Dessert nach dem Braten: Resthitze nutzen
Ein Weihnachtsbraten braucht 150 bis 160 °C über drei bis vier Stunden. Wenn du ihn vom Rost nimmst, ruht er 20 Minuten, und in dieser Zeit steht dein Grill mit voller Glut oder laufenden Brennern herum. Genau hier beginnt das Weihnachtsdessert. Ein Kugelgrill hält nach einem Minion-Ring noch 140 bis 150 °C; legst du 10 bis 12 frische Briketts auf die Glut und öffnest die untere Lüftung ganz, steht er nach 15 Minuten bei 180 bis 200 °C. Am Gasgrill drehst du einen äußeren Brenner auf hoch, die übrigen bleiben aus, und die indirekte Zone erreicht in 10 Minuten 180 °C. Ein Kamado hält nach dem Braten stundenlang Hitze und braucht nur halb geöffnete Schieber, ein Pelletgrill bekommt 180 °C am Regler und ist in 10 Minuten dort.
Das Fenster von 160 bis 200 °C deckt fast jedes warme Dessert ab: Bratapfel gart bei 180 bis 200 °C, Strudel bei 180 °C, Käsekuchen bei 160 °C. Zwei Desserts hängen von einer anderen Temperatur ab. Kandierte Äpfel brauchen Zuckersirup von 150 °C im Topf, die Grilltemperatur ist dafür egal. Schmalzkuchen brauchen Fett von 160 bis 170 °C im Dutch Oven, das geht auf dem Seitenkocher oder direkt über der Glut.
Vier Werkzeuge reichen für alle Desserts auf dieser Seite. Der Dutch Oven ist der Backofen unter den Grillgeräten: Mit Briketts auf dem Deckel backt er von oben und unten, und ein 12-Zoll-Topf braucht für 180 °C rund 24 Briketts, davon 15 auf dem Deckel und 9 darunter. Jedes Brikett-Paar mehr oder weniger verschiebt die Temperatur um rund 10 bis 15 °C. Der Pizzastein speichert Hitze und gibt sie gleichmäßig an Strudel und Springform ab; er braucht 20 bis 30 Minuten Vorheizzeit, also kommt er in den Grill, sobald der Braten in die letzte halbe Stunde geht. Die Gusspfanne steht während des Hauptgangs auf dem Rost und ist heiß, sobald der Kaiserschmarrn dran ist. Die Zedernholzplanke, eine Stunde gewässert, hält Bratäpfel und Bananen vom direkten Feuer fern und gibt ihnen eine leichte Rauchnote.

Das komplette Menü vom Grill, von der Vorspeise bis zum Braten, steht im Pillar Weihnachtsgrillen, dieser Dessert-Hub ist sein süßer Schlussteil.
Welcher Grill welches Dessert schafft
Jeder Grilltyp kommt anders aus dem Braten heraus, und davon hängt ab, welches Dessert du parallel planst. Die Tabelle zeigt, wo dein Grill nach dem Braten steht, wie du auf 180 °C kommst und wie lange das dauert.
| Grill | Nach dem Braten | So kommst du auf 180 °C | Dauer |
Kugelgrill (Minion-Ring) | 140 bis 150 °C | 10 bis 12 Briketts nachlegen, Lüftung unten auf | 15 Minuten |
Gasgrill | 150 bis 160 °C | einen Außenbrenner auf hoch, Rest aus | 10 Minuten |
Kamado | 150 °C | Schieber unten und oben halb öffnen | 10 bis 15 Minuten |
Pelletgrill | 150 °C | Regler auf 180 °C | 10 Minuten |
Offset-Smoker | 110 bis 120 °C | zwei Scheite nachlegen oder bei 120 °C bleiben | 20 Minuten |
Der Smoker ist der Sonderfall. Bei 120 °C lohnt es sich nicht, für ein Dessert hochzuheizen; ein Bratapfel gart dort in 50 bis 60 Minuten und nimmt dabei Rauch an, ein Strudel würde in dieser Zeit weich bleiben. Für den Smoker passt deshalb der Bratapfel, alles mit Teig läuft besser auf dem Zweitgrill oder im Dutch Oven auf der Glut der Feuerbox.
Am Gasgrill gibt es eine Falle: Der Heckbrenner läuft beim Drehspieß-Braten auf voller Stufe und strahlt von hinten. Lässt du ihn beim Dessert an, verbrennt die Rückseite von Strudel und Kuchen, bevor die Vorderseite Farbe hat. Heckbrenner aus, ein Außenbrenner an, Dessert in die Mitte.

