BBQ vs. Grillen: Was ist der Unterschied? Die verschiedenen techniken im vergleich

Kennst du den Unterschied zwischen BBQ und Grillen? Beide Techniken zaubern leckere Köstlicheiten vom Grill, doch gibt es wesentliche Unterschiede bei der Zubereitung.

Folgende Themen erwarten dich in unserem Beitrag:

Der Sommer steht vor der Tür und damit wandert auch die Zubereitung der Mahlzeiten von der Küche wieder in den heimischen Garten, in die Outdoorküche! Beim entspannten Grillen genießen wir unsere leckeren Grill-Spezialitäten.

Oder heißt das krosse Rösten der Speisen vielleicht doch eher „Barbecue“? Ist BBQ nicht dasselbe wie das allseits beliebte Grillen? Nein, es gibt einige große Unterschiede zwischen dem klassischen Grillen und dem in den USA beliebten typischen Barbecue.

Beide Begriffe werden häufig synonym verwendet, doch als echter Grillmeister solltest du den Unterschied kennen! Wir erklären dir in unserem Beitrag alles was du über das Original American Barbecue wissen musst.

Das klassische Grillen – Steaks, Würstchen und Co.

Die am häufigsten praktizierte Methode ist das klassische Grillen, bei welchem köstliche Röstaromen erzeugt werden. Das Fleisch, oder auch Gemüse, wird beim Grillen mit direkter Hitze angebraten und erhält die typischen Grillmarkierungen, die sogenannten Brandings. Diese bieten nicht nur ein optisches Highlight, sondern sorgen mit leckeren Röstaromen für den Geschmack den wir so lieben.

Idealerweise wird der Grill auf ca. 260-290 °C vorgeheizt, bevor das Fleisch auf den Rost gelegt wird. So ist der Rost gut aufgeheizt und das Fleisch fängt direkt beim Auflegen an zu bruzzeln. Köstlicher Geruch nach gebratenem Fleisch steigt in die Luft und schürt die Vorfreude auf ein leckeres Grillbuffett.

Grillen auf dem Grillrost beim klassischen Flachgrillen
Beim klassischen Grillen wird das Fleisch über direkter Hitze gegart.

Steaks und Schweinekoteletts sowie Hamburger und Bratwürste eignen sich hervorragend zum krossen Grillen. Viele Gemüsesorten und Früchte sind ebenfalls prima zum Grillen geeignet.

Häufig wird der Begriff Flachgrillen verwendet. Das bedeutet so viel wie: „Ohne-Deckel-Grillen“ und beschreibt eine Form des klassischen Grillens. Hier wird nicht mit indirekter Hitze gearbeitet und das Fleisch über der direkten Hitze flach aufliegend bis zum gewünschten Bräunungsgrad gegrillt.

Das BBQ – Pulled Pork, Ribs und Brisket

Beim traditionellen Barbecue werden köstlich marinierte Fleischsorten langsam und schonend bei niedrigen Temperaturen gegart. Das Fleisch liegt dabei immer in einem indirekten Grillbereich und wird über einen langen Zeitraum gegart.

Leckereien wie Rippchen, Schweineschulter oder Rinderbrust sind besonders beliebt und perfekt für ein ausgedehntes BBQ geeignet. Auch ganzes Geflügel wird herrlich saftig bei dieser Zubereitungsmethode. Generell sind alle Fleischsorten und Gerichte, welche eine geringe und lange Hitze benötigen perfekt für ein BBQ geeignet.

Das Geheimnis eines klassischen BBQs ist das indirekte Garen. Beim Gasgrill geschieht dies, indem nicht alle Brenner eingeschaltet werden und das Fleisch in den Bereich gelegt wird, in dem kein Brenner angeschaltet ist.

Die Rippchen werden im Gasgrill im indirekten Grillbereich schonend gegart.
Die Ribs liegen im indirekten Grillbereich und werden bei geschlossenem Deckel langsam gegart.

Für ein original American BBQ werden traditionell massive Smoker aus Stahl verwendet. Das Grillfleisch liegt nicht wie beim klassischen Grillen direkt über der Flamme, sondern wird mit indirekter Hitze in einer separaten Garkammer gegart. Holzkohle oder Holz dienen dabei in der Brennkammer als Hitzequelle für das Barbecue, da das Fleisch mit den verschiedenen Holzarten mit feinen Raucharomen veredelt wird. Das sorgt für das typische Smoker-Aroma. Das Fleisch liegt dabei separat in der Garkammer und wird durch den heißen Rauch aus der Brennkammer köstlich gegart. In unserem großen Smoker-Guide findest du detaillierte Informationen rund um den Smoker.

Beim Smoker garen die Rippchen in der Garkammer und werden mit Marinade eingepinselt.
Die Ribs liegen in der Garkammer und werden regelmäßig mit einer Marinade eingepinselt.

Ein BBQ ist im Gegensatz zum klassischen Grillen sehr anspruchsvoll und verlangt einiges an Erfahrung. Die besten Grillköche messen sich gerne in dieser Königsdisziplin und erfreuen sich an zartesten Leckereien.

