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Muscheln Grillen – Unser Guide mit den 10 leckersten Rezepten

Steak, Fisch, Hähnchenflügel – geht da nicht noch mehr? Und wie! Mit Muscheln vom Grill eröffnest du ein ganz neues BBQ-Kapitel. Das Beste: Die Rezepte sind gelingsicher, denn die Muscheln zeigen durchs Öffnen selbst an, wann sie gar sind. Im Zweifelsfall brauchst du nicht einmal einen Grill, sondern nur ein glimmendes Feuer, um Muscheln zu garen. Mit der passenden Ausrüstung wie einem Durch Oven erweiterst du den kulinarischen Horizont selbstverständlich noch einmal.

Welche Muscheln eignen sich zum Grillen?

Beim Thema Muscheln zeigen sich viele Köche und Köchinnen zunächst zurückhaltend. Die große Frage: Welche Muscheln kann ich grillen? Einfache Antwort: alle, die essbar sind. Auch Austern und Jakobsmuscheln vom Grill schmecken – mit dem richtigen Rezept – ganz vorzüglich. Hierzulande erhältlich sind meist:

  • Miesmuscheln
  • Venusmuscheln
  • Grünschalmuscheln
  • Schwertmuscheln
  • Austern
  • Jakobsmuscheln

Ganz wichtig: Muscheln müssen frisch sein!

Muscheln schmecken nicht nur köstlich nach Meer, sie sind auch ernährungsphysiologisch äußerst wertvoll. Sie liefern wertvolles Eiweiß bei wenig Fett. Dieses Eiweiß macht sie jedoch auch so empfindlich. Bei falscher Lagerung oder unsachgemäßer Zubereitung droht eine Fischvergiftung. Das ist aber kein Grund, sich nicht an die wunderbaren Rezepte mit Seafood zu wagen. Mit ein paar Tricks erkennst du frische Muscheln ohne Probleme.

Muscheln frisch auf Eis
Muscheln, wie diese Austern auf Eis müssen immer frisch sein.

So erkennst du frische Muscheln

Das entscheidende Kriterium, ob eine Muschel frisch ist, ist ihr Aussehen. Frische Muscheln sind fest verschlossen und nicht geöffnet. Gerade bei Miesmuscheln kann es allerdings passieren, dass sie sich nach dem Herausnehmen aus der Packung etwas öffnen. Klopfe sie dann vorsichtig gegen eine Kante – ist die Muschel frisch, schließt sie sich von selbst. Muscheln, die sich nicht schließen und die offen sind, solltest du unbedingt verwerfen.

Ein zweiter Hinweis ist der Geruch. Frische Muscheln riechen angenehm nach Meer, aber keinesfalls nach Fisch oder nach Ammoniak. Ist Letzteres der Fall, sind sie leider verdorben und sie müssen weg. Ein grüner Schimmer ist übrigens kein Anzeichen für schlechte Ware. Grünschalmuscheln und Schwertmuscheln haben diese Farbe von Natur aus.

Bei Austern, die meist roh verzehrt werden (beim Grillen ist das anders), gibt es noch einen weiteren Trick. Hier kannst du nach dem Öffnen etwas Zitronensaft auf den Rand des Muskels träufeln. Die Muschel sollte sich dann sichtbar bewegen.

Sortiere außerdem alle Muscheln aus, die in irgendeiner Art beschädigt sind. Durch die Fangmethode, den Transport und die Lagerung sind fast in jeder Packung einzelne Muscheln mit gerissenen oder gesplitterten Schalen dabei. Die können schnell verderben und müssen daher weg.

Ansonsten ist Muschelkauf Vertrauenssache. Händler, die sich auf Fisch und Meeresfrüchte spezialisiert haben, können es sich kaum leisten, verdorbene Ware anzubieten. Kaufe Muscheln daher immer beim Händler deines Vertrauens. Achte bei der Fahrt nach Hause darauf, die Kühlung nicht zu unterbrechen.

Wie bewahre ich Muscheln auf?

Wenn du Muscheln grillen möchtest, solltest du sie dafür immer frisch kaufen – am besten am gleichen Tag. Wenn das nicht geht, etwa weil Feiertage anstehen, müssen die Muscheln so kalt wie möglich gelagert werden, idealerweise bei 0 °C im Kühlschrank. Notfalls kannst du sie in einem dicken Bett aus Eiswürfeln in einem wärmegedämmten Gefäß einige Stunden aufbewahren.

Werden Muscheln lebend verkauft?

Muscheln frisch gekauft im Netz.

