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Wild grillen: Kerntemperaturen, Cuts, Saison und 12 Rezepte für Wildfleisch


Lesezeit 15 Minuten Lesezeit

Wild grillen ist keine Mutprobe, sondern eine Frage von drei Zahlen: Reh ist bei 56 bis 58 °C rosa, Hirsch bei 58 bis 60 °C, Wildschwein ziehen wir auf 62 bis 65 °C. Wildfleisch hat unter 3 % Fett, deshalb kostet jede Minute ohne Thermometer und jede Deckeltemperatur über 180 °C Saft. Rücken und Filet gehören auf den Rost, Keule und Schulter in den Bräter. Hier findest du Kerntemperaturen, Cuts, Saison, Würzen und zwölf Rezepte vom Grill bis zum Dutch Oven.

Wild grillen Wildhaxe
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Wild grillen: Kerntemperaturen, Cuts, Saison und 12 Rezepte für Wildfleisch 1
Benny’s Tipp

Streng schmeckendes Wild ist kein Naturgesetz, sondern ein Lagerfehler. Frisches, sauber gekühltes Wildfleisch schmeckt mild, leicht nussig und ein wenig süßlich. Der berüchtigte Hautgout entsteht erst, wenn ein Stück zu lange und zu warm hängt. Frag deshalb beim Jäger oder Wildhändler nach dem Erlegedatum, kauf vakuumiert und lass die Buttermilchbeize weg. Die wurde erfunden, um verdorbenen Geschmack zu überdecken, und nimmt gutem Wild nur das Aroma.

Benny

Kerntemperatur beim Wild grillen: alle Werte auf einen Blick

Wild verzeiht keine fünf Grad zu viel. Die Werte gelten im dicksten Teil gemessen, bevor das Fleisch ruht. Unter der Folie steigt die Kerntemperatur noch um 2 bis 4 °C, also nimmst du das Stück knapp vor dem Zielwert vom Rost.

WILDROSA / MEDIUMDURCHGESCHMORT (KEULE, SCHULTER)
56–58 °C
ab 62 °C
80–85 °C
58–60 °C
65–70 °C
80 °C
Damwild
56–58 °C
ab 62 °C
80 °C
62–65 °C (leicht rosa)
70 °C
75–80 °C
Hase, Wildkaninchen
Rücken 58–62 °C
68–70 °C
80 °C
Fasan, Wildente
Entenbrust 58–60 °C
Fasan 72–75 °C
–

Reh und Hirsch dürfen rosa auf den Teller, Wildschwein nicht unter 62 °C, auch wenn jedes Stück amtlich auf Trichinen untersucht ist. Geschmorte Stücke laufen bewusst auf 80 °C, weil erst dort das Bindegewebe zu Gelatine wird. Dazwischen liegt bei jedem Wild die trockene Zone.

Wo der Fühler sitzen muss und warum der Wert am Knochen lügt, erklärt Kerntemperatur richtig messen.


Welches Stück auf den Grill gehört und welches in den Bräter

Hirschrücken Rezept: Hirschrücken rosa aus Pfanne und Ofen

Der Klassiker aus Pfanne und Ofen, rosa bei 54 °C Kerntemperatur, mit Zeiten für Karree und Lachs: das Hirschrücken Rezept.

Die Regel ist bei Reh, Hirsch und Wildschwein dieselbe: Was am Tier wenig arbeitet, wird kurz und heiß gegart. Was viel arbeitet, braucht Stunden. Rücken, Filet und Medaillons kommen auf den Rost oder in die Gusseisenpfanne, die Keule geht beides, Schulter, Blatt und Haxe gehören in den Schmortopf. Wer eine Schulter wie ein Steak grillt, bekommt Schuhsohle, und wer einen Rücken schmort, wirft das teuerste Stück weg.

TEILSTÜCKSO GEHT ESUNSERE REZEPTE
Rücken, Lachse
Cut-Seiten: Rehrücken, Hirschrücken, Wildschweinrücken
scharf angrillen, indirekt bei 120–140 °C ziehen lassen
direkt, 2–4 Minuten je Seite, dann 10 Minuten ruhen
Rehmedaillons braten, Hirschfleisch-Spieße, Wildschweinspieße (unten im Artikel)
indirekt bei 120 °C oder rosa aus dem Ofen, mit Speck
Schulter, Blatt, Nacken
Cut-Seite: Rehschulter
2 bis 2,5 Stunden schmoren bei 150 °C
Haxe
100 Minuten im Dutch Oven
Abschnitte, Hack
mit 20 % Speck wolfen, Patties direkt grillen
Wildburger, Wildschwein-Burger (unten im Artikel)

Tiefer in eine Wildart gehen unsere Guides Wildschwein grillen und Hirsch grillen.


