Der häufigste Marinaden-Tipp im Netz lautet: Salz erst kurz vor dem Grillen, sonst wird das Fleisch trocken. Der Tipp ist falsch – und er ist der Grund, warum so viel gegrilltes Hähnchen außen würzig und innen fad und faserig ist. Salz ist das Einzige in einer Marinade, das tatsächlich ins Fleisch wandert. Es löst Muskeleiweiß an, das Fleisch hält beim Grillen mehr Wasser. Öl, Kräuter und Knoblauch bleiben in den äußeren zwei, drei Millimetern. Und Zitrone macht ab einer gewissen Dauer die Oberfläche mehlig statt zart.
Das heißt: Die Wahl zwischen den 47 Marinaden-Rezepten da draußen ist gar nicht die wichtige Entscheidung. Wichtig sind vier Zahlen – wie viel Salz, wie viel Säure, wie lange, welcher Cut. Wer die kennt, kann jede Marinade selbst bauen. Genau das bekommst du hier: die Formel, die Marinierzeit-Tabelle für jeden Cut, 10 fertige Marinaden von BBQ bis Tandoori, die Technik am Grill und die Fehler, die uns in den Grillkursen am häufigsten begegnen.
Das Wichtigste in 20 Sekunden: Salz 12 g pro Kilo Hähnchen (1,2 %) – vor dem Marinieren, nicht danach; das macht saftig, nicht das Öl. Säure höchstens 30 ml pro Kilo: Zitrone und Essig maximal 2 Stunden an Brust, Joghurt darf über Nacht. Zeit: Brust 30 Minuten bis 4 Stunden, Schenkel 4–12 Stunden, Flügel 2–8 Stunden, ganzes Hähnchen bis 24 Stunden. Abtupfen vor dem Grillen, Zucker-Marinaden indirekt garen und in den letzten 5 Minuten glasieren. Rohe Marinade nie als Sauce – außer 3 Minuten gekocht. Marinieren und einfrieren geht: Das Fleisch mariniert beim Auftauen weiter.

Die Formel: Was in einer Hähnchen-Marinade wirklich passiert
Eine Marinade besteht aus vier Bausteinen. Drei davon würzen die Oberfläche, einer verändert das Fleisch. Wer weiß, welcher was tut, braucht kein Rezept mehr.
| Baustein | Menge pro 1 kg Hähnchen | Was er tut | Was er nicht tut |
Salz | 12–15 g (2–2,5 TL) | Wandert ins Fleisch, löst Muskeleiweiß an, bindet Wasser: saftiger, gleichmäßig gewürzt | Trocknet nicht aus – der Mythos stammt vom Salzen direkt vor dem Braten |
Säure | max. 30 ml (3 %) | Lockert die Oberfläche, hellt den Geschmack auf | Dringt kaum ein. Zu viel oder zu lang: mehlige, grieselige Oberfläche |
Fett (Öl, Joghurt) | 50–60 ml Öl oder 200–250 g Joghurt | Trägt fettlösliche Aromen (Knoblauch, Paprika, Kräuter) an das Fleisch, verhindert Kleben, schützt die Oberfläche vor dem Austrocknen | Macht das Fleisch selbst nicht saftiger |
Zucker (Honig, brauner Zucker, Sirup) | 15–20 g (1 EL) | Kruste und Farbe durch Karamellisierung, rundet Säure ab | Nichts für direkte Hitze – verbrennt ab etwa 160 °C |
Aroma | frei | Knoblauch, Zwiebel, Kräuter, Gewürze, Rauch, Chili, Senf, Sojasauce | Bleibt an der Oberfläche – deshalb lieber kräftig als zaghaft dosieren |
Zwei Dinge daraus sind entscheidend. Erstens: Salz gehört in die Marinade, und zwar in der richtigen Menge. 1,2 % vom Fleischgewicht ist die Menge, bei der Hähnchen durchgewürzt schmeckt, ohne salzig zu sein – rechne bei Sojasauce oder BBQ-Sauce deren Salz mit ein. Zweitens: Säure ist ein Gewürz, kein Zartmacher. Sie hellt auf und rundet ab; das Zartmachen erledigen Salz und die richtige Kerntemperatur.