Wenn du Muscheln frisch kaufst, sind diese tatsächlich lebendig. Das ist auch richtig so, denn auf diese Weise halten sie sich am besten. Alternativ gibt es tiefgekühlte Muscheln. Diese werden (meist gegart) schockgefrostet. Der Vorteil ist, dass du diese portionieren kannst. Frische Muscheln, die meist im Kilo verkauft werden, solltest du hingegen auf einmal verbrauchen.

Wie schmecken Muscheln vom Grill?

Muscheln haben ein einzigartiges Aroma, das an frische Meeresluft erinnert. Zudem haben sie meist leicht nussige Aromen, die sehr gut zu Butter, Petersilie und Tomaten passen. Da sie nur kurz auf dem Grill bleiben, nehmen sie ein ganz dezentes Raucharoma an. Das unterstreicht ihren natürlichen Geschmack wunderbar. Muscheln über dem Feuer zuzubereiten, kann außerdem ein besonders romantisches Erlebnis sein: nur du, das Feuer und Lebensmittel in ihrer ursprünglichen Form.

Muss ich Muscheln salzen?

Muscheln (jedenfalls die aus den Rezepten) leben im Meer. Durch ihre Lebensweise, dieses Wasser nach Nahrung zu filtern, haben sie immer etwas davon zwischen den Schalen. Folglich sind sie von Natur aus bereits gewürzt. Du solltest also, wenn überhaupt, nur dezent nachsalzen.

Wann sind Muscheln gar?

Muscheln sind noch aus einem weiteren Grund ein dankbares Lebensmittel. Wenn sie gar sind, öffnet sich die Schale von selbst. Einzige Ausnahme sind hier Austern, die manchmal auch im gekochten Zustand noch geschlossen sind.

Sollte sich eine Muschel auf dem Grill nicht öffnen, dann empfiehlt es sich, diese nicht zu essen. Eventuell ist sie schlecht. Sind alle noch nicht geöffnet, solltest du die Garzeit etwas verlängern.

Gekochte Muscheln ändern außerdem ihr Aussehen. Roh ist das Muskelfleisch geleeartig und häufig transparent oder glasig. Gekocht ist es hingegen fest und nicht mehr durchscheinend.

Muscheln für den Grill vorbereiten

Bevor die Muscheln auf den Grill oder in den Dutch Oven kommen, solltest du sie säubern. Zum einen dient das dazu, Sand zu entfernen. Der würde sonst beim Essen unangenehm knirschen. Zudem finden sich auf den Muschelschalen manchmal Reste von Algen und Kalkablagerungen. Letztere lassen sich mit einem scharfen Messer gut entfernen. Wenn nicht, ist das auch nicht dramatisch, sie sind ein rein optisches Problem. Sind die Vorbereitungen erledigt, kann es mit den folgenden Rezepten losgehen. Finde in den 10 besten Ideen die passende Inspiration für dein nächstens Seafood-BBQ.

Bei der Zubereitung hast du zwei Möglichkeiten: Muscheln direkt grillen oder in einem Topf mit Sauce kochen.

Muscheln direkt grillen

Die einfachste Art, Muscheln zu grillen, ist das Garen bei direkter Hitze. Die Schale dient gewissermaßen als Pfanne für das Muskelfleisch im Inneren. Daher dürfen die Muscheln direkt auf den Rost. Alternativ kannst du eine Grillplatte als Unterlage verwenden.

Muscheln direkt grillen
Muscheln, die wie diese Jakobsmuscheln etwas größer sind, lassen sich hervorragend direkt grillen.

Beachte dabei, dass die Garzeit sehr kurz ist. Wenige Minuten reichen schon aus. Vermeide es, die Muscheln zu lange zu grillen. Das lässt sie zäh und trocken werden.

Einfach und genial: Jakobsmuscheln mit Butter

Die Jakobsmuschel macht Eindruck, und zwar schon in der Theke beim Fischhändler. Da sie zu den größten essbaren Muscheln gehören, sind sie im Prinzip nicht zu übersehen. Allerdings gibt es sie frisch nur zur Saison zwischen Oktober und Mai (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Das geniale an der Jakobsmuschel ist, dass sie ihre Grillschale ebenso wie den Servierteller gleich mitbringt. Sie eignet sich perfekt als Gruß vom Grill vorweg, aber ebenso als Hauptgericht. Zum dezent nussigen, leicht süßlichen Geschmack passt Weißbrot sehr gut.