Was Wildfleisch ausmacht: mager, eisenreich, aus dem Wald

Wildbret ist das Fleisch frei lebender Tiere aus der Jagd: Reh, Rot- und Damwild, Wildschwein, Hase und Federwild. Die Tiere fressen, was der Wald hergibt, und bewegen sich den ganzen Tag. Genau das schmeckst du und genau das macht die Zubereitung anspruchsvoll: Wildfleisch hat kaum intramuskuläres Fett, dafür mehr Eiweiß und Eisen als Rind. Der Puffer, den ein marmoriertes Steak gegen fünf Grad zu viel hat, fehlt beim Wild. Deshalb arbeiten wir mit Speck, Butter und Thermometer.

PRO 100 G ROH (CA.)KCALEIWEISSFETTEISEN
Reh (Keule)
97
21 g
1,3 g
3,0 mg
Hirsch (Keule)
110
21 g
3,3 g
3,5 mg
Wildschwein (Keule)
110
20 g
3,0 g
2,5 mg
Rind (Hüfte, zum Vergleich)
124
21 g
4,3 g
2,1 mg

Beim Einkauf zählen zwei Dinge: das Alter des Tiers und die Kühlkette. Frischlinge, Überläufer und junge Rehe sind zart, alte Keiler und Hirsche werden auch bei perfekter Kerntemperatur fest. Beim Jäger, im Forstamt oder im Wildhandel bekommst du beides gesagt, im Supermarkt-Tiefkühlregal meist nicht. Wildschwein trägt zusätzlich die Wildmarke der amtlichen Trichinenschau, ohne die es nicht verkauft werden darf.

Frisches Wild
Das teuerste Wildfleisch kommt vom Reh, genauer der Rehrücken, gefolgt vom Hirsch und Wildschwein.

Wann hat welches Wild Saison?

Frisch gibt es Wild nur in der Jagdzeit, die je nach Bundesland leicht abweicht. Die Hauptsaison läuft von September bis Januar, Wildschwein und Reh bekommst du schon ab dem Frühsommer. Außerhalb davon ist vakuumiert eingefrorenes Wild kein Nachteil: Richtig gefrostet verliert es kaum Qualität und taut im Kühlschrank in 24 bis 36 Stunden auf, nie auf der Arbeitsplatte.

WILDFRISCH ERHÄLTLICHBESTE ZEIT
Wildschwein
Juni bis Januar, Frischlinge ganzjährig
Oktober bis Dezember
Reh
Mai bis Januar
September bis Dezember
Rot- und Damwild
August bis Januar
Oktober bis Dezember
Hase
Oktober bis Januar
November, Dezember
Wildkaninchen
Juni bis März
Herbst
Fasan, Wildente
Oktober bis Januar
November, Dezember

Wildschwein

Beim heimischen Wildbret rangiert das Wildschwein auf Platz 1 der Beliebtheitsskala. Von Juni bis Januar ist Jagdzeit. Frischlinge sind ganzjährig erhältlich, wobei deren Fleisch besonders zart und schmackhaft ist, also perfekt zum Wild grillen. Das Fleisch von älteren Tieren ist häufig trocken und zäh.

Wildschweinhaxe würzen

Rehwild

Reh gibt es frisch von Mitte Mai bis Januar, denn dann ist Jagdzeit. Rehfleisch ist sehr aromatisch, begeistert mit feiner Faserstruktur und ist dunkelrot gefärbt. Besonders Rücken und Keulen sind vor allem zur Weihnachtszeit heiß begehrt.

Rotwild

Rotwild und Damwild ist von August bis Januar frisch erhältlich. Das Fleisch ist feinfaserig, braunrot und wird vor allem zum Braten, Schmoren und Grillen geschätzt. Damwild Fleisch ähnelt etwas dem Reh, Fleisch vom Rotwild erinnert an Rind, ist aber viel feiner.

Hasen und Wildkaninchen

Die Jagdzeit für Hasen ist von Oktober bis Ende Januar. Das Fleisch von jungen Tieren bis zu einem Alter von acht Monaten ist intensiv rot gefärbt und begehrter als das dunkelrote Fleisch älterer Hasen. Wildkaninchenfleisch wird zwar genauso wie Hasenfleisch zubereitet, unterscheidet sich aber deutlich im Geschmack. Das Fleisch von Wildkaninchen hat ein süßliches Aroma und ist zart-rosa gefärbt. Jagdzeiten sind von Mitte Juni bis Ende März.

Teilstücke vom Kaninchen: Rücken, Keulen und Vorderläufe

Kaninchen kommt fast immer aus der Zucht und zählt damit nicht zum Wildbret. In der Küche gelten trotzdem dieselben Regeln wie beim Feldhasen: Rücken und Keulen brauchen völlig unterschiedliche Garzeiten. Wie du beides trennst und richtig gar ziehst, steht in Kaninchen zubereiten.

Teilstücke vom Feldhasen: Rücken, Keulen und Vorderläufe

Der Feldhase gehört dagegen zum Wildbret. Wie du Keulen und Rücken mit zwei völlig verschiedenen Garzeiten auf einen Teller bekommst, steht im Rezept für Hasenbraten.

Fasan

Die Jagdzeit für Fasane ist von Oktober bis Mitte Januar. Das Fleisch junger Fasane ist besonders zart und sehr aromatisch. Fasan kannst du super auf dem Grill zubereiten.