Welche Säure für welchen Zweck?
| Säure | Wirkung | Maximale Zeit an Brust | An Schenkel/Flügel |
Joghurt, Buttermilch | Milde Milchsäure, wirkt langsam und gleichmäßig, klassisch für Tandoori und Südstaaten-Küche | 24 Stunden | 24 Stunden |
Zitrone, Limette, Essig | Kräftig, wirkt schnell; ab 2–3 Stunden wird die Oberfläche weiß und mehlig | 2 Stunden | 4–6 Stunden |
Wein, Bier | Mild-sauer, viel Aroma, gut für lange Zeiten | 8 Stunden | 12–24 Stunden |
Ananas, Kiwi, Papaya (frisch) | Enzyme zersetzen Eiweiß aktiv – nach 60 Minuten Brei | 20–30 Minuten | 30–60 Minuten |
Tomate, Ketchup | Schwache Säure, viel Zucker: Glasur-Marinade | 12 Stunden | 24 Stunden |
Merksatz: Joghurt darf über Nacht, Zitrone darf zwei Stunden, Ananas darf eine halbe.
Marinierzeiten: Wie lange Hähnchen marinieren – nach Cut
„Über Nacht ist immer besser“ ist der zweite Mythos. Länger bringt mehr Aroma nur an der Oberfläche – und bei Säure irgendwann Schaden. Die Zeit hängt vom Cut ab, nicht vom Rezept.
| Cut | Optimal | Minimum | Maximum | Warum |
Hähnchenbrust, ganz | 2–4 Stunden | 30 Minuten | 4 Stunden (Joghurt: 12) | Mager, kein Fett als Puffer, Säure greift schnell |
Brust in Streifen/Würfeln (Spieße) | 1–2 Stunden | 20 Minuten | 4 Stunden | Viel Oberfläche, nimmt schnell an |
Oberkeule ohne Knochen (Pollofino) | 4–8 Stunden | 1 Stunde | 12 Stunden | Fett und Bindegewebe puffern, verträgt mehr |
Schenkel mit Knochen und Haut | 8–12 Stunden | 2 Stunden | 24 Stunden | Haut bremst die Marinade – unter die Haut schieben |
Flügel | 4–8 Stunden | 1 Stunde | 12 Stunden | Viel Haut, wenig Fleisch: Salz muss unter die Haut |
Ganzes Hähnchen | 12–24 Stunden | 4 Stunden | 24 Stunden | Am besten aufgeklappt (Spatchcock) oder als Salzlake |

Vakuum- oder Beutel-Methode: Fleisch und Marinade in einen Zip- oder Vakuumbeutel, Luft raus, 30 Sekunden durchmassieren. Du brauchst die halbe Marinadenmenge, jede Stelle hat Kontakt, und der Kühlschrank bleibt sauber. Vakuumiert wird es gleichmäßiger, aber nicht tiefer – die Zeiten bleiben gleich.
Zu wenig Zeit? Dann Salz zuerst: Fleisch mit 12 g Salz pro Kilo einreiben, 20 Minuten liegen lassen, dann erst Öl, Aroma und Säure dazu. Das Salz ist in 20 Minuten unterwegs, der Rest braucht ohnehin nur die Oberfläche.
Das Grundrezept: Allround-Grillmarinade für 1 kg Hähnchen
Eine Marinade für alles – Brust, Schenkel, Flügel, Spieße. Sie hält sich exakt an die Formel: 12 g Salz, 30 ml Säure, 60 ml Öl, 1 EL Honig, kräftig Aroma. Vorbereitung: 10 Minuten · Marinierzeit: 2 Stunden (Brust) bis 12 Stunden (Schenkel) · Reicht für: 1 kg Hähnchen, ca. 4 Portionen. Die Zutaten stehen oben in der Rezeptkarte.

Zubereitung
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1
Marinade anrühren: Salz und Honig im Zitronensaft auflösen, dann Öl und alle Gewürze einrühren. Die Marinade soll dickflüssig sein und am Löffel haften.
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2
Fleisch vorbereiten: Hähnchen trocken tupfen. Bei Schenkeln und Flügeln die Haut mit dem Finger anheben, damit Marinade darunter kommt. Brust an der dicksten Stelle flach drücken oder einschneiden, damit sie gleichmäßig gart.