Wer einen üppigen Meeresfrüchte-Grillabend plant, kann Austern, Kaisergranat und Fisch nach Wahl zur Jakobsmuschel kombinieren.

Wichtig: Die Muscheln werden frisch verkauft, sie müssen in der Küche noch zubereitet werden. Dazu die Schale mit der flachen Seite nach oben sicher auf eine Ablage legen und längs aufschneiden. Die Muschel dann öffnen und alles bis auf das Muskelfleisch und den orangen Rogen entfernen.

Alternativ gibt es Jakobsmuschelfleisch bereits ausgelöst zu kaufen. Um sie zu grillen, brauchst du aber am besten die Schale. Oftmals gibt es diese beim Fischhändler separat zu kaufen.

Zutaten:

Jakobsmuscheln mit Schale
Butter
Gewürze nach Geschmack

Zubereitung:

Du gibst zur geöffneten Muschel einen guten Teelöffel Butter und je nach Geschmack weitere Gewürze. Safranfäden harmonieren perfekt mit dem dezenten Aroma. Alternativ eignen sich Thymian, Fenchel und Majoran, die für eine kräftigere Note sorgen.

In jedem Fall wird alles vor dem Grillen direkt in die Schale gegeben und diese wandert dann auf den Rost. Der Grill sollte möglichst heiß sein, denn je schneller das Muskelfleisch gart, umso zarter und saftiger ist es. In der Schale braucht es nur etwa fünf Minuten. Beachte beim Herunternehmen, dass die Muschel sehr heiß ist. Sie sieht zwar verlockend aus, Fingerfood ist es aber nicht.

Direkt gegrillte Miesmuscheln in Marinade

Miesmuscheln lassen sich nicht nur im Dutch Oven bzw. in der Pfanne garen, sie eignen sich auch für das direkte Grillen. Um den einzigartig frischen Geschmack nach Meer ein wenig zu heben und zusätzliche Aromen ins Spiel zu bringen, empfiehlt sich eine Marinade.

Beim Marinieren von Muscheln sind zwei Dinge wichtig: Zeit und Temperatur. Zeit brauchst du mindestens eine Stunde, damit die Gewürze an das Innere gelangen. Dabei müssen die Muscheln so kalt wie möglich stehen, damit sie frisch bleiben. Entweder im möglichst niedrig eingestellten Kühlschrank oder in einer Schüssel über Eiswürfeln.

Durch das Grillen direkt über der Kohle oder der Flamme ist es unvermeidbar, dass die Reste der Marinade etwas anbrennen. Das macht aber nichts, denn gegessen wird bekanntlich nur das Innere der Muschel – und das wird wunderbar saftig.

Wenn du hast, kannst du die Miesmuscheln auf einer Grillplatte zubereiten, dadurch verbrennt weniger Marinade. Andererseits entsteht gerade dabei ein verführerisch mediterraner Duft.

Zutaten:

1 kg Miesmuscheln
100 g Butter (zimmerwarm)
1 Handvoll frische Petersilie
1 milde Chili
1 Zitrone
Pfeffer

Zubereitung:

Zunächst die Miesmuscheln küchenfertig zubereiten. Dabei solltest du unbedingt darauf achten, die feinen Haare zu entfernen. Die würden sonst über der Glut verkohlen und das Geschmackserlebnis bitter machen.

Im Abschluss die übrigen Zutaten mischen, den Knoblauch dafür zerdrücken, die Chili in feine Streifen schneiden und die Petersilie möglichst fein hacken. Dann die Muscheln mit der Marinade vermischen und kalt stellen.

In der Zwischenzeit den Grill aufheizen, benötigt wird eine hohe direkte Hitze. Ist sie erreicht, einfach die Muscheln auf dem Rost verteilen. Nach wenigen Minuten sollten sich die Muscheln öffnen, dann sind sie gar. Am besten zwischendurch wenden, damit das Muskelfleisch nicht versehentlich verbrennt.

Wie viele Muscheln pro Person grillen? Das hängt vom Appetit ab. Wenn du nur Brot dazu reichst, sollte es etwa 1 kg pro Person sein. Wenn es noch mehr vom Grill oder aus der Küche gibt, reichen 500 g.

Außergewöhnliche Aromenvielfalt: Schwertmuschel vom Grill

Muscheln schmecken langweilig? Deine Gäste haben eh schon alle gegessen? Dann ist es Zeit für den großen Auftritt der Schwertmuschel. Sie sind hierzulande eher unbekannt – und das macht sie zum perfekten Kandidaten für jemanden, der schon alles Mögliche probiert hat.

