Grillen in der Hausgemeinschaft

Grillen in der Mietwohnung

Kaum hat der Frühling den Winter vertrieben und die ersten Sonnenstrahlen verschaffen den länger werden Tagen wieder eine angenehme Temperatur, treibt es viele Menschen auf den Balkon oder in den Garten, um zu grillen. Aber was dem einen ein Vergnügen ist, ist dem anderen ein Dorn im Auge. Daher sollten vor dem Anheizen des Grills einige Dinge Beachtung finden.

Recht und Gesetz
In Deutschland gibt es kein Grillgesetz und die Rechtslage zur Thematik des Grillens im Freien ist keineswegs einheitlich. Von einigen Grillfreunden wird vermutet, das Grillen sei ein Menschenrecht, aber dem ist nicht so. Ein grundsätzliches Grillverbot, dass eine Minderheit gerne sehen würde, gibt es aber auch nicht.

Der Mietvertrag
Vertrag kommt von vertragen und eine Gemeinschaft verträgt sich am besten, wenn alle Gemeinschaftsmitglieder gemeinsame Verträge einhalten. Ein wichtiger Vertrag in einer Wohngemeinschaft ist der Mietvertrag, in dem oftmals auch das Grillen geregelt ist. Hat der Besitzer des Hauses im Mietvertrag die Benutzung eines Holzkohlegrills untersagt und hat der Mieter diesen Vertrag mit seiner Unterschrift anerkannt, so ist er gültig. Wer die Holzkohle dennoch zum Glühen bringt, handelt rechtswidrig und muss im schlimmsten Fall mit der Kündigung rechnen. Gibt es im Mietvertrag keine Festlegung, dann ist in einer Mietergemeinschaft nicht die Mehrheitsmeinung von Relevanz. Es ist schon ausreichend, wenn sich ein einziger Mieter von dem Qualm des Holzkohlengrills belästigt fühlt. Ein Ersatz für den Holzkohlegrill ist der Elektrogrill, der wegen seiner geringen Rauchentwicklung in den meisten Fällen toleriert wird.

Urteilspuzzle
Das fehlende Grillgesetz hat zu einem unübersichtlichen und uneinheitlichen Sammelsurium von einzelgerichtlichen Entscheidungen zum Grillen geführt. In Bayern darf nach einer Entscheidung des ­Bayrischen Oberlandesgerichts nur in der hintersten Ecke des Gartens der Grill entzündet werden. Diese Ecke muss sich in mindestens 25 Meter Entfernung zum Haus befinden und selbst dann ist das Grillen nicht an jedem Wochenende erlaubt, sondern nur fünfmal innerhalb eines Jahres. Da geht es den Grillfreunden in Berlin besser. Sie dürfen ihr Gerät 20 bis 25 Mal in einem Jahr benutzen, sollten hierbei allerdings den Begriff des Slow Food nicht überstrapazieren. Denn die Grilldauer darf längstens zwei Stunden betragen und um spätestens 21 Uhr muss das Vergnügen ein Ende haben. Ein späteres Ende des Grillfestes ist in Aachen möglich. Das Landgericht Aachen erlaubt das Grillen zwischen 17 und 22.30 Uhr an zwei Tagen im Monat. Vier Grillabende dürfen hier sogar bis 24 Uhr ausgedehnt werden. Wer gerne grillt und in ein anderes Bundesland umzieht, sollte sich also über die dort praktizierte Rechtsprechung informieren.

Den Nachbarn mitnehmen
Wenn sich niemand beschwert und kein Gericht angerufen wird, kann beliebig gegrillt werden. Daher macht es Sinn, den Nachbarn um das Einverständnis zu bitten. Sehr überzeugend kann es sein, den Nachbarn zum Grillen einzuladen, da dann kaum die Gefahr einer Beschwerde gegeben ist.