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3
Marinieren: Fleisch und Marinade in einen Zip-Beutel, Luft herausdrücken, 30 Sekunden massieren. Zeit nach Cut: Brust 2–4 Stunden, Schenkel 8–12 Stunden, Flügel 4–8 Stunden. Immer im Kühlschrank.
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4
Abtupfen: 20 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank nehmen, überschüssige Marinade mit Küchenpapier abtupfen – nasses Fleisch dampft, statt zu bräunen. Rest-Marinade wegwerfen oder 3 Minuten sprudelnd kochen und als Sauce nutzen.
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5
Grillen: Brust und Spieße direkt bei mittlerer Hitze (200–220 °C), 4–5 Minuten pro Seite. Schenkel und Flügel indirekt bei 180 °C, 30–45 Minuten, zum Schluss 3–5 Minuten direkt für die Kruste. Honig-Marinaden grundsätzlich indirekt.
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6
Kerntemperatur messen: Brust bei 72–74 °C vom Grill nehmen (steigt beim Ruhen auf 75 °C), Schenkel und Oberkeulen 80–85 °C, Flügel 85–90 °C. Fühler ins dickste Stück, nicht an den Knochen.
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7
Ruhen: 5 Minuten locker abgedeckt ruhen lassen, erst dann schneiden – sonst läuft der Saft, den das Salz gehalten hat, aufs Brett.
Nährwerte pro Portion (250 g marinierte Hähnchenbrust, gegrillt): ca. 330 kcal · 55 g Eiweiß · 11 g Fett · 4 g Kohlenhydrate
Die Formel als Baukasten
Tausche einzelne Bausteine, und du hast eine neue Marinade – ohne neues Rezept:
- Zitrone gegen Limette + Koriander + Kreuzkümmel = Tex-Mex
- Öl gegen Joghurt + Kreuzkümmel + Garam Masala = Tandoori
- Zitrone gegen Sojasauce (Salz auf null) + Honig + Ingwer = Teriyaki
- Paprika gegen Senf + Honig + Apfelessig = Honig-Senf
- Alles wie oben + 4 EL BBQ-Sauce = BBQ-Rauch
10 Hähnchen-Marinaden für den Grill – mit Cut, Zeit und Hitze
Alle Mengen für 1 kg Hähnchen. Salz ist überall auf die Formel abgestimmt – wo Sojasauce oder BBQ-Sauce drin ist, ist es bereits eingerechnet.
| # | Marinade | Typ | Bester Cut | Zeit | Hitze | Passt zu |
1 | Allround (Grundrezept) | Öl | alle | 2–12 h | direkt / indirekt | Salat, Baguette, Grillgemüse |
2 | Joghurt-Tandoori | Joghurt | Brust, Schenkel | 4–24 h | direkt mittel | Naan, Raita, Reis |
3 | Honig-Senf | Öl + Zucker | Schenkel, Flügel | 2–12 h | indirekt + Glasur | Kartoffelsalat, Coleslaw |
4 | BBQ-Rauch | Sauce | Flügel, Schenkel | 4–12 h | indirekt + Glasur | Maiskolben, Pommes, Sour Cream |
5 | Zitrone-Kräuter | Öl + Säure | Brust, Spieße, ganzes Hähnchen | Brust 2 h, ganz 12 h | direkt / Drehspieß | Tzatziki, Rosmarinkartoffeln |
6 | Teriyaki | Sojasauce + Zucker | Spieße, Oberkeulen | 2–8 h | direkt, Glasur zum Schluss | Reis, Gurkensalat, Sesam |
7 | Piri-Piri | Öl + Säure + Chili | ganzes Hähnchen (Spatchcock), Schenkel | 4–12 h | indirekt, dann direkt | Pommes, Knoblauchbrot |
8 | Jerk | Paste, wenig Säure | Schenkel, Oberkeulen | 12–24 h | indirekt, Rauch | Reis mit Bohnen, Ananas-Salsa |
9 | Buttermilch-Brine | Milchsäure + Salz | Brust, Schenkel | 8–24 h | direkt mittel | Cornbread, Coleslaw |
10 | Bier-Senf | Bier + Öl | Schenkel, Grillhähnchen | 6–12 h | indirekt / Drehspieß | Brezel, Krautsalat, Senf |
1. Allround-Grillmarinade
Das Grundrezept oben. Wenn du nur eine Marinade lernst, dann diese.
