Grillen ohne Salmonellen – so verhinderst du die Ausbreitung der fiesen Bakterien

Krosse Hähnchenschenkel, knackiges Gemüse und selbstgemachter Kartoffelsalat: Grillen ist einfach ein Genuss! Doch kann es vor allem während der warmen Sommermonate dazu kommen, dass sich Salmonellen bilden und den Barbecue-Traum zum Albtraum werden lassen. Die Bakterien lieben Wärme und greifen den menschlichen Magen-Darm-Trakt an. Die Folgen: Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Fieber. Je nach Intensität können sogar Organe langfristig in Mitleidenschaft gezogen werden. Umso wichtiger ist es, dass du auf gute Fleischqualität und die richtige Hygiene bei der Zubereitung deiner Gerichte achtest. Wir erklären dir, worauf es ankommt.

In unserem Artikel findest du folgende Themen:

Was sind Salmonellen?
Wo kommen Salmonellen vor und unter welchen Bedingungen vermehren sie sich besonders schnell?
Fehler beim Umgang mit Lebensmitteln
So kannst du Salmonellen im Alltag vorbeugen
Geflügel richtig grillen

Was sind Salmonellen?

Salmonellen sind kleine, stäbchenförmige Bakterien, die im Magen-Darm-Trakt von verschiedensten Tieren leben. Sie vermehren sich meistens bei Temperaturen zwischen 10 und 47°C, können auf gewissen Lebensmitteln mehrere Monate überleben und trotzen auch niedrigeren Temperaturen, beispielsweise beim Einfrieren. Erst, wenn man die Lebensmittel, in denen sie sich bereits vermehrt haben, mindestens 10 Minuten lang auf mehr als 70°C erhitzt, werden sie abgetötet.

Wo kommen Salmonellen vor und unter welchen Bedingungen vermehren sich die Bakterien besonders schnell?

Am häufigsten kommen Salmonellen in Lebensmitteln vor, die aus Nutztieren wie Schwein, Rind und Geflügel erzeugt wurden. Nicht ausreichend erhitzte Eier, eihaltige Speisen, Mayonnaise, Milchspeiseeis und rohes bzw. nicht ausreichend erhitztes Fleisch sind häufig von den Bakterien befallen. Darüber hinaus zeigte eine Studie, dass sich Salmonellen sogar in geschnittenem, abgepacktem Salat vermehren.

Generell mögen es Salmonellen warm. Wenn das Fleisch im Sommer schon länger von Sonnenstrahlen geküsst wurde, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Bakterien bereits breit gemacht haben. Auch, wenn Kühlketten zu lange unterbrochen werden, können sich die fiesen Bakterien bereits vermehren. Deshalb ist es wichtig, dass du deine Lebensmittel nach dem Einkauf möglichst schnell in den Kühlschrank bzw. die Gefriertruhe bringst.

Im Auftauwasser von Fischfilet bilden sich häufig Salmonellen aus.
Flüssige Gefahrenquelle: Besonders häufig kommen Salmonellen im Auftauwasser von Fisch und Co. vor.

Auch andere Lebensmittel können durch den Kontakt mit verunreinigten Speisen von Salmonellen befallen sein. Viele Keime befinden sich beispielsweise im Auftauwasser von tiefgekühltem Fisch. Kommt dieses auf die Arbeitsfläche, auf der später auch andere Lebensmittel zubereitet werden, kann es zur Übertragung kommen.

Fehler beim Umgang mit Lebensmitteln

Oftmals kommt es zur starken Vermehrung von Salmonellen, weil die Lebensmittel falsch gelagert werden.

Wie bereits zuvor erwähnt, solltest du Lebensmittel, die Salmonellen enthalten können, immer im Kühlschrank aufbewahren. Auf den Verpackungen sind die jeweiligen Temperaturen vermerkt. Darüber hinaus solltest du darauf achten, dass sie keinen direkten Kontakt mit anderen Lebensmitteln haben, vor allem dann nicht, wenn du diese roh verzehren möchtest.

Tipp: Wenn sich die Kunststoffverpackungen der Lebensmittel bereits aufblähen, könnte das ein Zeichen dafür sein, dass sich bereits Bakterien ausgebreitet haben. Dann solltest du die Packung lieber entsorgen.

Solltest du zum Nachtisch Eiscreme servieren, achte darauf, dass die Packung nicht zu lange außerhalb der Kühltruhe steht. Wenn das Eis bereits schmilzt, könnten sich Bakterien gebildet haben, die auch durch das erneute Einfrieren nicht mehr abgetötet werden.