Welche Gewürze passen zu Wild? Kräuter, Rubs und Marinaden für jedes Stück

Wild grillen und würzen ist gar nicht so schwer. Wild hat einen feinen Eigengeschmack, den ein Rub oder eine kurze Marinade betonen soll, nicht überdecken. Die Klassiker sind Wacholder, Lorbeer, Piment, Thymian und Rosmarin, dazu grober Pfeffer und Salz erst kurz vor dem Grillen. Nur älteres, kräftiges Fleisch legst du 12 Stunden in Buttermilch, junges Wild verliert dabei Aroma.

Die Faustregel: Je edler das Stück, desto weniger. Rücken und Filet bekommen Salz, groben Pfeffer und ein Kraut, Braten und Keule vertragen einen kräftigen Rub, und in Schmorsoßen dürfen die warmen Gewürze wie Piment, Nelke und Zimt mitkochen. Eine Öl-Marinade mit gehacktem Rosmarin und Thymian zieht zwei bis vier Stunden im Kühlschrank ein. Vor dem Grillen wird das Fleisch trocken getupft, sonst kocht es statt zu bräunen. Rubs mit Zucker gehören nur in die indirekte Zone, über 180 °C verbrennen sie.

Thymian
Wild grillen: Kerntemperaturen, Cuts, Saison und 12 Rezepte für Wildfleisch 1
Benny’s Tipp

Die Geheimzutat kommt nicht aus dem Gewürzregal, sondern aus dem Wald, in dem das Tier gelebt hat: eine Handvoll frische Wacholder-, Fichten- oder Tannenzweige. Kurz gewässert und in den letzten fünf Minuten auf die Glut gelegt, im Gasgrill in die Räucherbox, geben sie dem Rücken genau die harzige Note, die kein Rub liefert. Und die Wacholderbeeren dazu röstest du eine Minute in der trockenen Pfanne an und zerdrückst sie mit dem Messerrücken, statt sie gemahlen zu kaufen: Das Aroma steckt im Öl der Beere, und das ist aus der Tüte längst verflogen. Finger weg von Eibe und Thuja, die sind giftig.

Benny

Gewürze und Kräuter für Wild: welches Aroma sie bringen und wie du sie einsetzt

GEWÜRZ / KRAUTAROMAPASST ZUSO SETZT DU ES EIN
Wacholderbeeren
harzig, leicht bittersüß, das Wildgewürz schlechthin
Reh, Hirsch, Wildschwein, jede Schmorsoße
6 bis 10 Beeren pro Kilo, trocken anrösten und zerdrücken, nie fertig gemahlen kaufen
Lorbeer
herb, würzig
Braten, Gulasch, Beizen
2 Blätter pro Liter Flüssigkeit, vor dem Servieren herausnehmen
Piment
warm, zwischen Nelke, Zimt und Pfeffer
Wildschwein, Hirschgulasch, Rotweinsoßen
3 bis 5 Körner ganz mitschmoren, im Rub gemahlen nur eine Prise
Nelke
süßlich-scharf, sehr dominant
Rotweinsoßen, Beizen
1 bis 2 Stück reichen, mehr schmeckt nach Apotheke
Schwarzer Pfeffer, grob
scharf, holzig
alles vom Rost
grob gemörsert, erst nach dem Anbraten aufstreuen, sonst verbrennt er
Thymian
erdig, leicht zitronig
Reh, Hase, Federwild
Zweige in die Butter zum Übergießen, gehackt in den Rub
Rosmarin
harzig, kräftig
Hirsch, Wildschwein, Spieße
Nadeln fein hacken oder ganzer Zweig in der Pfanne, zu viel wird seifig
Salbei
herb, leicht pelzig
Wildschwein, Fasan, Kaninchen
Blätter in Butter knusprig braten oder zwischen die Spießstücke stecken
Majoran
mild, blumig
Wildhack, Burger, Wildbratwurst
getrocknet in die Masse, verträgt keine lange Hitze
Kümmel
erdig, bekömmlich
Wildschweinbraten, Schwarte
ganze Körner in die eingeritzte Schwarte, gemahlen in den Rub
Orangenschale
frisch, bittersüß
Hirsch, Wildschwein, Preiselbeersoße
Abrieb einer Bio-Orange in Rub oder Marinade, Saft in die Soße
Zimt, Sternanis
warm, süßlich
Schmorsoßen, Rotweinreduktion
eine Stange, ein Stern, nur in die Soße, nie ans Fleisch
Preiselbeeren
säuerlich-süß
alles
in die Soße einrühren, nicht als Klecks daneben
Zartbitterschokolade, Lebkuchen
bittersüß, bindet
Gulasch, Bratensoße
20 g Schokolade oder ein halber Lebkuchen ohne Guss zum Schluss, nur eins von beiden
Honig, Ahornsirup
süß, karamellisiert
Glasur für Rücken und Spieße
nur in der letzten Minute aufpinseln, sonst verbrennt es
Senf
scharf, säuerlich
Hase, Kaninchen, Wildschweinkeule
Fleisch vor dem Anbraten dünn einstreichen
Knoblauch
kräftig
Wildschwein, Marinaden
ganze Zehen mitgaren, nie roh gehackt in den Rub, das verbrennt bitter
Fichtensprossen, Tannenspitzen
harzig-zitronig, schmeckt nach Wald
Reh, Hirsch
im Mai geerntet, in Butter, Salz oder Sirup eingelegt, getrocknet in den Rub
Räucherholz Wacholder, Buche, Erle
Rauch
Rücken und Keule am Grill
eine Handvoll Chips in der indirekten Phase, 10 Minuten reichen