2. Joghurt-Tandoori
250 g Joghurt (3,5 %), 2 Knoblauchzehen, 1 EL geriebener Ingwer, 1 EL Zitronensaft, 12 g Salz, 1 EL Paprika, 1 TL Kreuzkümmel, 1 TL Garam Masala, ½ TL Kurkuma, ½ TL Chili. Die mildeste Säure, die es gibt – deshalb darf Brust hier über Nacht. Der Joghurt bildet beim Grillen eine dünne Kruste, die den Saft hält. Vor dem Grillen nur abstreifen, nicht abwaschen. Unsere Variante mit Honig und Curry: Joghurt-Honig-Hähnchenmarinade.
3. Honig-Senf
3 EL mittelscharfer Senf, 2 EL Honig, 2 EL Öl, 1 EL Apfelessig, 12 g Salz, 1 TL Thymian, Pfeffer. Der Klassiker für Schenkel und Flügel. Der Honig verbrennt über direkter Flamme – deshalb indirekt garen und die letzten 5 Minuten mit dem Rest der (gekochten) Marinade glasieren.
4. BBQ-Rauch
4 EL American BBQ Sauce, 2 EL Öl, 1 EL Apfelessig, 1 EL brauner Zucker, 1 TL geräuchertes Paprikapulver, 1 TL Knoblauchpulver, 8 g Salz (die Sauce bringt Salz mit). Für Wings und Schenkel – und mit ein paar Chips Kirschholz im Grill wird es echtes BBQ. Wings-Version Schritt für Schritt: Chicken Wings vom Grill.

5. Zitrone-Kräuter (mediterran)
60 ml Olivenöl, 30 ml Zitronensaft plus Abrieb einer Zitrone, 2 Knoblauchzehen, 1 EL gehackter Rosmarin, 1 TL Oregano, 12 g Salz, Pfeffer. Die Marinade, bei der die 2-Stunden-Regel gilt: Brust nach 2 Stunden raus, sonst wird sie mehlig. Ein ganzes Hähnchen mit Haut darf dagegen 12 Stunden – die Haut schützt. Perfekt für den Drehspieß: Grillhähnchen vom Gasgrill.

6. Teriyaki
100 ml Sojasauce, 3 EL Honig, 2 EL Mirin oder Apfelsaft, 1 EL Sesamöl, 1 EL geriebener Ingwer, 2 Knoblauchzehen, kein zusätzliches Salz. Sojasauce ist salzig genug – wer hier nach Formel nachsalzt, versalzt. Für Spieße direkt grillen, die letzten 2 Minuten mit eingekochter Marinade glasieren, Sesam darüber.
7. Piri-Piri
4–6 rote Chilis (Menge nach Mut), 60 ml Olivenöl, 30 ml Zitronensaft, 1 EL Paprikapulver, 3 Knoblauchzehen, 1 TL Oregano, 12 g Salz, 1 TL brauner Zucker – alles pürieren. Das portugiesische Grillhähnchen: ganzes Hähnchen aufklappen (Spatchcock), 4–12 Stunden marinieren, indirekt bei 180 °C garen, zum Schluss direkt für die Kruste.

8. Jerk
1 Bund Frühlingszwiebeln, 1–2 Habaneros oder Scotch Bonnets, 2 EL Piment gemahlen, 1 EL Thymian, 1 TL Zimt, ½ TL Muskat, 3 EL Sojasauce, 2 EL brauner Zucker, Saft von 1 Limette, 2 EL Öl, 6 g Salz – zur Paste pürieren. Wenig Säure, deshalb 12–24 Stunden an Schenkeln ohne Risiko. Über Rauch indirekt garen: Piment-Holz ist Tradition, Kirsche oder Hickory funktionieren.
9. Buttermilch-Brine
500 ml Buttermilch, 15 g Salz, 1 EL Hot Sauce, 2 Knoblauchzehen, 1 TL Paprika, 1 TL schwarzer Pfeffer. Genau genommen eine Salzlake mit Milchsäure – der Grund, warum Südstaaten-Hähnchen so saftig ist. 8–24 Stunden, dann abtupfen und mit Öl und Rub grillen. Die saftigste Hähnchenbrust, die du vom Grill bekommst.