Auch geschmacklich ist die Schwertmuschel unbedingt eine Verkostung Wert. Bei vielen wird sie sogar zum absoluten Lieblings-Seafood. Sie haben ein kräftigeres Aroma als andere Muschelarten und sind zudem fester im Biss, dabei aber trotzdem sehr zart. Und noch einen großen Vorteil gibt es: Es ist viel mehr drin als zum Beispiel in Miesmuscheln.

Bevor du deine Gäste mit den Schwertmuscheln vom Grill verzaubern kannst, steht jedoch ein wenig Arbeit an. Es ist nämlich gar nicht so einfach, die Muscheln zu bekommen. Der sicherste Weg ist es, beim Fischhändler vorzubestellen.

Eine weitere Besonderheit der Schwertmuscheln ist, dass sie meist sandig sind. Wenn du deinen Gästen das Knirschen zwischen den Zähnen ersparen möchtest, dann solltest du die Muscheln zuvor entsanden. Dazu gibst du sie in eine Schüssel mit Meerwasser (wer das nicht hat: 35 g Salz pro Liter). Die Muscheln werden nun mit der Zeit den Sand abgeben.

Für einen knirschfreien Genuss wechselst du das Wasser nach 20 Minuten aus und wiederholst den Vorgang noch zweimal.

Die Marinade in diesem Rezept ist eine Hommage an die spanische Atlantikküste. Hier ist die Schwertmuschel als Tapas beliebt. Mittlerweile kommt sie dort meist aus dem Ofen, aber vom Grill wird das Muschelerlebnis noch einmal ursprünglicher.

Zutaten:

5 Schwertmuscheln pro Person
2 EL Olivenöl
Gehackte Petersilie
Zerdrückte Knoblauchzehen
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Am besten fängst du am Vortag mit der Marinade an, dann kann sie durchziehen. Dazu alle Zutaten bis auf die Muscheln in einer Schüssel vermengen. Wer mag, gibt noch einen Schuss spanischen Brandy dazu.

Am nächsten Tag die Schwertmuscheln wie beschrieben entsanden, in der Zwischenzeit den Grill vorheizen. Ist alles bereit, dann die Schwertmuscheln direkt auf den Rost geben, bis sie sich öffnen.

Nun heißt es, schnell zu sein: Die Marinade zügig in die Muscheln geben. Damit sie nicht zu hart werden, sollten sie nur noch etwa eine Minute auf dem Grill bleiben. Wer den Stressfaktor reduzieren möchte, nimmt die Muscheln nach dem Öffnen herunter, entfernt die obere Schale und mariniert dann. Im Anschluss kommen alle Muscheln noch einmal auf den Grill.

Gewagt, aber gut: überbackene Miesmuscheln vom Grill

„Die Miesmuschel hat einen unvergleichlich zarten Geschmack, zu dem nur ein Hauch Weißwein passt.“ Wenn du dieser Meinung bist, dann leg die Muscheln am besten wie sie sind auf den Rost und warte, bis sie sich öffnen. Fertig ist das einfachste Rezept für Muscheln vom Grill.

Die nun folgende Variante ist für Geschmackspuristen eher nicht das Richtige. Auch Sterneköche klicken lieber weiter. Alle anderen sollten es unbedingt einmal probieren, Muscheln auf dem Grill zu überbacken!

Dafür werden sie zunächst in einer Tomatensauce gekocht und dann indirekt auf dem Rost gratiniert. Richtig gut funktioniert das daher nur, wenn du einen Grill mit Deckel hast.

Im Gegensatz zu den puristischen Muschelgerichten, die nur mit Öl oder Butter und ein paar Kräutern auskommen, kannst du hier richtig viele Aromen ins Spiel bringen. So passen die sonst eher dezenten Muscheln gut zu anderen kräftigen Grillgerichten, etwa für ein Surf-and-Turf-Buffet.

Zutaten:

1 kg Miesmuscheln
500 g Tomaten
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Bund frische Kräuter der Provence
1 Glas Weißwein
1 Chili (nach Geschmack)
100 g Parmesan
Semmelbrösel
1 EL Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Zuerst stellst du den Tomatensud her. Dafür die Zwiebel schneiden und eine Knoblauchzehe fein hacken. Beides in einen großen Topf geben und mit dem Öl anschwitzen. Dann die gewürfelten Tomaten und die gehackten Kräuter zugeben (einen kleinen Teil zurückhalten), kurz erwärmen lassen und mit dem Wein ablöschen. Das Ganze dezent mit Salz und Pfeffer würzen, nach Geschmack etwas Chili zugeben.