Welches Stück vom Wild welche Würze verträgt

TEILSTÜCKWÜRZPROFILRUB, MARINADE ODER BEIZEREZEPT
Rehrücken, Rehfilet
zurückhaltend: Salz, grober Pfeffer, Wacholder, Butter mit Thymian
trocken würzen kurz vor dem Grillen, keine Marinade
Hirschrücken, Medaillons
Wacholder, Rosmarin, Orangenschale, Pfeffer
2 Stunden Öl-Marinade oder Rub, Salz erst am Ende
Wildschweinrücken, Wildschweinsteak
deftig: Kümmel, Knoblauch, Salbei, Pfeffer, Lorbeer
Rub oder 2 Stunden Öl-Marinade, Speckscheiben obenauf
Keule von Reh und Hirsch, rosa
Wacholder, Lorbeer, Thymian, Speck zum Spicken
Rub 12 Stunden vorher als Trockenbeize, Speck ins Fleisch
Wildschweinkeule, Wildschweinbraten
Piment, Lorbeer, Wacholder, Nelke, Kümmel in der Schwarte
bei älterem Tier 12 bis 24 Stunden Buttermilch oder Rotwein, Schwarte salzen
Schulter, Blatt, Gulasch
Wacholder, Lorbeer, Piment, Nelke, Zimt in der Soße, Preiselbeere, Schokolade
Gewürze mitschmoren, Soße erst am Ende binden
Wildhack, Burger, Wildbratwurst
Majoran, Pfeffer, Senf, 20 Prozent Speck
in die Masse, kein Wacholder, der wird im Hack zu dominant
Spieße, Medaillons
Rosmarin, Knoblauch, Orangenabrieb, Olivenöl, Salbeiblatt
30 Minuten Öl-Marinade, Salz erst am Ende
Wildschweinspieße (unten im Artikel)
Hase, Kaninchen
Senf, Thymian, Rosmarin, Speck
Rücken dünn mit Senf einstreichen, Keule schmoren
Ragout vom Wildhasen (unten im Artikel)
Fasan, Wildente
Salbei, Thymian, Wacholder, Orange, Speck zum Bardieren
Brust unter Speckscheiben, Keule schmoren
–

Unser Wild-Rub zum Selbermischen

  • 3 EL grobes Meersalz
  • 2 EL Wacholderbeeren, angeröstet und zerstoßen
  • 1 EL schwarzer Pfeffer, grob gemörsert
  • 1 TL Pimentkörner, gemörsert
  • 1 TL getrockneter Thymian und 1 TL fein gehackte Rosmarinnadeln
  • 1 TL getrocknete Orangenschale
  • 1 TL brauner Zucker, nur für Stücke, die indirekt garen

Ein Esslöffel reicht für ein Kilo Fleisch. Rücken und Steaks bekommen den Rub 30 Minuten vor dem Grillen, Keule und Braten 12 Stunden vorher, damit das Salz bis in die Mitte zieht. Im Schraubglas hält die Mischung vier Wochen, danach ist der Wacholder müde. Wer nicht mischen will: Fertige Wildgewürze bauen auf denselben Zutaten auf, wichtig ist nur, dass Wacholder vorn in der Zutatenliste steht und kein Flüssigrauch drin ist.

Was Wild nicht mag: Chili, Rauchsalz und Flüssigrauch überdecken alles, wofür du das Fleisch gekauft hast. Roher Knoblauch und feiner Zucker verbrennen über direkter Hitze bitter. Und fertig gemahlener Wacholder aus dem Supermarktregal riecht nach Staub, nicht nach Wald.

Hier oben stehen die einzelnen Gewürze und was jedes davon kann, die fertig abgestimmten Mischungen für Reh, Hirsch und Wildschwein mit genauen Gramm-Angaben liefert dir Wildgewürz selber machen.


Wild grillen in vier Schritten: temperieren, anbraten, ziehen lassen, ruhen

1. Temperieren: Das Fleisch kommt 30 bis 60 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank. Kalt aufgelegt braucht der Kern doppelt so lange, und außen ist es grau, bevor innen etwas passiert. Silberhaut abziehen, trocken tupfen, erst dann würzen.

2. Scharf anbraten: Zwei Zonen aufbauen. Über direkter Hitze bei 230 bis 280 °C bekommt der Rücken 1 bis 2 Minuten je Seite Farbe, Medaillons und Spieße sind hier schon fast fertig. Eine Gusseisenpfanne oder Plancha auf dem Grill nimmt dem mageren Fleisch die Angst vor dem Rost, weil nichts festklebt und Butter und Kräuter mitgaren.