10. Bier-Senf
200 ml Bier (Pils oder Weizen), 2 EL Öl, 1 EL Senf, 1 EL Honig, 1 kleine Zwiebel gerieben, 1 EL Paprikapulver, 12 g Salz, Pfeffer. Mild-sauer durch das Bier, verträgt lange Zeiten. Für Schenkel und Drehspieß – oder als Marinade fürs Bierdosenhähnchen: Bierdosenhähnchen-Marinade.
Bonus – trocken statt nass: Für die knusprigste Haut gibt es keine Marinade, sondern Dry Brine: 12 g Salz pro Kilo mit Rub mischen, einreiben, 12 Stunden offen im Kühlschrank. Die Haut trocknet, das Salz arbeitet, die Kruste wird glasig. Rub-Vorschlag: Magic Dust.

Am Grill: Marinierte Hähnchen richtig grillen
- Abtupfen, nicht abwaschen. Nasse Oberfläche dampft und wird grau. Abtupfen lässt Aroma dran und erlaubt Bräunung.
- Zucker heißt indirekt. Honig, BBQ-Sauce, Teriyaki, Ketchup: alles, was Zucker hat, verbrennt über direkter Flamme ab etwa 160 °C. Indirekt garen, die letzten 3–5 Minuten direkt oder glasieren.
- Rost heiß und geölt. Joghurt- und Honig-Marinaden kleben – Rost auf Temperatur bringen, dünn ölen, Fleisch erst wenden, wenn es sich löst.
- Kerntemperatur statt Uhr. Brust 72–74 °C (ruht auf 75), Schenkel und Oberkeule 80–85 °C, Flügel 85–90 °C. Alle Werte: Kerntemperatur Hähnchen.
- Knoblauch verbrennt. Frisch geriebener Knoblauch wird bei direkter Hitze bitter. Bei Brust und Spießen Knoblauchpulver nehmen oder den Knoblauch in der Marinade mit Öl bedecken.
- Rest-Marinade ist roh. Nie als Sauce auf den Tisch. Entweder 3 Minuten sprudelnd kochen oder von Anfang an einen Teil separat zurückstellen.

Häufige Fehler – und die Rettung
| Problem | Ursache | Rettung |
Oberfläche weiß, mehlig, grieselig | Zitrone oder Essig zu lang, vor allem an Brust | Beim nächsten Mal 2-Stunden-Regel; jetzt: dünn schneiden, kurz und heiß grillen |
Außen schwarz, innen roh | Zucker-Marinade direkt gegrillt | Indirekt garen, Glasur erst zum Schluss |
Fad trotz 12 Stunden | Kein oder zu wenig Salz in der Marinade | 12 g pro Kilo – und Salz vor dem Marinieren, nicht danach |
Trocken | Zu heiß, zu lang, Brust über 76 °C | Thermometer, Brust bei 72–74 °C runter, 5 Minuten ruhen |
Klebt am Rost, Kruste bleibt hängen | Rost kalt oder trocken, Fleisch zu früh gewendet | Rost heiß und geölt, wenden erst wenn es sich löst |
Grau statt gebräunt | Zu nass aufgelegt, zu viel Marinade | Abtupfen, 20 Minuten vor dem Grillen aus dem Beutel |
Bitter | Knoblauch oder Kräuter verbrannt | Knoblauchpulver, getrocknete statt frische Kräuter für direkte Hitze |
Versalzen | Sojasauce oder BBQ-Sauce plus Formel-Salz | Bei salzigen Zutaten Salz auf null bis 8 g reduzieren |
Mengen, Vorrat und Meal-Prep
- Wie viel Marinade? 100–120 ml pro 500 g Fleisch in der Schüssel, 60 ml pro 500 g im Beutel. Das Grundrezept (ca. 130 ml) reicht im Beutel für 1 kg.
- Marinade auf Vorrat: Öl-Marinaden ohne frischen Knoblauch halten im Schraubglas 2 Wochen im Kühlschrank. Mit frischem Knoblauch oder Joghurt: 3 Tage.
- Mariniertes Hähnchen: roh maximal 2 Tage im Kühlschrank.