Wenn die Tomatensauce kocht, kommen die Miesmuscheln in den Topf und der Deckel darauf. Am besten schüttelst du den Topf mit geschlossenem Deckel (gut festhalten!) nach etwa zwei Minuten einmal auf. Nach gut fünf Minuten sollten sich die Muscheln geöffnet haben – sie wären nun theoretisch schon verzehrbereit.

Für die gratinierten Muscheln geht es aber noch einen Schritt weiter: Als Nächstes entfernst du die leeren Hälften. Nun flink die Gratin-Mischung herstellen: Dazu die zweite Knoblauchzehe pressen, mit wenig Öl andünsten und im Anschluss Parmesan und Semmelbrösel unterrühren. Die Mischung verteilst du dann auf die Muschelhälften.

Diese wandern abschließend auf den Rost, Deckel zu und nach zwei bis drei Minuten sollten sie schön gratiniert sein.

Gegrillte Austern mit oder ohne Kräuterbutter

Kann man Austern grillen? Ja, das geht – und es lohnt sich! Die einfachste Art besteht darin, die Muscheln wie sie sind mit der gewölbten Seite nach unten auf den Rost zu legen. Durch die direkte Hitze garen sie im eigenen Saft – nach etwa sieben Minuten sind sie fertig.

Eine Abwandlung besteht darin, die Muscheln vor dem Grillen noch mit Kräuterbutter zu würzen. Dafür ist es notwendig, die Austern zu öffnen. Dabei sind Übung und Geschick gefragt – und du solltest deine Hand, mit der du die Muschel festhältst, unbedingt schützen! Am besten ist ein spezieller Austernhandschuh geeignet.

Die Auster dann mit der geschützten Hand mit der flachen Seite nach oben gut festhalten. Mit der anderen Hand ein spitzes (Austern-)Messer ins Gelenk einstechen und die Muscheln vorsichtig aufhebeln.

Ist das gelungen, hast du den wesentlichen Teil der Arbeit geschafft und der Genuss steht kurz bevor. Wenn du die Muscheln mit Kräuterbutter grillst, darf Weißbrot nicht fehlen. Damit lässt sich die verbliebende flüssige Butter aus der Schale aufnehmen – ein Gedicht!

Welche Austernsorte grillen? Meist gibt es die Sorte Fine de Claires zu kaufen. Wer die Möglichkeit hat, sollte einmal die Sylter Royal probieren. Sie wird in Nordfriesland kultiviert und enthält besonders viel Fleisch im Verhältnis zur Schale.

Zutaten:

4 Austern pro Person
Butter (zimmerwarm)
Grüne Kräuter (Petersilie, Dill, Thymian …)
1 Knoblauchzehe (zerdrückt)
Salz

Zubereitung:

Die Austern wie beschrieben öffnen. Wenn du es deinen Gästen einfacher machen willst, kannst du zusätzlich das Fleisch von der Schale trennen. Dazu mit einem scharfen Messer an der Schale entlang den Muskel abtrennen. Wer mag, verkostet nun direkt eine Muschel roh – so werden sie normalerweise genossen.

Dann aus den übrigen Zutaten eine Kräuterbutter herstellen. Hier gilt: Mengen am besten nach Geschmack. Knoblauch ist kein Muss, harmoniert aber sehr gut mit dem leicht nussigen Aroma der gegarten Austern. In jedem Fall die Kräuterbutter in die Muschelhälften geben und diese auf den Rost legen. Direkte Hitze ist wichtig.

Achtung: Die etwas unförmigen Austern kippeln ein wenig auf dem Rost. Es kann passieren, dass flüssige Butter in die Glut tropft und zu einer Stichflamme wird. Das ist ein spektakulärer Effekt und kein Grund zur Panik – nur das Gesicht solltest du nicht direkt über die Muscheln halten (auch wenn der Duft sehr verführerisch ist).

Muscheln aus dem Dutch Oven (oder einem anderen Gefäß)

Die zweite Möglichkeit besteht darin, die Muscheln in einem Topf zu garen. Hierzu benötigst du in jedem Fall einen Sud, der zunächst hergestellt wird. Das austretende Wasser aus den Muscheln würzt diesen noch einmal zusätzlich und macht ihn zu einer köstlichen Seafood-Sauce. Daher ist die ideale Beilage für alle Muschelgerichte aus dem Dutch Oven ein Stück Brot. Die Sauce hat außerdem den Vorteil, dass du den Muscheln noch viele Aromen deiner Wahl hinzufügen kannst.