3. Indirekt ziehen lassen: Ab in die indirekte Zone bei 120 bis 140 °C Deckeltemperatur, Fühler ins dickste Ende. Ein ausgelöster Rehrücken braucht dort 10 bis 15 Minuten, ein Wildschweinrücken von 800 g rund 25 Minuten, eine Keule von 1,5 kg 60 bis 90 Minuten. Speckscheiben oder ein Stück Butter obenauf ersetzen das fehlende Fett.

4. Ruhen: 5 bis 10 Minuten locker in Alufolie, bei Braten 15 Minuten. Der Saft verteilt sich, die Kerntemperatur klettert noch 2 bis 4 °C. Wer sofort anschneidet, hat den Saft auf dem Brett statt im Fleisch.


Kerntemperatur messen statt drücken oder stechen

Die Druckprobe mit dem Finger und die Nadelprobe funktionieren bei marmoriertem Rind, beim Wild führen sie in die Irre: Das magere Fleisch fühlt sich schon fest an, wenn es innen noch rosa ist, und wer sticht, verliert Saft. Ein Grillthermometer mit dünnem Fühler ist beim Wild kein Anfängerwerkzeug, sondern der Unterschied zwischen 56 und 62 °C, also zwischen rosa und grau.

So misst du richtig

Der Fühler steckt im dicksten Teil, bei Rücken und Keule von der Stirnseite parallel zum Knochen, nie mit Kontakt zum Knochen, sonst liest du 3 bis 4 °C zu viel ab. Ein Kabelfühler bleibt die ganze Garzeit im Fleisch, so bleibt der Deckel zu. Bei Federwild wie Fasan gilt weiterhin: durchgaren, 72 bis 75 °C in der Keule.

Kerntemperatur Wild messen

Garzeiten für Wild am Knochen: Richtwerte für Ofen und indirekte Zone

Die Zeiten gelten bei 150 bis 160 °C im Ofen oder in der indirekten Zone des Grills und sind Anhaltspunkte für die Planung. Fertig ist das Fleisch, wenn das Thermometer den Wert aus der Tabelle oben zeigt, nicht wenn die Uhr abläuft.

WILDBRET MIT KNOCHENGEWICHTBRATZEIT
Wildschweinkeule
2 kg
ca. 150 Minuten
Wildschweinrücken
2,5 kg
ca. 60-80 Minuten
Keule vom Frischling
1,5 kg
ca. 150 Minuten
Rücken vom Frischling
1,5 kg
ca. 60-70 Minuten
Rotwildkeule
2,5 kg
ca. 90-110 Minuten
Rotwildrücken
2,5 kg
ca. 70-80 Minuten
Rehkeule
1,5 kg
ca. 100 Minuten
Rehrücken
1,5 kg
ca. 50-60 Minuten
Fasan
1 kg
ca. 60 Minuten

So schmeckt Wild: Reh, Hirsch und Wildschwein im Vergleich

Reh ist das feinste und magerste der drei: zartfaserig, mild, mit einer leicht nussigen Note. Rücken und Filet sind die Steaks des Waldes, ein Rehsteak braucht auf dem Rost keine zwei Minuten je Seite. Reh verzeiht am wenigsten, ab 62 °C ist es trocken.

Hirsch schmeckt kräftiger und erinnert an sehr gutes, mageres Rind. Rotwild ist dunkler und intensiver, Damwild bleibt milder und näher am Reh. Rücken und Keule vertragen etwas mehr Hitze als Reh, Spieße und Medaillons sind die dankbarsten Einstiege.

Wildschwein ist würzig-herzhaft und das robusteste Wild auf dem Grill, weil es als einziges eine Fettschicht mitbringt. Frischling und Überläufer sind mild, alte Keiler streng und fest. Rücken, Filet und Steaks aus der Keule kommen auf den Rost, alles andere in den Schmortopf. Wildschwein bleibt bei 62 bis 65 °C leicht rosa und wird bei 70 °C durch.


Wild schmoren: Dutch Oven und Bräter für Keule, Schulter und Haxe

Schulter, Blatt, Haxe und alte Keulen stecken voller Bindegewebe, und das wird erst ab 75 °C zu Gelatine. Deshalb laufen Schmorstücke bewusst auf 80 bis 85 °C Kerntemperatur, bei 150 bis 160 °C im Dutch Oven oder Bräter, 2 bis 2,5 Stunden für 1,5 kg. Drei Regeln entscheiden: portionsweise scharf anbraten, damit Röstaromen entstehen; die Flüssigkeit darf das Fleisch höchstens zu zwei Dritteln bedecken, sonst kocht es statt zu schmoren; und der Deckel bleibt zu. Über der Glut rechnest du beim 6-Liter-Topf mit 8 Briketts unten und 12 oben. Wenn das Fleisch nach einer Stunde zäher wirkt als nach dreißig Minuten, ist alles richtig, dann zieht sich das Kollagen gerade zusammen, bevor es zerfällt.

