauert, bis die begehrte Holzkohle entsteht, richtet sich nach dem Meiler und dem Wetter. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wie weit der Verkohlungsprozess fortgeschritten ist, erkennt ein Köhler an der Farbe und dem Geruch des Rauches.

Wie die Holzverkohlung funktioniert

Mit dem Anzünden des Meilers und dem kontrollierten Abschwelen des Holzes hat der Köhler alle Hände voll zu tun. Schließlich muss der Verkohlungsprozess rund um die Uhr kontrolliert werden. Der Meiler darf weder erlöschen noch darf er durch zu viel Luftzufuhr abbrennen. Dazu werden Löcher an der Oberfläche gebohrt und verschlossen. Entscheidend ist, dass nur so viel Sauerstoff auf das glühende Holz einwirkt, wie es für den Verkohlungsprozess notwendig ist. So bleibt bis zu 90 Prozent Kohlenstoff in der im Meiler gewonnenen Holzkohle erhalten.

Tipp:

Wer das Abbrennen eines Kohlenmeilers einmal live anschauen möchte, kann das auch heute noch tun. Das Köhlerhandwerk wurde in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen und es gibt in Deutschland einige Regionen, in denen Vereine das traditionelle Handwerk lebendig halten.

Merke: Je höher der Anteil an Kohlenstoff, umso weniger Rauch, umso weniger Asche produziert die Holzkohle. Auf min. 75% Kohlenstoffgehalt achten.

Woran erkenne ich gute Holzkohle?

Wie Holzkohle aussieht weiß jeder. Doch sind die schwarzen Stücke nun von guter oder schlechter Holzqualität? Ist teure Holzkohle automatisch besser? Um gute Holzkohle zu erkennen, gibt es verschiedene Methoden. Sicherlich kannst du einfach einen Sack kaufen, die Kohle anzünden und testen. Doch das ist nicht unbedingt sinnvoll, denn hierbei hast du entweder Glück oder Pech. Hast du schlechte Qualität gekauft, ärgerst du dich nur. Viel einfacher ist die folgende Methode.

Die Größe der Stücke

Eine gute Holzkohle soll nicht nur lange Brennen, sondern auch raucharm und geruchsfrei verbrennen. Hochwertige Holzkohle erkennst du daran, dass sie feinporig ist und möglichst aus vielen gleich großen Stücken besteht. Herkömmliche Holzkohle besteht aus normalerweise kleineren Stücken, wohingegen sogenannte Steakhouse-Kohle aus Stücken von ca. 5 cm besteht. Dadurch ergibt sich nicht nur eine längere Brenndauer, sondern auch eine hohe Verbrennungstemperatur.

Auf den Klang kommt es an

Die einfachste Methode ist die Klangmethode. Schlägst du Holzkohle gegen einen harten Gegenstand, zerbricht sie in viele kleine Stücke. Hörst du dabei einen hellen gläsernen Klang, kannst du dir sicher sein, dass es sich um gute Holzkohle handelt. Diese ist weitestgehend frei von Säuren und Teer – das ist gut für deine Gesundheit und für die Umwelt. Doch wie machst du das beim Händler?

Nimm den Sack hoch und schüttele leicht den Unterboden in der Hand. Hast du das Gefühl, dass sich dort Stücke befinden, ist das schon mal positiv. Bei Grillkohle von schlechter Qualität befinden sich am Boden oft Staub und Kohlekrümel. Dann schüttelst du die Holzkohle im Sack neben deinem Ohr, sodass die Stückchen leicht aneinander reiben. Gibt es dabei einen hellen, metallenen Klang, handelt es sich um gute Holzkohle, mit der du gleichmäßige Wärme erzielst.

Gute Holzkohle an der Farbe erkennen

Gute Holzkohle erkennst du auch an der Farbe. Wenn du Glück bei deinem Händler hast, steht dort ein offener Sack und du kannst reinschauen. Sind die Stücke schwarz und glänzend, möglichst mit blaustichigen Flächen, dann greife zu und kaufe gleich ein paar mehr Säcke. Denn genau so muss Qualitäts-Grillkohle aussehen. Ist sie hingegen leicht bräunlich oder mattschwarz, dann ist die Qualität weniger gut.

Gute Holzkohle hat leichte bläulich schimmernde Flächen.
Gute Holzkohle besteht aus großen Stücken und besitzt einen leichten Blauschimmer.

Merke: Gute Holzkohle ist feinporig und besteht aus vielen gleich großen Stücken. Beim Aneinanderschlagen der Kohlenstücke entsteht ein heller klang. Optisch ist gute Holzkohle schwarz, glänzend mit blaustichigen Flächen.

Welche Holzarten werden für Grillkohle verwendet?

Gute Grillkohle besteht aus hartem Laubholz ohne weitere Zusätze. Häufig wird Buchen- oder Eichenholz verwendet. Mit ihrem festen Holz hat die Buche einen hohen Heizwert und lässt sich auch recht gut zu Grillkohle verarbeiten. Oft werden auch weitere verschiedene Harthölzer wie Esche und Birke mit hinzugemischt.