Welche Braten überhaupt in Frage kommen, mit Garzeit je Kilo und Kerntemperatur, zeigt der Hub Weihnachtsbraten vom Grill, und daran hängt dein Dessert-Zeitplan.
Warme Weihnachtsdesserts aus Dutch Oven und Gusspfanne
Der Bratapfel ist das einfachste Dessert für die Resthitze. Ein Boskop von 180 bis 200 g, Kerngehäuse raus, Marzipan und gehackte Mandeln rein, ein Stück Butter obendrauf, und ab in den Dutch Oven. Mit wenig Glut unten und mittlerer Hitze oben braucht er je nach Größe 10 bis 25 Minuten; indirekt auf dem Rost bei 180 bis 200 °C sind es 20 bis 30 Minuten. Stich die Schale rundherum fünfmal ein, sonst platzt der Apfel, weil der Dampf keinen Weg nach draußen findet.

Fünf Füllungen von Zimt-Honig bis Marzipan-Calvados und die passende Apfelsorte stehen im Guide Bratapfel vom Grill.

Wer den Topf direkt in die Glut stellt, findet Hitzeverteilung oben und unten und die Garzeit im Rezept Bratapfel im Dutch Oven.

Mit Honig und Zimt gefüllt kommt als winterliches Dessert der Bratapfel mit Zimt und Honig.
Kaiserschmarrn braucht eine Gusspfanne von 28 cm, die 10 Minuten bei 180 bis 200 °C auf dem Rost vorgeheizt hat. Ein Stück Butter muss darin schäumen, bevor der Teig reinkommt; ist die Pfanne kälter, klebt der Schmarrn fest. Nach 5 Minuten je Seite mit geschlossenem Deckel reißt du ihn mit zwei Pfannenwendern in Stücke, streust Zucker darüber und lässt ihn noch 2 Minuten karamellisieren. Der Deckel muss zu bleiben, damit die Oberseite stockt, bevor du wendest.


Teigmengen und Pfannengröße stehen im Rezept Kaiserschmarrn vom Grill, dazu Apfelmus oder Zwetschgenkompott als Beilage.
Der Apfelstrudel ist das Dessert, das am längsten braucht, und deshalb der Klassiker für die Bratenpause: 45 bis 60 Minuten bei 180 °C auf dem Pizzastein, indirekt, Deckel zu. Die Füllung aus Äpfeln und Semmelbröseln muss vorher eine Stunde ruhen, damit der Saft austritt und nicht den Teig durchweicht. Im Dutch Oven geht er genauso lange, gebogen auf Backpapier in einem 12-Zoll-Topf, mit 15 Briketts oben und 9 unten.


Wie der Strudel auf den Pizzastein kommt und warum die Füllung eine Stunde ruhen muss, erklärt Apfelstrudel vom Grill Schritt für Schritt.
Schmalzkuchen sind das Weihnachtsmarkt-Dessert für den Dutch Oven. Ein Liter Butterschmalz oder Pflanzenfett im Topf, auf dem Seitenkocher oder direkt über der Glut auf 160 bis 170 °C gebracht, dann Teigstücke von 3 cm hinein, 5 bis 6 Minuten je Ladung, bis sie goldbraun schwimmen. Ein Thermometer im Fett ist Pflicht: Unter 150 °C saugen sich die Stücke voll, über 180 °C sind sie außen dunkel und innen roh.