Die Rezepte dafür: Hirschgulasch, Rehbraten aus der Schulter, Wildschweinbraten, Hirschbraten und die geschmorte Wildhaxe unten im Artikel.

Wildfleisch zubereiten

Beilagen zu Wild vom Grill

Pilze

Zu Wild aus heimischen Wäldern passen Pilze ausgezeichnet. Steinpilze und Pfifferlinge kannst du wunderbar in einem Grillkorb, einer Edelstahl Grillschale oder einer Gusseisenpfanne zubereiten. Mit etwas Olivenöl bestrichen so lange grillen, bis sie gar sind. Vor dem Servieren mit Salz und Pfeffer würzen und mit frischer Petersilie betreuen. Magst du es deftiger? Dann grille Zwiebelringe und Schinkenspeckwürfel in der Grillschale mit.

Gemüse

Kürbisgemüse passt perfekt zum Herbst und macht das Wild Grillen zu einer ganz besonderen Gaumenfreude. Hokkaido, Muskat- oder Butterkürbis waschen, nach Belieben schälen, entkernen und in ca. 1 cm dicke Spalten schneiden. Mit Salz und Pfeffer würzen und mit Olivenöl bestreichen. In einem Gemüsekorb oder Edelstahl Grillschale geben und ca. 20 Minuten grillen. Mit gehackten Kräutern bestreuen.

Auch auf einer Grillplatte karamellisierte Zwiebeln, Kohlrabi, Rotkraut und gerösteter Rosenkohl sind wunderbare Beilagen für Wildgerichte. Ebenso Fenchel, Wirsing oder Ratatouille. Die geschmorte französische Gemüsepfanne mit Zwiebeln, Auberginen, Zucchini, Tomaten, Paprika und Knoblauch eignen sich hervorragend zur Zubereitung im Dutch Oven.

Kartoffeln

Als Beilage zu gegrilltem Wild bist du mit Klassikern wie Ofen- bzw. Grillkartoffeln immer gut beraten. Rosmarinkartoffeln oder Wedges passen ebenfalls gut dazu. Für die Wedges wäschst du Kartoffeln, schneidest sie in Viertel und marinierst sie mit Olivenöl und Thymian. Bei kleinster Hitze grillst du sie direkt und wendest sie nach ca. 20 Minuten. Nach weiteren ca. 25 Minuten sind sie fertig. Dann noch mit Salz würzen und zu Wild vom Grill servieren.

Grillkartoffel mit Quark

Preiselbeeren

Fruchtige Preiselbeeren harmonieren hervorragend mit dem Geschmack von herzhaftem Wild. Zu Wild vom Grill passt diese fruchtige Sauce: 2 Schalotten schälen und fein hacken. 2 EL Butter in einer Gusseisenpfanne oder Dutch Oven Deckel schmelzen und Schalotten darin andünsten. 400 ml kräftigen Rotwein, 200 ml Rinderfond und 100 ml Orangensaft zugießen, 2 Gewürznelken und ½ Stange Zimt zufügen. Alles aufkochen lassen und bei mittlerer Hitze ca. 15 Minuten offen um die Hälfte reduzieren lassen. Fond durch ein Sieb gießen und wieder erwärmen. 100 g Preiselbeeren aus dem Glas unterrühren und noch ca. 5 Minuten einköcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und zu Wild oder Wildgeflügel servieren.


Sechs Wild-Rezepte vom Grill und aus dem Dutch Oven

Die Rezepte decken beide Wege ab: kurz und heiß für Spieße, Steak und Burger, lang und geduldig für Haxe und Ragout. Jedes hat einen eigenen Artikel mit allen Mengen, hier steht die Kurzfassung mit Zutaten und Ablauf.

Wildschweinhaxe im Dutch Oven Deckel

Wild grillen: Kerntemperaturen, Cuts, Saison und 12 Rezepte für Wildfleisch 3 100 min. Zubereitungszeit

Geschmorte Wildhaxe aus dem Dutch Oven


Zarter kannst du Wildhaxe nicht zubereiten. Im Dutch Oven kann es seinen intensiven Geschmack entfalten.

Tipp: Dazu schmecken Rosmarin-Kartoffeln und Rosenkohl oder Knödel, Rotkraut und Maroni.

Wild grillen: Kerntemperaturen, Cuts, Saison und 12 Rezepte für Wildfleisch 3 65 min. Zubereitungszeit

Wildschweinspieße vom Grill

Herrlich winterlich, dennoch schmecken die Wildschweinspieße mit Orangenaroma nicht nur in der kalten Jahreszeit. Auch im Sommer sind Wildschweinspieße ein Genuss.


Du brauchst:

40 Trockenpflaumen

160 ml Portwein oder Rotwein

2 unbehandelte Orange

800 g Wildschweinfilet

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

ein paar Blätter Salbei

Olivenöl


Wild grillen: Kerntemperaturen, Cuts, Saison und 12 Rezepte für Wildfleisch 6

Und so gelingt’s:

Trockenpflaumen in Portwein einlegen und ca. 30 Minuten ziehen lassen. Wildschweinfilet in ca. 2,5 cm große Würfel schneiden. Orange heiß abwaschen, trocken tupfen und Schale fein abreiben. Wildschwein mit Orangenabrieb, Salz und Pfeffer würzen. Salbeiblätter waschen und trocken tupfen.