Kaufst du reine Buchen Grill-Holzkohle, erhältst du beim Grillen eine hohe, gleichmäßige Hitze und profitierst von lang anhaltender Glut. Zudem ist die Holzkohle aus Buche in der Regel sehr raucharm und auch deshalb äußerst beliebt.

Grillkohle aus der Retorte

Retorte hat für viele einen eher negativen Beiklang. Bei Retortenkohle kannst du allerdings unbesorgt zugreifen, denn hier bist du sicher, dass du immer die gleiche Qualität erhältst. Das ist besonders für Grillfreunde interessant, die gerne und viel grillen und dabei Wert auf immer gleich gute Kohle legen.

Doch was ist Retortenkohle?

Darunter versteht man Kohlen, die in sogenannten Retorten, also in großen, abgeschlossenen Metallkesseln hergestellt werden. Ein umweltschonender Nebeneffekt bei Retortenkohle: Alle bei der Produktion entstehenden Nebenprodukte (Teer, Holzessig, Gase) werden aufgefangen und genutzt.

Tropenholz: Worauf man beim Kauf von Grillkohle achten sollte

Tropenholz in Grillkohle ist nicht verboten. Der Hersteller muss das allerdings korrekt auszeichnen und es dürfen keine geschützten Arten verwendet werden. Als Käufer musst du dich darauf verlassen, was auf dem Sack mit der Grillkohle steht. Experten können das Holz von Grillkohle allerdings bestimmen. Dazu wird die Kohle gebrochen und die Bruchkante unter ein spezielles Mikroskop gelegt. So sind die Zellstrukturen zu sehen und die Wissenschaftler erkennen an der Anordnung der Poren und der Speicherzellen, ob es sich um heimisches oder tropisches Holz handelt.

Holzkohle aus Tropenholz: Resthölzer und Abschnitte

Sicher hast du auch schon gehört bzw. gelesen, dass man Grillkohle aus Tropenholz keinesfalls kaufen dürfe. Das kann man so pauschal nicht sagen. Es gibt beispielsweise Grillholzkohle aus Namibia, die aus ökologischen Entbuschungsprojekten im Land stammt. Zudem werden in vielen tropischen Regionen Durchforstungsholz oder auch Resthölzer und Abschnitte aus der Sägeindustrie bzw. von holzverarbeitenden Werken zur Herstellung von Holzkohle genutzt. So wird für die Kohle kein Baum gefällt, sondern Nebenprodukte sinnvoll verwertet.

Auf Zertifizierung achten

Damit du dir beim Kauf von Holzkohle sicher sein kannst, achte auf die Kennzeichnung und die Zertifizierung. Ein Siegel des Forest Steward­ship Council (FSC) bedeutet, dass die Kohle aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt. Holzkohle mit dem DIN-Prüfzeichen (DIN EN 1860-2) gewährleistet, dass die Kohle kein Koks, Erdöl oder Kunststoffe enthält. Willst du mit einem guten Gefühl Holzkohle kaufen, dann achte auch darauf, welche Holzsorte auf der Verpackung steht.

Ein Beispiel für gute Holzkohle ist z. B. Quebracho Blanco, was übersetzt so viel heißt wie „Das, was die Axt bricht.“. Das extrem harte und energiereiche Holz ergibt eine sehr heiße und lang brennende Holzkohle, an der du deine Freude hast. Weder raucht es, noch sprühen Funken. Du kannst die Quebracho Blanco Holzkohle bei uns im Shop bestellen.

Brennstoffalternativen zu Holzkohlebriketts

Wer statt Holzkohle oder Grillbriketts einfach mal etwas Neues probieren möchte, findet mittlerweile interessante Alternativen. So gibt es ökologische Briketts aus Oliventrester oder auch Grillkohle aus Bambus. Empfehlenswert sind Kokosbriketts, vor allem dann, wenn du Pulled Pork, Ribs oder Beef Brisket zubereitest. Die Briketts werden aus der harten Kokosnussschale hergestellt und halten richtig lange durch.

Grillfürst Kokosbriketts aus Kokosnussschalen.
Die Grillfürst Kokosbriketts

Das liegt daran, dass in der Kokosnussschale erheblich mehr Energie als in Buchen- oder Eichenholz steckt. Und mehr Energie beim Grillen heißt: mehr Hitze und längere Brenndauer. Zudem sind die Schalen ein natürliches Nebenprodukt der Kokosölindustrie, sodass kein Baum für diese Kohle gefällt werden muss.

In unserem Shop findest du eine große Auswahl an Naturholzkohle aus Bambus und Cocosnuss-Schalen.

Welche Brenneigenschaften hat gute Grillholzkohle?

Hier kommt es entscheidend darauf an, wofür du die Holzgrillkohle brauchst. Kohle aus Hartholz glüht länger und heißer als Holzkohle aus Weichholz. Dafür lässt sich die Weichholzkohle leichter anzünden. Brauchst du also schnell Glut, ist Holzkohle aus weichem Holz prima geeignet.

Ist die Holzkohle schwer anzubekommen, kann das verschiedene Gründe haben. Ist sie feucht, lässt sie sich schlechter anzünden.