Teig und Fettmenge stehen im Rezept, ebenso wie viele Stücke auf einmal in den Topf dürfen: Schmalzkuchen selber machen.
Käsekuchen vom Pizzastein: Bratapfel-Cheesecake und Spekulatius-Käsekuchen
Käsekuchen gehören zu den wenigen Desserts, die du komplett am Vortag backst, und trotzdem vom Grill kommen. Der Bratapfel-Cheesecake mit Spekulatiusboden backt 60 Minuten bei 160 °C und zieht danach 20 Minuten im abkühlenden Grill nach; dann braucht er 6 Stunden im Kühlschrank, damit die Masse schnittfest wird. Das Rezept im Magazin backt ihn direkt im Dutch Oven von 28 cm. In einer Springform von 26 cm auf dem Pizzastein funktioniert er mit denselben Werten.

Der Spekulatius-Käsekuchen mit Glühweinglasur läuft heißer: 60 Minuten bei 180 °C im Gasgrill, indirekt, die Form mittig auf dem Stein. Stell eine Schale mit heißem Wasser neben die Form, dann bleibt die Luft im Grill feucht und die Oberfläche reißt nicht. Beide Kuchen halten sich 2 Tage im Kühlschrank und schmecken am zweiten Tag besser als am ersten, weil die Gewürze durchziehen.
Der Pizzastein darf für Kuchen nie mit voller Leistung vorheizen. Ein Stein, der auf 300 °C steht, verbrennt den Boden einer Springform in zehn Minuten, während die Mitte noch flüssig ist. Heize den Stein bei der Zieltemperatur vor, 160 bis 180 °C, und leg zur Sicherheit ein Backblech oder ein Stück Backpapier zwischen Stein und Form.

Der Bratapfel-Cheesecake aus dem Dutch Oven kombiniert Spekulatiusboden und Käsemasse unter einer Streuseldecke in einem Topf.

Für den Spekulatius-Käsekuchen mit Glühweinglasur kommt eine Glasur aus Glühwein auf den Kuchen, das Rezept nennt die Mengen.
Schnell vom Rost: Fünf-Minuten-Desserts von Ananas bis kandiertem Apfel
Nach Gans oder Prime Rib will kaum jemand einen schweren Nachtisch, und dafür gibt es die Fünf-Minuten-Desserts vom Rost. Gegrillte Ananas braucht Scheiben von 1,5 cm, direkt über der Glut bei 200 °C, 2 bis 3 Minuten je Seite, bis sich dunkle Streifen zeigen. Dann kommt eine Glasur aus Honig und Rum darüber, dazu Vanilleeis. Die Scheiben schneidest du am Nachmittag, sie halten sich abgedeckt im Kühlschrank bis zum Abend.

Mit Honig-Rum-Glasur und gerösteten Mandeln ist die gegrillte Ananas mit Rum in fünf Minuten fertig.
Die Schokobanane bleibt in der Schale. Längs einschneiden, Schokoladenstücke in den Spalt drücken, 10 bis 15 Minuten am Rand des Rosts bei 180 °C. Die Schale wird schwarz, das ist richtig so; erst dann ist das Fruchtfleisch weich und die Schokolade geschmolzen. Wer sie zu früh runternimmt, hat feste Banane mit halb geschmolzener Schokolade.

Füllung und Grillzeit zeigt das Rezept gegrillte Schokobanane.
Kandierte Äpfel sind das Weihnachtsmarkt-Dessert, das nur am selben Tag funktioniert. Der Zuckersirup muss 150 °C erreichen, gemessen mit dem Thermometer, sonst bleibt die Hülle klebrig. Kleine, feste Äpfel heiß abwaschen und trocken reiben, damit die Wachsschicht weg ist und der Zucker haftet, dann eintauchen, 15 Minuten für eine Ladung, eine Stunde aushärten. Nach 24 Stunden zieht der Zucker Feuchtigkeit und die Hülle wird matt.

Zuckermenge und Zeiten stehen im Rezept Kandierte Äpfel selber machen.
Weihnachtsdessert vorbereiten: was am Vortag fertig wird
An Heiligabend ist der Grill vom Braten belegt und die Küche vom Rest. Deshalb lohnt es sich, mindestens ein Dessert zu wählen, das komplett vorher fertig ist. Der Kalte Hund aus der Dutch-Oven-Kastenform braucht keinen Grill: Butterkekse und Kakao-Kokosfett-Creme in Schichten, 12 Stunden im Kühlschrank, dann hält er 3 Tage und lässt sich sauber schneiden.