Muscheln im Dutch Oven in Tomatensauce

Es muss übrigens kein Dutch Oven sein. Eine Pfanne eignet sich ebenso, um die Muscheln darin zu garen. Notfalls tut es ein Edelstahltopf, den du auf den Rost oder direkt in die Glut stellst. Für ganz spontanes Wildlife-BBQ findest du unten sogar ein Rezept, das nur mit Alufolie auskommt.

In der Küche ist es üblich, den Topf mit Muscheln während des Kochens einmal aufzuschütteln. So verteilen sich die Sauce und die Hitze gleichmäßig. Den Dutch Oven kannst du jedoch nicht einfach so nehmen und schütteln. Daher solltest du die Muscheln nach der Hälfte der Garzeit einmal mit einem großen Löffel oder einem Wender umrühren.

Grünschalmuscheln in (feuriger) Tomatensauce

Die Grünschalmuschel sieht auf den ersten Blick aus wie eine Miesmuschel – kein Wunder, sie gehört zu dieser Art. Anders als die europäischen Vertreter hat sie jedoch einen grün schimmernden Rand (daher der Name) und mehr Fleisch. Daher eignen sich Grünschalmuscheln gut für kräftigere Saucen.

Du bekommst die Grünschalmuscheln in der Regel nur tiefgefroren, da sie aus Neuseeland stammen. Selten gibt es sie frisch zu kaufen. Grundsätzlich funktioniert beides. Ein Vorteil der Grünschalmuscheln ist, dass sie an Seilen gezüchtet werden, die frei im Wasser schweben. Dadurch nehmen sie so gut wie keinen Sand auf. Die Sauce ist aus diesem Grund absolut knirschfrei. Du kannst die Muscheln aber auch durch normale Miesmuscheln ersetzen.

Wie bei den meisten Gerichten passt hier Brot sehr gut als Begleiter. Da die Sauce und die Muscheln einen kräftigen Geschmack haben, darf es gerne ein rustikales Vollkornbaguette sein.

Feurig oder nicht? Das entscheidest du selbst. Die würzige Tomatensauce verträgt auf jeden Fall etwas Wumms, ist aber auch in ihrer milden Version köstlich.

Zutaten:

1 kg Grünschalmuscheln (pro hungriger Person)
8 reife Tomaten (alternativ eine Dose stückige Tomaten)
1 Bund Suppengrün
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 Chilischote (nach Wunsch)
1 Glas Fischfond
1 Glas dunkler Rotwein (optional)
1 EL Olivenöl
Kräuter der Provence
Salz, Pfeffer nach Geschmack

Zubereitung:

Zuerst bereitest du die Tomatensauce zu. Dazu die Zwiebel fein würfeln und den Knoblauch pressen. Beides in Öl anbraten, am besten direkt im Dutch Oven. Als Nächstes das gewürfelte Suppengrün zugeben, ebenfalls anschwitzen. Wer mag, fügt nun auch die Chili in feinen Ringen dazu.

Ist alles angedünstet, löschst du mit Wein, Fischfond und Tomaten ab. Kräuter, Salz und Pfeffer kommen nach Geschmack hinzu. Wenn du frische Tomaten verwendest, lasse die Sauce nun ein wenig köcheln, bis das Fruchtfleisch zerfallen ist.

Jetzt kommt der große Augenblick, denn die Muscheln müssen in den Topf. Dazu sollte die Sauce sprudelnd kochen. Ist das der Fall, gibst du alle Muscheln auf einmal hinzu und schließt den Deckel. Nach sieben bis zehn Minuten sollten sie gar sein. Du erkennst es daran, dass sie sich geöffnet haben und verführerisch duften.

Spaghetti Vongole aus dem Dutch Oven

Jetzt wird es italienisch: Die Venusmuschel ist eine der beliebtesten Meeresfrüchte in der Mittelmeerküche. Die Umschreibung „klein und fein“ trifft es hier sehr gut. Die Venusmuscheln sind kleiner als die meisten anderen Sorten und haben ein feines Aroma nach Meer.

Übrigens: Schon in der Antike waren die Muscheln bekannt. Nach der römischen Mythologie entstammte die Göttin Venus einer solchen Muschel, wovon sich der Name Venusmuschel ableitet.

Für die klassischen Spaghetti Vongole benötigst du zusätzlich gekochte Spaghetti. Ob es gut ist, Wasser im Dutch Oven zu kochen, daran scheiden sich die Geister. Um die Patina zu schonen, ist es wohl besser, die Muschen im Edelstahltopf vorzukochen. Wer mag, kann auch den direkt auf das Feuer stellen.