Grill für direkte starke Hitze (230-290 °C) vorbereiten. Abwechselnd Fleisch, Salbei und Pflaumen auf die Spieße stecken und mit etwas Olivenöl bepinseln.

Spieße über direkter starker Hitze bei geschlossenem Deckel ca. 3-4 Minuten grillen, dabei zwei- bis dreimal wenden. Vom Grill nehmen und in eine Grillschale legen. Ca. 10 Minuten ruhen lassen.

Tipp: Es ist wichtig, Fleischwürfel von möglichst gleicher Größe zu schneiden, damit sie gleichmäßig garen. Am besten verwendest du dafür Edelstahl Grillspieße mit einer Doppelspieß-Ausführung. Benutzt du Holzspieße, diese vorher mindestens 30 Minuten wässern.

Wild grillen: Kerntemperaturen, Cuts, Saison und 12 Rezepte für Wildfleisch 3 10 min. Zubereitungszeit

Ragout vom Wildhasen mit Pfifferlingen aus dem Dutch Oven

Einfach eine geniale Kombination Wildhase mit Pfifferlingen, im Dutch Oven geschmort. Dieses leckere Hasenragout schmeckt mit Butter-Spätzle und Rosenkohl oder mit Ofenkartoffeln.


Du brauchst:

800 g Wildhasenfleisch

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

1 TL geschrotete Pfefferkörner

1 TL Majoran

2 EL Butterschmalz

2 Zwiebeln (geschält und gewürfelt)

2 Möhren (geputzt, geschält und gewürfelt)

2-3 EL Tomatenmark

2-3 EL Mehl

250 ml Rotwein

240 ml Wildfond

1 Lorbeerblatt

1 EL Butter

75 g durchwachsener Räucherspeck (fein gewürfelt)

250 g Pfifferlinge (geputzt)

2 EL Kirschgelee

2 cl Kirschwasser nach Belieben

½ Becher Crème fraîche


Wild grillen: Kerntemperaturen, Cuts, Saison und 12 Rezepte für Wildfleisch 6

Und so gelingt’s:

Glutbett vorbereiten. Da für das Anbraten von Fleisch eine hohe Hitze benötigt wird, ca. 8-10 Briketts im Anzündkamin durchglühen.

Wildhasenfleisch waschen, trocken tupfen und würfeln. Mit Salz, Pfeffer, geschrotetem Pfeffer und Majoran würzen. Butterschmalz im Dutch Oven erhitzen. Bilden sich kleine Bläschen, wird es Zeit das Fleisch zuzugeben. Fleisch scharf anbraten, sodass es schön anbräunt. Zwiebeln und Möhren zugeben und mitrösten.

Tomatenmark unterrühren und kurz anrösten. Mit Mehl bestäuben, alles gut verrühren und nochmals kurz anrösten, damit sich zusätzliche Röstaromen bilden. Mit Rotwein ablöschen und mit Wildfond auffüllen. Lorbeerblatt zufügen und Deckel drauf. Da beim Schmoren keine hohe Hitze mehr gebraucht wird, reichen jetzt 3-4 Briketts unter dem Feuertopf aus. Die restlichen Briketts ablöschen. Alles ca. 1 Stunde lang schmoren lassen. Nach ca. 30 Minuten nachschauen, ob genügend Flüssigkeit im Topf ist und bei Bedarf nachgießen. Umrühren nicht vergessen.

Butter in einer Pfanne schmelzen und Speck darin anschwitzen. Pfifferlinge zugeben und kurz mitdünsten. Kirschgelee unterrühren und kurz erhitzen. Pfanne vom Grill nehmen.

Ist das Hasenragout gar, Lorbeerblatt entfernen und die Pfifferlingsmischung unterziehen. Ragout kräftig abschmecken und nach Belieben mit Kirschwasser aromatisieren. Mit Crème fraîche verfeinern, anrichten und genießen.

Hirschfleisch Spieß mit Ananas

Wild grillen: Kerntemperaturen, Cuts, Saison und 12 Rezepte für Wildfleisch 3 25 min. Zubereitungszeit

Rezept Fruchtiges Hirschfleisch am Spieß


Zum intensiven Aroma des Hirschrückens passt die süße Ananas hervorragend. Die fruchtig-leckeren Hirschfleisch Spieße sind schnell gegrillt.

Tipp: Statt fruchtig geht auch herzhaft. Spieße das Wildfleisch einfach abwechselnd mit Paprika, Zwiebeln und Pilzen auf und würze mit Kräutern und Chili.

Rehsteak auf Orangenbett

Wild grillen: Kerntemperaturen, Cuts, Saison und 12 Rezepte für Wildfleisch 3 7 min. Zubereitungszeit

Rezept Rehsteak vom Grill


Zu einem saftigen Rehsteak passt eine saftige Orange besonders gut. Dazu noch etwas Grill Baguette und fertig ist dein Herbst Menü.