Der Kalte Hund aus der Kastenform kommt ohne Backen aus und wird über Nacht fest.
Baumkuchen ist das Dessert für den Tag vor dem Fest, wenn der Gasgrill noch frei ist. Der Teig läuft Schicht für Schicht auf eine Rolle am Drehspieß vor dem Heckbrenner, jede Schicht bräunt in wenigen Minuten, und für 15 bis 20 Schichten sind 2 bis 3 Stunden weg. In Folie gewickelt und kühl gelagert hält er sich eine Woche, mit Schokoladenüberzug länger.

Wie flüssig der Teig sein muss und wie du die Rolle vorbereitest, beschreibt das Rezept Baumkuchen selber machen am Drehspieß.
Dampfnudeln gelingen im Dutch Oven, weil der schwere Deckel den Dampf hält. Für 8 Stück: 500 g Mehl, 250 ml lauwarme Milch, 21 g frische Hefe, 60 g Zucker, 60 g weiche Butter, 1 Ei und eine Prise Salz zu einem glatten Teig kneten, eine Stunde gehen lassen, 8 Kugeln formen und noch einmal 30 Minuten gehen lassen. Im Topf 250 ml Milch, 40 g Butter, 1 EL Zucker und eine Prise Salz erhitzen, die Kugeln hineinsetzen, Deckel zu, 20 bis 25 Minuten bei mittlerer Hitze. Der Deckel bleibt zu, bis das Zischen aufhört, sonst fallen die Nudeln zusammen. Der Teig geht am Vortag im Kühlschrank langsam auf und wird dadurch feiner.
Zimtschnecken backen im Dutch Oven 40 bis 50 Minuten bei 180 °C. Der Trick für Heiligabend: Schnecken am Vortag formen, in den gefetteten Topf setzen, abgedeckt in den Kühlschrank, und am Morgen direkt aus der Kälte in die Glut. Die lange, kalte Gare macht den Teig feinporiger als eine Stunde bei Raumtemperatur. Aufgewärmt werden sie 10 Minuten bei 150 °C mit Deckel.

Teig und Zimtfüllung stehen im Rezept Zimtschnecken selber machen im Dutch Oven, mit der Backzeit im geschlossenen Topf.
Waffeln aus dem gusseisernen Waffeleisen sind das Dessert, bei dem die Vorbereitung im Teig steckt. Er wird am Vortag angerührt und ruht über Nacht im Kühlschrank; das Eisen liegt beim Hauptgang auf dem Rost und ist bei 200 °C in 3 bis 4 Minuten je Waffel fertig. Übriger Teig lässt sich portionsweise einfrieren.

