Was für uns Europäer das Grillen ist, ist für die Amerikaner ihr heiß geliebtes Barbecue. Insbesondere in den Südstaaten ist das Barbecue mehr als einfach nur grillen, es ist ein gesellschaftliches Ereignis, ein Event – vergleichbar mit unserer Grillparty. Das Barbecue unterscheidet sich allerdings in einem wesentlichen Punkt vom herkömmlichen Grillen; nämlich durch die Zubereitung des Grillguts.
Ohne Smoker geht gar nichts
Hierzulande grillen wir kleinere Fleischstücke wie Steaks, Würstchen, Koteletts oder Hamburger bei einer relativ hohen Temperatur von bis zu 300° Celsius direkt über der Glut. Profis teilen die Glut so auf, dass direktes und indirektes Grillen möglich ist. Das indirekte Grillen dient in Europa mehr zum Warmhalten des Grillguts. Während wir Europäer immer noch offene Grillroste benutzen, bevorzugen die Amerikaner für ihr Barbecue den traditionellen Smoker. Ein Smoker ist ein geschlossener und oftmals kugelförmiger Grill. Smoker gibt es in vielen unterschiedlichen Ausführungen. Ganz beliebt sind neben den klassischen Kugelvarianten auch die Smoker in Lokomotivenform. Diese zumeist überproportionalen Geräte erinnern optisch tatsächlich an eine Lokomotive und bieten im Innenraum sehr viel BBQ-Garfläche. Die meisten BBQ-Smoker verfügen über eine große Garkammer und eine sogenannte Side-Fire Box (Feuerstelle). Manche Smoker haben auch eine Art Schornstein, über welchen der im Smoker entstehende Rauch entweichen kann. Apropos Rauch! Rauch ist eine elementare Sache und ganz wichtige Komponente für ein perfektes Barbecue!
Ordentlich Fleisch auf dem Teller
Für ein ordentliches Barbecue braucht man ordentliche Fleischstücke. Traditionell werden bei den Amerikanern gerne große Fleischstücke im Ganzen verwendet. Diese bestehen oftmals aus Schweinefleisch, zum Beispiel ganzen Schweineschultern oder den beliebten Spare-Ribs. Bei entsprechend großen Barbecue-Smokern kann auch mal ein ganzes Spanferkel auf dem Rost landen. Wie gesagt, ein Barbecue ist in den Staaten oftmals ein gesellschaftliches Großereignis mit vielen Freunden, Nachbarn und der Familie. Für ausreichend Fleisch sollte da schon gesorgt sein. Gerne wird aber auch Hammelfleisch, Rind oder Geflügel verwendet. Oftmals besteht das BBQ aus einem sehr ausgewogenen Fleischmix, so dass alle Geschmäcker der BBQ-Teilnehmer befriedigt sind. Jeder mag eben etwas anderes.
Schonend gegart mit rauchigem Aroma
Der grundlegende Unterschied zwischen dem uns bekannten Grillen und dem Barbecue ist die Zubereitung des Fleisches. Während beim Grillen das Fleisch direkt über der Glut bei 200 – 300° gegrillt wird, wird beim Barbecue das Fleisch nur sehr langsam und bei niedriger Hitze mit Temperaturen von maximal 130° über indirekter Glut zubereitet. Ein Durch den geschlossenen Smoker wird das Fleisch über die Abluft von allen Seiten gegart, zudem noch geräuchert. Die Zubereitung der BBQ-Stücke dauert durch das schonende Garen seine Zeit und ist oftmals dann abgeschlossen, wenn sich die Knochen leicht vom gegarten und geräucherten Fleisch lösen lassen. Die Fleischstücke werden oft in kleine, mundgerechte Stückchen zerteilt und den Gästen auf Sandwiches angeboten. Durch das Verbrennen von Holz oder Holzkohle entsteht der aromatisierende Rauch, welcher dem Fleisch diese köstliche, unverwechselbare und besondere Note gibt. Es setzen sich zunehmend aber auch immer mehr gasbetriebende Smoker durch. Durch die nicht stattfindende Verbrennung entsteht folglich auch kein Rauch, trotzdem muss man auf das geliebte und typische Barbecue Raucharoma trotz Gasbetrieb nicht verzichten. Im Handel sind aromatisierte Holzchips erhältlich, die dem Fleisch eine sehr rauchige Note verleihen – trotz Gasbetrieb. Hält man sich an die vorgegebenen Benutzerhinweise, dann ist der Gasbetrieb übrigens viel sicherer als gedacht.
Das perfekte Barbecue – auf was achten?
Ein ordentlicher Barbecue Kugelgrill verfügt auch über ein Thermometer. Durch die Luftzufuhr lässt sich die Temperatur gut regeln und sie sollte nicht über 130° steigen, schließlich will man das Fleisch ja schonend garen, damit es zart wird. Ganz wichtig ist die Verteilung des Brennmaterials. Es wird in die beiden seitlichen Grillkammern gelegt und nicht mittig. Das ermöglicht uns indirektes und schonendes Garen des Grillgutes und die Zubereitung eines BBQ, alles andere wäre lediglich einfaches Grillen. Nicht zuletzt spielt die Auswahl und Qualität des Fleisches eine entscheidende Rolle. Traditionell werden große, frische Fleischstücke verwendet, so zum Beispiel Spare-Ribs oder Schweineschultern. Das Fleisch wird so lange im Smoker belassen, bis sich das Fleisch leicht vom Knochen lösen läßt. Natürlich spielt auch die Auswahl der richtigen Barbecue Sauce eine gewichtige Rolle! Ob man nun eine fertige Sauce kaufen, oder eine eigene und nach einem “Geheimrezept” hergestellte BBQ-Sauce verwenden möchte – das bleibt jedem Selbst überlassen. Um die perfekte Barbecuesauce ranken sich viele Legenden und noch mehr Rezepte.
BBQ mal ganz anders
Wer seine Gäste gerne auch mal mit einem etwas anderen Barbecue überraschen möchte, kann dieses mit Allerlei außergewöhnlichen Rezepten tun. Wie wäre es mit selbstgemachten Zwiebelgrillern oder einem Mozarella-Hüftsteak? Wer es etwax exquisiter mag, kann Haifisch- oder Lachssteaks im Smoker garen und zum Nachtisch flambierte Bananen mit Honig und Eis servieren. Die Möglichkeiten und Rezepte sind beinahe unendlich, doch das Ergebnis ist immer das Gleiche: Unglaublich zartes Fleisch mit einem tollen Aroma, welches einem beim Essen fast schon im Mund zerfällt.