So kannst du Salmonellen im Alltag vorbeugen

Damit es gar nicht erst zur Ausbreitung kommt, gibt es einige Dinge, auf die du achten kannst. Besonders wichtig ist, dass du auf deine eigene Hygiene achtest. Generell solltest du vor der Zubereitung von allen Speisen deine Hände gründlich waschen. Besonders aber, nachdem du mit Fleisch, Fisch und rohen Eiern in Berührung gekommen bist, musst du dir erneut die Hände waschen.

Das Auftauwasser von gefrorenem Geflügel oder Fisch sollte separat aufgefangen und sofort entsorgt werden. Wichtig ist, dass du zusätzlich noch heiß nachspülst und auch die Oberflächen, mit denen das Auftauwasser in Berührung gekommen ist, heiß abwäschst.

Auf einem Holzbrett wird rohes Fleisch zubereitet.
Unbedingt abwaschen: Schneidebretter und Besteck, das mit rohem Fleisch in Berührung gekommen ist, solltest immer vorher mit sehr heißem Wasser und Spülmittel säubern, bevor es mit anderen Lebensmitteln in Berührung kommt.

Ähnlich verhält es sich mit Schneidebrettern. Hier gibt es einiges zu beachten. Zum einen solltest du ein Brett, auf dem du vorher Lebensmittel zubereitet hast, die Salmonellen enthalten können, erst gründlich mit heißem Wasser und Spülmittel abwaschen, ehe du andere Speisen darauf zubereitest. Vor allem bei Lebensmitteln, die roh verzehrt werden, könnten sich die Bakterien sonst sehr leicht übertragen. Darüber hinaus gilt es, auf die Beschaffenheit des Materials zu achten. Rissiges und poröses Holz ist ein idealer Nährboden für Bakterien. Bemerkst du so etwas, solltest du dein Brett unbedingt abschleifen.

Auch Schneidebretter aus Plastik leiden mit der Zeit unter Rillen und scharfen Einschnitten. Diese Brettchen solltest du einfach austauschen. Besonders praktisch sind Bretter aus Glas und Stein, da sie gründlich abgewaschen werden können. Allerdings nutzen sich Messer auf diesem Untergrund schneller ab und werden stumpf. Besteck, Schüsseln und alles, was du sonst zur Zubereitung der Speisen nutzt, solltest du entweder sofort in die Spülmaschine stellen oder alternativ heiß abwaschen.

Ein Roastbeef wird mit einem Papiertuch abgetupft, um es dann weiterzuverarbeiten.
So beugst du Salmonellen vor: Fleisch solltest du mit einem Papiertuch abtupfen und es gleich danach in den Papierkorb werfen. So verhinderst du, dass sich Bakterien in Handtüchern festsetzen und vermehren.

Salmonellen sind wahre Überlebenskünstler und können auf nahezu allen Oberflächen überleben. So auch in Textilien. Geschirrtücher und Spülschwämme bleiben oft feucht oder nass irgendwo liegen und bilden damit den perfekten Nährboden für Salmonellen und andere Bakterien. Sie sollten deshalb erst gar nicht in Berührung mit rohem Fleisch und anderen Salmonellen haltigen Lebensmitteln kommen. Wenn Fleisch und Co. abgetupft werden müssen, eignen sich dafür vor allem Papiertücher, da du sie sofort entsorgen kannst. Damit sich auch in Textilien nichts einnisten kann, solltest du Geschirrtücher in der Kochwäsche waschen und Spülschwämme heiß auswaschen oder für 30 Sekunden in die Mikrowelle legen. Darüber hinaus solltest du sie generell regelmäßig gegen neue austauschen.

Geflügel richtig grillen

Besonders häufig ist Geflügel von Salmonellen befallen. Damit du beim Grillen alles ohne Bedenken genießen kannst, geben wir dir noch ein paar konkrete Tipps. Diese sind auch auf alle anderen Lebensmittelarten anwendbar.

Nimm eine Kühltasche mit zum Einkauf, um die Kühlkette nicht zu unterbrechen.

Wenn du Geflügel auftauen möchtest, nimm es aus dem Verpackungsmaterial heraus und lege es in einer Glasschale in den Kühlschrank.

Bei der Zubereitung sollte die Kerntemperatur bei mindestens 70°C liegen. Das Fleisch sollte weißlich aussehen, blutige Stellen darf es nicht mehr haben.

Achte beim Grillbesteck darauf, dass du unterschiedliche Zangen für rohes und fertiges Fleisch benutzt. Darüber hinaus solltest du die fertigen Speisen nicht auf dem Teller platzieren, auf dem die rohen Lebensmittel lagen.