Beilagen benötigst du zu den Spaghetti im Grunde keine weiteren. Wohl aber ein Glas italienischen Wein oder – wenn Kinder mitessen – ein Glas Zitronenlimonade, die in Italien sehr beliebt ist. Apropos Zitrone: Ebenso ist es üblich, beim Muschelessen ein leicht feuchtes Tuch mit Zitronenwasser für die Hände zu reichen.

Zutaten:

1 kg Venusmuscheln (für vier Personen)
500 g Spaghetti
500 g Tomaten
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Glas Weißwein
1 EL Olivenöl
Frische gehackte Petersilie
Geriebener Parmesan
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Zuerst die Spaghetti nach Anleitung kochen. Ideal ist es, wenn die Nudeln zeitgleich mit der Sauce fertig sind. Logistisch ist das am Grill eine Herausforderung, Notfalls geht es auch, die Spaghetti zu kochen und im geschlossenen Topf warm zu halten.

Für die Sauce die Tomaten in Stücke schneiden, die Zwiebel fein würfeln und den Knoblauch pressen. Dann das Öl im Dutch Oven erhitzen und zunächst die Zwiebeln und den Knoblauch anschwitzen. Jetzt die Tomaten zugeben und mit Wein ablöschen. Die Sauce sollte nun etwas einreduzieren, damit sie später gut an den Nudeln haftet. Das Ganze dezent mit Salz und Pfeffer würzen.

Hat die Sauce eine gute Konsistenz erreicht, kommen die Muscheln hinzu. Bei geschlossenem Deckel etwa fünf Minuten köcheln lassen, bis sich die Venusmuscheln geöffnet haben. Abschließend die Spaghetti unterheben, alles erwärmen und frisch servieren. Mit geriebenem Parmesan und Petersilie anrichten.

Für Angeber: Wellhornschnecken vom Grill

Zugegeben, es sind keine Muscheln – aber Wellhornschnecken leben im Meer und haben eine Art Schale. Zudem schmecken sie ähnlich wie Muscheln ganz fantastisch nach Meer. Und: Sie sind so unbekannt, dass du damit viel Eindruck machen kannst. Wenn also ein runder Geburtstag ansteht, ein Jahrestag oder die Beförderung, dann versuche es doch einmal mit diesem Rezept. Passend dazu gibt es eine selbstgemachte Aioli mit einem frischen Baguette. Wer mag, öffnet außerdem einen fruchtigen Weißwein, zum Beispiel einen Riesling vom Mittelrhein.

Wellhornschnecken sind übrigens keine Exoten, sie leben unter anderem im Wattenmeer an der Nordsee. Leider sind sie dort selten geworden, da Giftstoffe aus Bootsanstrichen der Population zu schaffen machen. Zu kaufen gibt es sie meist aus Frankreich, sie sind aber auch in Belgien eine Delikatesse.

Falls du Wellhornschnecken anbietest, solltest du deine Gäste ein wenig in die Kunst des Essens einführen. Wenn sie aus dem Dutch Oven kommen, haben sie noch eine Haube vor dem Eingang ins Gehäuse. Diese lässt sich mit einer kleinen Gabel einfach herunterheben. Um an das Fleisch zu kommen, empfiehlt sich eine Hummernadel bzw. ein kleiner Spieß.

Zutaten:

1 kg Wellhornschnecken (für vier Personen)
1,5 Liter Wasser
1 Flasche Weißwein
1 Bund Suppengrün
1 Zweig Thymian
Pfefferkörner
Wachholderbeeren
1 EL Salz

Zubereitung:

Die Wellhornschnecken einmal in kaltem Wasser waschen und beiseitestellen. Dann aus den übrigen Zutaten einen Sud kochen, dazu einfach alles in einen Topf geben und über dem Feuer erhitzen. Sobald die Flüssigkeit siedet, die Schnecken zugeben und den Deckel schließen.

Jetzt unbedingt auf die Uhr sehen! Die Schnecken sollten 20 Minuten köcheln, damit sie gar und weich sind. Bleiben sie hingegen länger im Sud, werden sie zäh und sind kein Genuss mehr. Serviert werden sie ohne Brühe.

Tipp: Besonders raffinert wird das Gericht, wenn du ein wenig Geld opferst und ein Gramm Safranfäden in der Brühe mitkochen lässt.