Das Grundrezept für den Waffelteig fürs Gusseisen liefert Waffeln vom Grill.
Leg den Pizzastein zusammen mit dem Braten in den Grill. Nach drei Stunden bei 150 °C ist er bis in den Kern durchgeheizt und hält beim Wechsel auf 180 °C die Temperatur, während ein kalt eingelegter Stein 30 Minuten braucht und dir die Ruhezeit des Bratens auffrisst. Der Strudel darauf bekommt sofort Unterhitze und einen Boden, der beim Anschneiden knackt.
Kommende Weihnachtsdesserts: Mousse mit Rauch, Crème brûlée, Schokofondue, Bûche, Panettone
Fünf Desserts fehlen dem Magazin noch, und sie kommen in den nächsten Wochen als eigene Rezepte. Die Mousse au Chocolat mit Rauch bekommt ihre Note aus Sahne, die vorher 20 Minuten über Kirschholz kalt geräuchert wird; die Mousse selbst braucht dann 4 Stunden Kühlschrank. Die Crème brûlée vom Grill stockt im Wasserbad bei 150 °C in 35 bis 40 Minuten und wird erst am Tisch mit dem Brenner karamellisiert.
Das Schokofondue läuft im kleinsten Gusstopf am Rand des Rosts, wo die Schokolade warm bleibt und nicht kocht. Die Bûche de Noël ist ein Biskuit vom Pizzastein, 12 Minuten bei 180 °C, der noch warm gerollt wird. Der Panettone ist das Langzeitprojekt: drei Gehzeiten über 24 Stunden, dann 45 bis 50 Minuten bei 170 °C im Dutch Oven, und kopfüber auskühlen, damit er nicht zusammenfällt. Sobald die Rezepte online sind, werden sie hier verlinkt.
Tabelle: Gerät, Temperatur, Zeit und wie viele Tage vorher
Die Tabelle beantwortet die Frage, die bei der Planung zählt: Welches Dessert gart wo, wie heiß, wie lange, und wie viele Tage vorher kann es fertig sein. Die Spalte „vorbereitbar“ meint das fertige Dessert; steht dort „Teig“ oder „gefüllt“, ist die Vorbereitung am Vortag erledigt und nur das Garen bleibt für den Festtag.
| Dessert | Gerät | Temperatur | Zeit | vorbereitbar |
Bratapfel im Dutch Oven | Dutch Oven | 180 bis 200 °C | 10 bis 25 Min. | gefüllt 1 Tag |
Bratapfel mit Zimt und Honig | Rost, indirekt | 180 bis 200 °C | 20 bis 30 Min. | gefüllt 1 Tag |
Kaiserschmarrn | Gusspfanne | 180 bis 200 °C | 12 Min. | Teig 1 Tag |
Apfelstrudel | Pizzastein oder Dutch Oven | 180 °C | 45 bis 60 Min. | roh gerollt 1 Tag |
Schmalzkuchen | Dutch Oven mit Fett | Fett 160 bis 170 °C | 5 bis 6 Min. je Ladung | Teig 1 Tag |
Bratapfel-Cheesecake | Dutch Oven oder Springform auf Stein | 160 °C | 60 + 20 Min. | 2 Tage |
Spekulatius-Käsekuchen | Springform auf Pizzastein | 180 °C | 60 Min. | 2 Tage |
Gegrillte Ananas | Rost, direkt | 200 °C | 5 Min. | Scheiben 1 Tag |
Schokobanane | Rost, indirekt | 180 °C | 10 bis 15 Min. | am Tag selbst |
Kandierte Äpfel | Topf auf Seitenkocher | Sirup 150 °C | 15 Min. + 1 Std. | am Tag selbst |
Kalter Hund | Kastenform, kalt | Kühlschrank | 12 Std. | 3 Tage |
Baumkuchen | Drehspieß, Heckbrenner | Heckbrenner voll | 2 bis 3 Std. | 7 Tage |
Dampfnudeln | Dutch Oven | mittlere Hitze | 20 bis 25 Min. | Teig 1 Tag |
Zimtschnecken | Dutch Oven | 180 °C | 40 bis 50 Min. | geformt 1 Tag |
Waffeln | Gusseisen-Waffeleisen | 200 °C | 3 bis 4 Min. je Waffel | Teig 1 Tag |
Zwei Desserts vertragen keine Wartezeit: kandierte Äpfel werden nach einem Tag matt und die Schokobanane ist nur heiß gut. Alles mit Käse- oder Kekscreme gewinnt durch einen Tag im Kühlschrank. Wer zwölf Gäste hat, plant ein vorbereitetes Dessert und ein warmes vom Grill, dann ist der Nachtisch für alle da, ohne dass jemand am Grill fehlt.