Saucen, Marinaden und BBQ – Rubs

Ein wichtiger Bestandteil von köstlichen BBQ-Leckereien sind die Gewürze und Saucen mit denen das Fleisch aromatisiert wird.

Häufig werden Trocken BBQ Rubs verwendet um das Fleisch ca. 2-3 Stunden vor dem Zubereiten zu würzen. Der Gewürzmischung wird dabei auf das Fleisch gestreut und leicht eingerieben. Der Rub bleibt hauptsächlich Außen am Fleisch und zieht nicht wie eine Marinade in die Faser ein. Er hat den Zweck für eine köstliche Kruste am Fleisch zu sorgen.

Die Hähnchenschenkel werden mit Rub gewürzt und langsam gegart.
Die Chicken Legs erhalten mit dem BBQ-Rub eine tolle Kruste.

Wer lieber auf eine Marinade zurückgreifen möchte, sollte sein Fleisch schon einen Abend vorher marinieren und im Kühlschrank aufbewahren. Die Marinade zieht im Gegensatz zum Rub in die Faser des Fleisches ein.

Das BBQ Hähnchen wird in die Marinade eingelegt.
Ein Hähnchen in würziger Marinade eingelegt.

Während des Garvorgangs bei einem BBQ werden die Leckereien ziemlich am Ende der Zubereitungszeit nochmal mit einer BBQ-Sauce bzw. Glaze (deutsch: Glasur) eingepinselt. Auch Moppen genannt. Hierbei kann je nach Vorliebe eine selbstgekochte BBQ – Sauce oder eine fertige BBQ – Sauce verwendet werden. Besonders köstliche Ergebnisse erzielen Saucen mit Zuckeranteil. Da die Sauce am Fleisch karamellisiert entsteht eine herrlich aromatische Kruste am Fleisch, nach der sich deine Gäste die Finger lecken werden!

In unserem Shop findest du leckere BBQ Saucen und köstliche BBQ Rubs.

Barbecue – echt amerikanisch?

Der englische Begriff „Barbecue“ und seine Verwandten in anderen Sprachen stammen vom spanischen Wort „Barbacoa“ ab. Etymologen glauben, dass dies von „Barabicu“ abgeleitet ist, das in der Sprache der Arawak in der Karibik und der Timucua in Florida vorkommt. Das Oxford English Dictionary führt den Begriff auf Haiti zurück und übersetzt diesen als „Rahmen von Stöcken auf Pfosten“.

Nachdem Kolumbus 1492 auf dem amerikanischen Kontinent gelandet war, fanden die Spanier offenbar einheimische Haitianer, die Fleisch über einem Grill brieten, der aus einem Holzrahmen bestand und auf Stöcken über einem Feuer ruhte. Die Flammen und der Rauch stiegen auf und hüllten das Fleisch ein, was ihm einen bestimmten Geschmack verlieh.

Traditioneller „Barbacoa“ besteht darin, eine Grube in den Boden zu graben und dann etwas Fleisch (normalerweise ein ganzes Lamm) auf eine Pfanne zu legen, damit aus den Säften eine Brühe hergestellt werden kann. Es wird dann mit Blättern und Kohle bedeckt und angezündet. Der Garvorgang dauert einige Stunden.

Während die übliche englische Schreibweise des Wortes Barbecue ist, können auch Variationen wie Grillen und Kürzungen wie Bar-B-Q gefunden werden. Heute gehört das Barbecue für die meisten Menschen in den USA zum gewöhnlichen Alltag.

Die verschiedenen Arten des Barbecue

Auch im amerikanischen Englisch bezieht sich das Grillen auf einen schnellen Prozess bei hoher Hitze, während sich das Barbecue auf einen langsamen Prozess mit indirekter Hitze oder heißem Rauch bezieht, ähnlich wie bei einigen Formen des Röstens. Bei einem typischen US-Haushaltsgrill wird das Essen auf einem Rost direkt über heißer Holzkohle gegart, während bei einem BBQ-Grill die Kohlen seitlich oder in erheblichem Abstand vom Rost verteilt werden. Die südamerikanischen Versionen des Grillens sind der südbrasilianische „Churrasco“ und der argentinische „Asado“.

Beim American BBQ kommen Freunde und Familie zusammen.
Das American BBQ ist ein gesellschaftliches Ereignis für Familie und Freunde.

Barbecue ist eines der traditionellsten Speisezubereitungen in den Vereinigten Staaten. Obwohl viele festliche Gerichte wie Schinken oder gebratener Truthahn normalerweise an bestimmten Feiertagen angeboten werden, kann hingegen täglich gegrillt werden. Barbecues werden oft am 4. Juli veranstaltet, sind jedoch nicht nur auf diesen Tag beschränkt. Das Grillen bringt Menschen zusammen und dient zu jeder Jahreszeit als das Bindungserlebnis schlechthin. Auf diese Weise wird das Grillen im Garten zu einem kulinarischen Erlebnis und nicht selten zu einer Flucht aus alltäglichen Zwängen.