Miesmuscheln in Weißweinsauce ohne Rost und ohne Dutch Oven

OK, du könntest dieses Gericht auch mit einem Dutch Oven auf dem deinem Profi-Grill kochen. Aber stell dir vor, du machst Camping in Südfrankreich und hast nichts außer ein paar Zutaten, Alufolie und Lust auf Seafood unter freiem Himmel. Für alle Wildlife-Romantiker ist dieses Rezept ideal.

Folglich benötigst du also nur ein kleines Lagerfeuer, das idealerweise schon heruntergebrannt ist, sodass nur noch Glut übrig ist. Hier kommt noch einmal der große Vorteil von Muscheln zum Tragen, dass sie ihre Grillform im Grunde schon mitbringen.

Tipp: Dünne Alufolie aus dem Supermarkt solltest du mindestens doppelt legen – es sei denn, du bist zufällig Goldschmied und kannst ein Kilo Muscheln in Folie bewegen, ohne dass etwas reißt. Besser ist die feste Folie aus dem Baumarkt bzw. aus dem Gastro-Bedarf.

Übrigens funktioniert das Rezept auch mit anderen Muschelsorten, zum Beispiel Schwertmuscheln, Venusmuscheln oder Grünschalmuscheln.

Zutaten:

1 kg Miesmuscheln (für zwei Personen)
100 g Butter
100 mL Weißwein
1 Knoblauchzehe
Frische grüne Kräuter (Petersilie, Dill …)
Creme Double (wenn du magst)

Zubereitung:

Die Muscheln wie immer waschen und säubern, aus der Butter, dem Knoblauch und den Kräutern eine Kräuterbutter herstellen. Dann ein Feuer machen und herunterbrennen lassen.

Hast du die gewünschte Glut, breitest du ein großes Stück Alufolie aus. Das streichst du mit der Hälfte der Kräuterbutter ein und verteilst die Muscheln darauf. Dann faltest du die Seiten nach oben, sodass eine Art Schale entsteht. In diese füllst du den Wein und verschließt die Folie rundum fest – bis auf ein kleines Loch ganz oben, durch das der Dampf entweichen kann. Das Paket wandert sodann direkt auf die Kohle, wo es etwa zehn Minuten bleibt.

Vorsicht bei Öffnen: Es kann sein, dass dir viel heißer Dampf entgegenkommt. Wenn du magst, kannst du nun noch die doppeltrahmige Sahne auf den Muscheln verteilen – fertig. Gegessen wird selbstverständlich aus der Hand, dazu passt Weißbrot.

Muscheltopf aus dem Dutch Oven

Eigentlich gibt es hierfür kein Rezept, du kochst nämlich nach Geschmack. Das Gute an Muscheln ist: Du kannst verschiedene Sorten problemlos mischen und erhältst wunderbares Fusion-Seafood.

Geeignet sind zum Beispiel Miesmuscheln, Venusmuscheln, Grünschalmuscheln und Schwertmuscheln. Theoretisch kannst du auch Austern und Jakobsmuscheln in den Topf werfen, diese edlen Sorten eignen sich aber eher als Hauptdarsteller.

Bei der Wahl der Grundsauce hast du hingegen wieder freie Wahl. Da Tomaten besonders gut zu Muschen passen, findest du hier das Rezept für eine schnelle Tomatensauce. Weil du Muscheln selten in 100-Gramm-Portionen kaufen kannst, sondern meist nur im Kilo, eignet sich der Muscheltopf immer dann, wenn mehrere Gäste am Tisch sind.

Tipp: Damit Muscheln zart, aber nicht zäh werden, sollten sie zügig aufkochen. Teile die große Menge von 3 kg daher am besten auf zwei Portionen auf.

Zutaten:

3 kg Muscheln nach Wahl
1 Dose passierte Tomaten
1 Glas Rotwein
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
1 EL italienische Kräuter (getrocknet)
1 EL Olivenöl
1 TL Zucker
Salz, Pfeffer

Zubereitung:

Der Muscheltopf ist schnell gemacht. Für die Sauce die Zwiebeln und den Knoblauch fein würfeln, in Öl anschwitzen. Dann alle weiteren Zutaten bis auf die Muscheln zufügen und eine Weile köcheln lassen. Die Sauce darf ruhig eine sämige Konsistenz bekommen, dann haftet sie später gut an den Muscheln und am Brot.

Jetzt am besten die Sauce in zwei Portionen teilen und die Muschen zu je 1,5 kg darin bei geschlossenem Deckel fünf bis zehn Minuten garen. Fertig ist der bunte Muscheltopf.