Für den Sommer und andere Anlässe gibt es die Auswahl Dessert vom Grill: Top 10 mit Früchten und Soufflé.
Zeitplan: Dessert parallel zum Braten
Der Zeitplan geht von einer Gans aus, die gegen 18 Uhr auf den Tisch kommt und ab 14 Uhr bei 150 bis 160 °C auf dem Grill liegt. Für Pute oder Prime Rib verschieben sich nur die Auflegezeit und die Ruhezeit, der Dessert-Teil bleibt gleich.
| Zeit | Braten | Dessert |
Vortag | Gans trocken salzen, offen im Kühlschrank | Käsekuchen backen, Kalter Hund schichten, Teige ansetzen |
14 Uhr | Braten bei 150 bis 160 °C auflegen | Bratäpfel füllen, Strudel rollen, beides kühl stellen |
17:10 Uhr | Kerntemperatur prüfen | Pizzastein in die indirekte Zone legen |
17:40 Uhr | Braten runter, ruht 20 Minuten | Grill auf 180 bis 200 °C, Strudel oder Bratäpfel rein, Deckel zu |
18 Uhr | Tranchieren, Sauce, Hauptgang | Dessert gart, Gusspfanne heizt auf dem Rost |
18:45 Uhr | Teller abräumen | Kaiserschmarrn 12 Minuten, Ananas 5 Minuten, Strudel raus |
19 Uhr | Dessert servieren, Glühwein aus dem Dutch Oven |
Der Kern des Plans ist die Ruhezeit: Der Braten ruht 20 Minuten unter Folie, und in genau diesen 20 Minuten kommt der Grill auf Desserttemperatur und der Strudel rein. Bis der Hauptgang gegessen ist, sind 45 Minuten um, und der Strudel ist durch. Bratäpfel und Strudel zusammen passen auf einen 57er-Kugelgrill, wenn der Topf links und der Stein rechts liegt und die Glut in der Mitte unter keinem von beiden.

Glühwein und Punsch für 20 Personen bleiben im Dutch Oven am Rand des Grills heiß, die Mengen stehen im Hub Winterdrinks vom Grill.
Fehler beim Weihnachtsdessert vom Grill
- Boden vom Strudel oder Kuchen schwarz: Der Pizzastein wurde bei voller Leistung vorgeheizt und hatte über 250 °C. Stein nur bei 160 bis 180 °C vorheizen, Backpapier oder Blech dazwischenlegen.
- Strudel wird zäh: Der Deckel war zu oft offen; jedes Öffnen kostet 30 bis 50 °C und fünf Minuten Backzeit. Einmal nach 40 Minuten nachsehen, sonst zu.
- Käsekuchen reißt: Zu heiß gebacken oder zu schnell abgekühlt. 160 °C halten, 20 Minuten im abkühlenden Grill nachziehen lassen, Wasserschale daneben.
- Bratapfel platzt: Schale nicht eingestochen oder die Sorte zu weich. Fünfmal einstechen und Boskop oder Elstar nehmen, kein Golden Delicious.
- Kaiserschmarrn klebt: Die Pfanne war unter 180 °C. Zehn Minuten vorheizen, bis die Butter schäumt, dann erst den Teig hinein.
- Schmalzkuchen voller Fett: Fett unter 150 °C. Thermometer ins Fett, zwischen den Ladungen zwei Minuten warten, bis es wieder 160 °C hat.
- Kandierte Äpfel kleben nicht: Die Wachsschicht war noch auf dem Apfel. Heiß abwaschen, trocken reiben, Sirup auf 150 °C bringen.
- Dampfnudeln fallen zusammen: Der Deckel wurde vor dem Ende geöffnet. Deckel zu lassen, bis das Zischen aufhört, das dauert 20 bis 25 Minuten.
Die meisten Fehler haben dieselbe Ursache: Ein Grill, der fürs Fleisch eingestellt war, wird ohne Anpassung fürs Dessert benutzt. Ein Thermometer auf Rosthöhe zeigt dir, was der Kuchen wirklich abbekommt; das Deckelthermometer liegt oft 20 bis 30 °C daneben.
Winter am Grill: was bei Frost anders ist
Bei 0 °C braucht jeder Grill 10 Minuten länger zum Vorheizen, und jede Garzeit auf dieser Seite verlängert sich um rund 20 Prozent. Ein Strudel, der im Herbst 45 Minuten braucht, ist im Dezember erst nach 55 Minuten durch. Der Deckel bleibt zu; ein offener Kugelgrill verliert bei Frost in einer Minute 50 °C, und im Dutch Oven sinkt die Temperatur beim Nachsehen von 180 auf 140 °C.
Am Gasgrill entscheidet die Flasche. Butan verdampft unter 0 °C kaum noch und der Brenner geht aus, Propan arbeitet bis minus 40 °C. Wie du den Gasgrill bei Frost auf Temperatur hältst, steht im Ratgeber Gasgrill im Winter. Der Dutch Oven gehört im Winter auf eine Steinplatte oder einen Untersetzer; auf gefrorenem Boden ziehen die unteren Briketts keine Luft und der Topf backt nur von oben. Ein Pizzastein wandert nie kalt in den heißen Grill, der Temperaturschock reißt ihn.
Beobachtung vom Grill: Ein Dutch Oven mit Bratäpfeln hält nach dem Abnehmen der Briketts noch 30 Minuten über 60 °C, weil das Gusseisen die Wärme speichert. Das reicht, um ihn zum Tisch zu tragen und dort zu servieren, während der Grill draußen schon abkühlt.