Grillabende finden traditionell im Freien statt. Diese Veranstaltungen können kleine informelle Partys sein, die oft im Hinterhof stattfinden, oder formelle Treffen, die einen ganzen Tag dauern können und normalerweise für mehrere Personen ausgerichtet sind. Grillen hat in den USA Tradition, angefangen bei den amerikanischen Ureinwohnern. Wie der Autor Andrew Warnes feststellt, ist „seine Mythologie von Wildheit und Freiheit, von Vergnügen und Stärke“ Teil dessen, was sowohl Barbecue als auch Grillen bis heute so beliebt machen. Im 19. Jahrhundert wurde das Barbecue zu einer der Hauptformen der öffentlichen Feier der Vereinigten Staaten, insbesondere zur Feier des 4. Juli.

Ein American BBQ ist die perfekte Grillparty für Freunde und Familie.
Grillparty mit American BBQ

Als während der Expansion der USA weiterhin gegrillt wurde, begannen die Traditionen mit den Menschen zu wandern. Heutzutage unterscheiden sich Grillabende in verschiedenen Regionen des Landes gerade in der Küche. Trotzdem folgt jeder dem gleichen Konzept: Kochen im Freien und über Flammen.

Barbecues haben heute sowohl in den USA als auch in Deutschland mit dem Aufkommen zahlreicher Grill-Wettbewerbe wieder eine neue Bedeutung erhalten. Im ganzen Land finden wettbewerbsorientierte Grill-Wettbewerbe statt, bei denen die Teilnehmer gegeneinander antreten, indem sie Grillgerichte kochen und von den Richtern der Veranstaltungen beurteilen lassen. Die Einschränkungen, was man grillen darf, und die Eigenschaften, die beurteilt werden, variieren je nach Wettbewerb. Normalerweise finden diese Veranstaltungen in großen offenen Bereichen statt, in denen auch Zuschauer zugelassen werden und allen die zubereiteten Speisen serviert werden.

Deutsche Grill- und BBQ Meisterschaft
Die deutsche Grillmeisterschaft – der größte Grill- und BBQ Wettbewerb

Die verschiedenen Techniken : BBQ & Grillen

Das Barbecue umfasst die unterschiedlichsten Zubereitungsmöglichkeiten. Die ursprüngliche Form besteht darin, mit Rauch bei niedrigen Temperaturen zu kochen – normalerweise zwischen 115 und 145 Grad Celsius – und mit mehreren Stunden auch deutlich längeren Garzeiten. Diese Variante wird häufig als „Smoken“ bezeichnet.

Die Zubereitung beim Grillen erfolgt bei direkter, trockener Hitze, normalerweise einige Minuten lang über einem heißen Feuer über 260 Grad Celsius. Grill-Fans können auf Holz, Holzkohle, Gas oder Strom zurückgreifen. Der große Zeitunterschied zwischen Smoken und Grillen ist auf die eingesetzte Temperatur zurückzuführen. Bei niedrigen Räuchertemperaturen dauert es mehrere Stunden, bis das Fleisch die gewünschte Innentemperatur erreicht hat.

Smoken – satte Raucharomen beim BBQ

Das Räuchern von Speisen ist der Prozess des Aromatisierens, Kochens und / oder Konservierens von Lebensmitteln, indem sie dem Rauch von brennendem oder schwelendem Material, meistens Holz, ausgesetzt werden.

Das Fleisch wird beim Smoken mit Raucharoma geräuchert.
Beim Smoken wird das Fleisch mit feinen Holzaromen veredelt.

Smoken ist also eine Form des Kochens, bei der das Essen von oben oder unten trocken erhitzt wird. Dies ist eine effektive Technik zum schnellen Kochen von Fleisch oder Gemüse, da direkte Strahlungswärme in großen Mengen bereitgestellt wird. Es gibt viele Grillmethoden, die eine Art Schmoren oder Braten beinhalten. Doch ist diese eine der am wenigsten verbreiteten Techniken beim Garen klassischer Grillgerichte.

Grillen vs. Barbecue – das Fazit

Barbecues sind besonders in den südlichen Bundesstaaten und im Westen der USA beliebt. Dort ist diese Form des Grillens bei nahezu jedem Fest zu finden. Häufig werden ganze Tiere und große Mengen an Fleisch wie Steaks auf einem riesigen Grill zubereitet. Im Gegensatz zum heimischen Grillen dauert die Zubereitung normalerweise einen Nachmittag oder sogar den ganzen Tag.

Der Garvorgang ist langsamer und schonender und das Fleisch bleibt saftig und zart. Die langen Garzeiten des Barbecues schrecken viele Grillfans zunächst ab, doch wer schon einmal ein echtes Barbecue erlebt hat, wird verstehen, warum Barbecue-Fans so viel Zeit mit dem Grillen verbringen. Der Geschmack und die Konsistenz des Fleisches sind einmalig.