Für schnelle Glut eignet sich Holzkohle aus Weichholz.
Holzkohle aus Hartholz glüht länger und heißer als Holzkohle aus Weichholz

Hat die Grillholzkohle aber einen höheren Heizwert, dauert es auch länger beim Anzünden, dafür wirst du aber mit viel Hitze und einer längeren Brenndauer entschädigt.

Stinken oder qualmen sollte deine Holzkohle auf keinen Fall, dann liegt es an der unzureichenden Verkohlung. Das kann bei Billigkohle passiert, also setze das nächste Mal lieber auf Qualitäts-Holzkohle.

Merke:

VorteileNachteile
Holzkohle aus Hartholz (Laubbäume)glüht länger und heißerlängere Anzünddauer
Holzkohle aus Weichholz (Nadelhölzer)lässt sich leicht anzündenkürzere Brenndauer, niedrigere Verbrennungstemperatur

Was ist der Unterschied zwischen Holzkohle und Holzkohle – Grillbriketts?

Kohle oder Briketts? Was ist besser zum Grillen? Grillkohle hat eine kurze Anglühphase, Briketts halten länger durch. Fürs kurze Grillen greifst du daher besser zur Holzkohle, für längere Grillabende eignen sich Grillbriketts.

Briketts:

Die Brenndauer von Grillbriketts ist im vergleich zu Holzkohle deutlich länger.
Grillbriketts punkten mit einer langen Brenndauer.

Holzkohle – Briketts entstehen aus Kohlestaub, der i.d.R. mit Stärke gemischt und gepresst wird. Grillbriketts sind durch ihre Herstellung daher gleich groß und schwer und brennen gleichmäßig ab. Zudem brennen sie länger als die klassische Holzkohle (über 4 Stunden), besitzen allerdings eine niedrigere Brenntemperatur als Holzkohle (Holzkohle ca. 1000°C, Briketts ca. 800°C).

Qualitätsunterschiede ergeben sich hier durch die Dichte der gepressten Kohlen. Je höher der Pressdruck umso höher die Dichte, was wiederum eine längere Brenndauer bedeutet. Der Hersteller Greek Fire bietet spezielle Holzkohle-Briketts, welche völlig ohne Bindemittel auskommen und noch dazu durch ihre röhrenartige Form hervorragende effiziente Brennwerte erzielen.

Eine sehr gute und besonders nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Grillbriketts aus Holzkohle sind Briketts aus Kokosnussschalen. Sie punkten neben dem ökologischem Aspekt über eine nahezu raucharme und fast rückstandslose Verbrennung.

Grillbriketts eignen sich perfekt für Long Jobs wie Pulled Pork, Ribs und Brisket und natürlich für den Einsatz mit dem Dutch Oven. Sie besitzen eine lange Brenndauer und eine Verbrennungstemperatur von ca. 800°C.

Holzkohle:

Große Stücke Holzkohle haben eine lange Glühzeit. Es handelt sich meist um Restaurant Kohle.
Große Stücke Holzkohle: die Restaurant Grillkohle

Sie entwickelt deutlich mehr Hitze als Grillbriketts und eignet sich daher optimal für Steaks und alles was eine besonders hohe Grilltemperatur benötigt. Die Verbrennungstemperatur liegt bei ca. 1000°C, wobei hier der Faktor des Kohlenstoffgehalts eine wichtige Rolle spielt.

Der Anzündvorgang bei Holzkohle ist kürze als bei Briketts, wodurch sie natürlich besonders für kurzfristige, schnell geplante Grillvorhaben perfekt geeignet ist.

Wie bewahre ich Grillkohle am besten auf?

Da Grillkohle schnell Feuchtigkeit zieht, sollten angebrochene Säcke nicht im Freien stehen. Ist die Kohle feucht, qualmt sie stärker beim Abbrennen. Besser ist es, die Säcke in einem trockenen Raum zu lagern.

Fazit

Die Zeiten der riesigen Nebelschwarten aus dem Nachbargarten sollten längst vorbei sein, denn gute Holzkohle qualmt und stinkt nicht. Nun kannst du beim nächsten Händler selbst entscheiden, welche Holzkohle gut ist und welche nicht.

Dabei gilt: gut ist nicht immer gleich teuer! In erster Linie gilt hier das verwendete Material und die Größe der Stücke zu überprüfen, um an hochwertige Grillkohle zu kommen.

Gute Holzkohle…

  • klingt gläsern und sieht schwarz glänzend aus
  • besteht aus Weich- oder Hartholz
  • kann aus der Retorte kommen
  • ist Zertifiziert mit Siegel
  • besitzt das Konformitätszeichen DIN-geprüft
  • ist zertifiziert nach der Europäischen Norm DIN EN 1860-2 DINplus
  • hat einen besonders hohen Kohlenstoffgehalt (sorgt für eine hervorragende Brennleistung)

Sieh dich einfach in unserem großen Grillkohle – Zubehörbereich um und entscheide welche Kohle dein Favorit ist.

Grillfürst Männerglut: Holzkohle, Restaurantkohle und Kokosbriketts im Vergleich.
Die Grillfürst Männerglut Holzkohle im Vergleich