Wer nach dem Dessert noch backt, findet Temperaturführung für Ausstecher und Stollen im Hub Weihnachtsplätzchen vom Grill und Pizzaofen.
Häufige Fragen
Welches Dessert passt nach der Weihnachtsgans?
Nach einem fetten Braten passt etwas Säure: gegrillte Ananas in 5 Minuten oder ein Bratapfel mit Boskop. Käsekuchen und Kalter Hund sind eher etwas für den Kaffee am ersten Feiertag, bei 120 bis 150 g pro Person.
Wie lange hält sich Weihnachtsdessert im Kühlschrank?
Käsekuchen hält 2 bis 3 Tage, Kalter Hund 3 bis 4 Tage, Baumkuchen in Folie eine Woche. Gefüllte, rohe Bratäpfel halten einen Tag, wenn die Schnittflächen mit Zitronensaft bestrichen sind.
Kann man Bratäpfel am Vortag vorbereiten?
Füllen ja, garen nein. Gefüllt und abgedeckt halten sie 24 Stunden im Kühlschrank; einmal gegart werden sie beim Aufwärmen matschig und die Füllung läuft aus.
Welche Apfelsorte eignet sich für Bratapfel und Strudel?
Boskop und Elstar bleiben bei 180 bis 200 °C in Form und bringen Säure mit. Ein Apfel von 180 bis 200 g ist die richtige Größe, größere Äpfel brauchen über 30 Minuten und werden außen weich, bevor die Mitte heiß ist.
Wie viel Dessert rechnet man pro Person zu Weihnachten?
Nach einem Menü mit Braten reichen 120 bis 150 g Dessert pro Person, also ein Bratapfel oder ein Zwölftel Käsekuchen. Ein Käsekuchen von 26 cm ergibt 12 Stücke, ein Strudel von 40 cm Länge 8 Stücke.
Geht Weihnachtsdessert vom Grill auch im Backofen?
Ja, mit Ober- und Unterhitze bei derselben Temperatur, bei Umluft 20 °C weniger. Es fehlt die Rauchnote, und die Krusten von Strudel und Zimtschnecken werden im Backofen weicher als im Dutch Oven.
Wie bekommt man Rauchgeschmack ans Dessert?
Ein einzelner Chunk Kirsch- oder Apfelholz für die ersten 10 Minuten reicht bei Bratapfel und Banane. Hickory und Mesquite sind für Süßes zu kräftig und schmecken bitter.
Welcher Dutch Oven passt für Desserts?
Ein 12-Zoll-Topf mit rund 30 cm Innendurchmesser nimmt einen Strudel oder eine Springform von 26 cm auf. Für vier bis sechs Bratäpfel reicht ein Topf mit 25 cm, der mit 16 Briketts auf 180 °C kommt.
Was ist ein schnelles Dessert zu Weihnachten?
Gegrillte Ananas ist in 5 Minuten fertig, die Schokobanane in 15. Beide brauchen nur den Rost und keine Vorbereitung außer Schneiden und Einschneiden.
Wie hält man Dessert warm, bis alle so weit sind?
Im Dutch Oven mit Deckel, ohne Briketts, bleibt ein Strudel 30 Minuten über 60 °C. Auf dem Grill bei 100 °C in der indirekten Zone hält er sich 20 Minuten, ohne weiter zu bräunen.