- Marinieren und einfrieren: Fleisch mit Marinade im Zip-Beutel flach einfrieren, hält 3 Monate. Beim Auftauen über Nacht im Kühlschrank mariniert es weiter – grillfertig, sobald es aufgetaut ist. Bei Joghurt- und Zitronenmarinaden nicht länger als 24 Stunden auftauen lassen.
- Party-Mengen: 250–300 g rohes Hähnchen pro Person. Für 10 Gäste 3 kg – die Formel mit 3 multiplizieren, Chili und Knoblauch nur verdoppeln.
FAQ: Die häufigsten Fragen zur Hähnchen-Marinade
Wie lange sollte man Hähnchen marinieren?
Brust 2–4 Stunden (mit Zitrone maximal 2), Schenkel und Flügel 4–12 Stunden, ganzes Hähnchen 12–24 Stunden. Joghurt-Marinaden dürfen bei jedem Cut über Nacht. Länger bringt nur mehr Oberflächenaroma – und bei Säure irgendwann Schaden.
Kann man Hähnchen über Nacht marinieren?
Ja, bei Schenkeln, Flügeln und ganzem Hähnchen ohne Einschränkung. Hähnchenbrust nur in Joghurt-, Öl- oder Bier-Marinaden – nicht in Zitrone oder Essig, sonst wird die Oberfläche mehlig.
Gehört Salz in die Marinade?
Ja – 12 g pro Kilo Fleisch. Salz ist das Einzige, das tatsächlich ins Fleisch wandert und es beim Grillen saftiger hält. Der Rat „erst kurz vor dem Grillen salzen“ gilt fürs Braten in der Pfanne ohne Marinade, nicht fürs Marinieren.
Macht Marinade Hähnchen zart?
Nur bedingt. Salz macht saftig, Joghurt lockert die Oberfläche sanft, Zitrone und Essig lockern kurz und schaden dann. Zart wird Hähnchen vor allem durch die richtige Kerntemperatur: Brust nicht über 75 °C.
Muss man Marinade vor dem Grillen abwaschen?
Nein, nur abtupfen. Abwaschen nimmt das Aroma, nasses Fleisch bräunt nicht. Dicke Joghurt-Marinaden mit dem Finger abstreifen, bis eine dünne Schicht bleibt.
Kann man die restliche Marinade als Sauce verwenden?
Nur gekocht: mindestens 3 Minuten sprudelnd kochen. Einfacher ist, vor dem Marinieren einen Teil abzunehmen und beiseitezustellen.
Welches Öl für Hähnchen-Marinade?
Rapsöl oder ein mildes Olivenöl. Kaltgepresstes Olivenöl wird über direkter Hitze bitter, Sonnenblumenöl ist neutral und geht auch. Sesamöl nur als Aroma in kleinen Mengen.
Kann man mariniertes Hähnchen einfrieren?
Ja, bis zu 3 Monate im Zip-Beutel. Im Kühlschrank auftauen – dabei mariniert es weiter. Nicht bei Ananas- oder Kiwi-Marinaden.
Marinade oder Rub – was ist besser für Hähnchen?
Marinade für saftiges Fleisch ohne Haut (Brust, Spieße, Pollofino). Rub mit Dry Brine für knusprige Haut (Schenkel, Flügel, ganzes Hähnchen). Beides kombiniert: Salzlake über Nacht, dann Rub.
Welche Marinade passt zu Hähnchenschenkeln?
Alles, was lange darf: Honig-Senf, BBQ-Rauch, Jerk, Bier-Senf oder Piri-Piri, 8–12 Stunden. Die Haut anheben und Marinade darunter schieben – sonst bleibt das Fleisch fad.
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Marinaden für Schwein und Rind nach demselben Prinzip: Grillmarinade selber machen. So gelingen marinierte Schenkel am Grill: Hähnchenschenkel grillen. Für das Gegenteil von Marinade: Pulled Chicken – nur Rub, Rauch und 90 Minuten. Und die Dips, die zu jedem marinierten Hähnchen passen: Sour Cream und Tzatziki.
Welche Marinade ist deine? Schreib es in die Kommentare – und wenn das Fleisch nach dem Schneiden nicht aufs Brett läuft, hat das Salz seinen Job gemacht.
Eine der ältesten Marinaden für Hähnchen kommt aus Japan. Wie du Teriyaki Sauce selber machen kannst und wie lange das Fleisch darin liegt, steht im Rezept.