Wild grillen: Kerntemperaturen, Cuts, Saison und 12 Rezepte für Wildfleisch 3 20 min. Zubereitungszeit

Wildschwein-Burger mit Camembert

Burger gehen immer, wie wäre es mal mit einem Wildschwein Burger mir geschmolzenem Camembert. Lecker!


Du brauchst:

400 g Wildschwein Schulter und/oder Keule

100 g geräucherter Schweinespeck

Salz

frisch gemahlener Pfeffer

1 Camembert

2 rote Zwiebeln

4 Salatblätter

4 EL BBQ-Sauce

4 EL Preiselbeeren

4 Burger Buns

Butter


Wild grillen: Kerntemperaturen, Cuts, Saison und 12 Rezepte für Wildfleisch 6

Und so gelingt’s:

Wildschwein und Schweinespeck wolfen – ca. 8 mm – und zu Patties formen. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Camembert in Scheiben schneiden. Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. Salat waschen und trocken schütteln. BBQ-Sauce mit Preiselbeeren vermischen.

Patties bei direkter Hitze ca. 1-2 Minuten scharf angrillen und dann in der indirekten Zone bei 120°C mit dem Camembert belegen. Deckel schließen und fertig grillen.

Buns aufschneiden, mit Butter bestreichen und mit den Schnittflächen kurz anrösten.

Burger belegen: Salat, Zwiebeln, Pattie, Käse, BBQ-Sauce.


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Reh- oder Hirschhack in 60 Minuten zur Sauce, ohne dass das magere Fleisch trocken wird: die Wildbolognese.


Häufige Fragen zum Wild grillen

Welche Kerntemperatur braucht Wild auf dem Grill?

Reh 56 bis 58 °C, Hirsch 58 bis 60 °C, Wildschwein 62 bis 65 °C für leicht rosa und 70 °C für durch. Geschmorte Stücke wie Schulter oder Haxe laufen auf 80 bis 85 °C.

Muss Wildfleisch durchgegart werden?

Reh und Hirsch nicht, rosa ist bei Rücken, Filet und Keule üblich. Wildschwein bleibt trotz amtlicher Trichinenschau nie unter 62 °C, sicher durch ist es bei 70 °C. Federwild wie Fasan gart durch.

Welches Wild eignet sich am besten zum Grillen?

Rücken, Filet und Medaillons von Reh, Hirsch und Wildschwein, dazu Steaks aus der Keule. Schulter, Blatt, Nacken und Haxe werden auf dem Rost zäh und gehören in den Dutch Oven.

Muss man Wild vor dem Grillen beizen oder einlegen?

Frisches, abgehangenes Wild nicht. Zwei Stunden in Öl mit Wacholder und Thymian reichen. Buttermilch nimmt älterem Fleisch die Strenge, kostet gutem Wild aber Aroma. Vor dem Grillen immer trocken tupfen.

Wann hat Wild Saison?

Hauptsaison ist September bis Januar. Reh gibt es ab Mai, Wildschwein ab Juni und Frischlinge das ganze Jahr, Rot- und Damwild ab August, Hase und Fasan ab Oktober. Vakuumiert eingefroren ist Wild ganzjährig ohne Qualitätsverlust zu haben.

Wo kaufe ich gutes Wildfleisch?

Beim Jäger, im Forstamt oder beim Wildhändler, der Erlegedatum und Alter des Tiers nennen kann. Frischling, Überläufer und junges Reh sind zart, alte Tiere fest und streng. Wildschwein trägt die Wildmarke der Trichinenschau.

Warum wird Wild auf dem Grill trocken?

Weil es unter 3 % Fett hat. Fünf Grad zu viel, eine Deckeltemperatur über 180 °C, kaltes Fleisch aus dem Kühlschrank und fehlende Ruhezeit kosten den Saft. Speck oder Butter obenauf und ein Thermometer verhindern das.

Welche Beilagen passen zu gegrilltem Wild?

Pilze aus der Gusseisenpfanne, Kürbisspalten, Rosenkohl mit Speck, Rosmarinkartoffeln oder Knödel, dazu eine Preiselbeersoße mit Rotwein und Orange.


Wildschwein grillen: So wird Wildschwein zart und lecker

Schweinefleisch erfreut sich hierzulande größter Beliebtheit. Doch warum nicht einen Schritt weitergehen und ein Fleisch wählen, das Natur pur und höchsten Genuss verspricht? Wildschwein ist weniger fett als das Fleisch vom Hausschwein. Es hat einen niedrigeren Cholesteringehalt und ist nicht durch Antibiotika oder andere Medikamente belastet, die in der klassischen Schweinezucht leider häufig zum Einsatz kommen. Auch aus Tierschutzgründen ist Wildschwein klar im Vorteil. Die Tiere leben artgerecht in der freien Natur. Da Schwarzwild in einigen Regionen großen Schaden in der Landwirtschaft und im Wald anrichtet, sind Jäger ohnehin dazu angehalten, den Bestand zu regulieren und immer wieder einzelne Tiere zu schießen.
Marinade zum Wildschwein grillen

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